NEUE RUBRIK: PERLEN.DES MONATS – DOM PÉRIGNON 2004

Dom Pérignon – der „Don“ unter den Champagner

Es ist wahrscheinlich der berühmteste Champagner der Welt. Und er eignet sich wie kaum ein Zweiter für den Start unserer neuen Rubrik Perlen.des Monats, in der wir nun regelmässig grosse, flaschenvergorene Schaumweine der Welt hier und auf www.weinwisser.com vorstellen und ausführlich besprechen. Egal ob Champagner, hochwertige Winzersekte, Franciacorta, Trento.doc oder Cava. Hauptsache sie sind erstklassig und eigenständig.

 

Ikone Dom Pérignon

Wie kein Zweiter steht Dom Pérignon ikonenhaft für Champagner. Er steht so unmissverständlich für Luxus und Prestige, dass Stars und Sternchen in den angesagtesten Clubs und Bars der Welt am liebsten Dom Pérignon-Flaschen schlürfen. Auch 007 tut es. Zum Beispiel im nicht minder berühmten Bond-Film „Goldfinger“ (1963). Das hat sicherlich auch zum beispielslosen Aufstieg des Labels beigetragen. Markenbildung nennt man das. Und längst ist der „Dom“ eine dieser Kult-Marken wie Mouton, Margaux, Petrus oder teure Uhren und Handtaschen. Er kommt aus dem Champagner-Riesen Moët & Chandon, das zum börsennotierten Luxusgüterkonzern LVMH gehört. Aber Dom Pérignon ist mehr als nur Ikone: Hinter dem Champagner steckt eine mythenreiche Geschichte der Champagnerentstehung, die um den Benediktinermönch gleichen Namens kreist und bis ins 17. Jahrhundert zurück reicht. Über 40 Jahre lebte und arbeitete Dom Pierre Pérignon in der Abtei Hautvillers, die heute mitsamt der angrenzenden Premier Cru Rebfläche im Besitz von Moët & Chandon ist. Sein Vermächtnis zählt zu den Grundpfeilern des Weinbaus der Champagne und so verwundert es nicht, dass der Name seit 1921 als Prestige Cuvée-Marke im Einsatz ist. Doch abseits der tief verwurzelten Historie lebt die Champagnermarke längst von der Dynamik ihrer Popularität sowie der zeitgenössischen Inszenierung, die unter Anderem mit limitierten Künstler-Editionen belebt wird.

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WEINWISSERS Wein des Monats: Gaja Sperss 1999 – Piemont im Spätherbst – ein Sehnsuchtsort für Weinkulinariker – Barolo- und Trüffelreise

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Anfang November hatte ich die grosse Freude, genau zur Trüffelmesse ins Piemont zu reisen und dabei einige der besten Barolo-Winzer zu besuchen. Darunter den Großmeister und Grand Seigneur der italienischen Weinszene Angelo Gaja, der uns persönlich empfing, uns seine Weinberge zeigte und Rede und Antwort stand. Er ist in Italien und darüber hinaus ein Star. Fast im Alleingang hat er das Piemont mit seinen Spitzenweinen Barbaresco und Barolo international bekannt gemacht und ihnen einen Platz unter den besten Weinen der Welt verschafft. Sein Charisma ist ansteckend, seine Auftritte sind emotional bis virtuos und seine Weine Weltklasse. Mit 77 Jahren steht er quickfidel mit uns im Weinberg, erzählt, gestikuliert kraftvoll mit den Händen und zeigt uns mit fesselnder Emotionalität alle Details der Weinbergsarbeit. Wer aber mit dem Maestro ein Wortlaut-Interview führen will, muss erst einmal zu Wort kommen. Chefredakteur Giuseppe Lauria nutzte seine Chance und sprach mit dem „König des Barbaresco“ Angelo Gaja über Vergangenes, den Einfluss der Klimaveränderung auf Barbaresco und Barolo sowie über den heiss diskutierten Verkauf des Weinguts Vietti an den US-Investor Krause für kolportierte rund 60 Millionen Euro. Mehr dazu in unserer aktuellen Ausgabe.

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WEINWISSERS Wein des Monats: Teuerster Grange aller Zeiten – Penfolds stellt sein 2012er Flaggschiff vor. WW ist vor Ort dabei und durfte Australiens Weinikone vorab verkosten!

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Am Donnerstag, 20. Oktober, wird der neue Jahrgang der australischen Weinikone Grange zum Verkauf freigegeben. Mit einem Preis von 890 australischen Dollar (ca. 620 Euro) pro Flasche wird es der teuerste Grange bisher sein und damit die beiden Vorgängerjahrgänge (785 Aus. Dollar / 537 Euro) noch einmal deutlich übertreffen. Doch wird er auch einmal einer der besten Grange werden?

Peter Gago, Penfolds Chief Wine Maker, möchte sich da noch nicht festlegen. Der 2012er stehe in einer Reihe mit den ganz grossen Jahrgängen, so Gago. Aber wie weit er es tatsächlich hinauf schafft in der Hierarchie der legendären Abfüllungen dieses Wein, kann nur die Zeit zeigen. Der neue Grange ist der 62. Jahrgang seit 1951. Er setzt sich in diesem Jahr aus 98 % Shiraz und 2 % Cabernet Sauvignon zusammen und stammt von Weinbergen des Barossa Valley und des McLaren Vale. Der für diesen Wein üblichen Üppigkeit und Reife (14,5 % Alkohol) steht eine gesunde Säureausstattung von 6,8 g/l gegenüber. In Europa wird der 2012er Grange wahrscheinlich ab Mitte November verfügbar sein.

WEINWISSER-Autor Frank Kämmer MS konnte den neuen Grange bereits vorab am Tag vor seiner offiziellen Premiere auf dem Weingut verkosten. Hier seine aktuellen Eindrücke: Weiterlesen

Der Hype um die Grossen Gewächse

Mit grosser Spannung erwartet die Weinwelt jedes Jahr aufs Neue den 1. September. Es ist der Tag, an dem die Grossen Gewächse des Verbandes der Prädikatsweingüter (VDP), die sogenannten deutschen „Grand Crus“, auf den Markt kommen.  Zuvor lädt der Verband die internationale Presse und Fachverkoster zur Vorverkostung ein. Anbei ein paar erste Eindrücke und Ergebnisse von der seit Jahren ausgezeichnet organisierten Vorpremiere VDP. Grosses Gewächs in Wiesbaden: WEINWISSER war alle drei Tage dabei und hat ausführlich verkostet. Die Ergebnisse des dreitätigen Verkostungsmarathons mit dem ausführlichen Bericht und Verkostungsnotizen lesen Sie in der nächsten, Ende September erscheinenden Ausgabe. Hier aber vorab eine erste Einschätzung.

Allgemein gesprochen kann man vielerorts in der Spitze (!) von einem aussergewöhnlich guten bis ausgezeichneten Jahrgang sprechen, bei dem die Winzer unter anderem mit Trockenstress, Botrytis und der Herausforderung teils (sehr) hoher Alkoholausbeute zu kämpfen hatten. Ob es ein Jahrhundertjahrgang ist, wie von einigen schon voreilig kolportiert, muss wohl erst die Zukunft zeigen. Ich bin da zurückhaltender. Dazu ist er in vielen Regionen und auch in der Sortimentsbreite viel zu heterogen. Manche dürften auch etwas früher gelesen haben, was zwar schlanke, aber auch gerbstoffreiche Weine hervorbrachte. Aber insgesamt ist 2015 ohne Zweifel einer der grösseren und auch früh zugänglichen Jahrgänge. Vieles passte gut zusammen. Es gibt zahlreiche ausgezeichnete Weine, davon einige wirklich grosse Grand Crus, die das Zeug haben, in die Historie einzugehen. Etwas salopp könnte man sagen: kein Jahrhundertjahrgang, aber ein Jahrgang mit einigen Weltklasse-Weinen. Und ein Jahrgang, bei dem das Terroir viel besser zur Geltung kommt. Und genau darum soll es ja bei den „Grand Crus“ gehen:  Schmeckbare Lagen- und Herkunftstypizität. Das sollte ein Grosses Gewächs auszeichnen. Und von einem bloss gut gemachten Wein unterscheiden. Diese Trennschärfe ist bei einigen Weinen nicht so klar. Sonst liesse sich auch der deutlich höhere Preis hierfür kaum rechtfertigen – und vermutlich auf Dauer am Markt auch nicht durchsetzen.

Besonders herausragend zeigten sich die Ergebnisse unter anderem an der Mosel, wo es selten so viele starke GGs zu verkosten gab und eine erfreuliche Rückkehr zu einem trinkanimierenden (und weniger fetten und barocken) Stil festzustellen war – vor allem bei Heymann-Löwenstein und Clemens Busch. Schloss Lieser und Fritz Haag präsentierten ebenfalls starke vom Schiefer geprägte Rieslinge. Die Saar-Weine zeigten  sich noch homogener als die Mosel selbst. Hier ragten neben den bekannten Namen wie Van Volxem (mit einem hervorragenden Scharzhofberger) und Nik Weis – St. Urbanshof vor allem das Weingut Lauer mit zwei extrem präzisen Rieslingen heraus, die allesamt zur Gebietsspitze zählen.

Neben der Mosel stach wieder einmal Franken hervor, wo die individuellen Silvaner (und Rieslinge) von Weltner (Küchenmeister Hoheleite), Luckert (Maustal) sowie Rudolf May (beide Silvaner-GGs von herausragender Güte) – jeder mit seinem eigenen Stil – starke Akzente setzen konnten. Diese Sorte gewinnt immer mehr an grossartiger Eleganz und Finesse. Bei den Rieslingen und Pinots überzeugte zudem einmal mehr Fürst mit seinem finessenreichen Stil, aber auch Luckert und Weltner sind hier ganz vorne dabei.

An der Nahe brillierten die „Big-Five“ (Diel, Dönnhoff, Schäfer-Fröhlich, Emrich-Schönleber und Gut Hermannsberg) – mit bekanntermaßen unterschiedlichen Stilen: Diel mit drei souveränen sich gut unterscheidenden GGs mit klaren Lagenprofilen, was auch für Dönnhoff und Emrich-Schönleber mit gewohnt starken Rieslingen gilt. Bei Letzterem ragt einmal mehr der vom blauen Schiefer und Quarzit geprägte Halenberg heraus, der mit seiner gotischen Struktur wie eine Eins im Glas steht. Beim Gut Hermannsberg gewinnen die Weine mit ihrer rassig-kühlen und zupackenden (und leicht phenolischen) Art immer mehr an Profil und Charakter. Von Tim Fröhlichs bärenstarker Kollektion ist der Felseneck ein Wein, der sicherlich zu den besten GGs des Jahres gehört. Ein präziser definierter Cool-Climate-Riesling. Messerscharf wie der berühmte Ritt auf der Rasierklinge: seidig, druckvoll, eigenständig – inklusive der wilden Sponti-Noten, die wohl nur Tim Fröhlich so perfekt beherrscht. Überhaupt hat er eine atemberaubende, über die GGs hinausgehende (edelsüsse) Kollektion in 2015 gemacht.

 

VDP.Grosses Gewächs 2015. Rheingau Spezial:

Im Rheingau gab es jede Menge Licht und ein wenig Schatten. Aber der Reihe nach: Dort konnte vor allem Spreitzer eine sehr geschlossene Gesamtleistung mit drei starken GGs abliefern. Vor allem der erdig-mineralische Wisselbrunnen mit seinem großen Trinkfluss gehört zur Gebietsspitze und ist der beste seit Jahren aus dieser Lage. Das gilt auch für Oetingers Marcobrunn: Trotz der 13.5% Alkohol wirkt der Wein erhaben, in sich ruhend, Noblesse ausstrahlend. Dass der letztjährige „Winzer des Jahres“ Kühn mit den vorgestellten 2014ern grosse Weine im Keller hatte, zeichnete sich schon bei den letztjährigen Fassproben ab: Das sind große, individuelle Weinmonumente. Weils Gräfenberg und der Silberlack von Schloss Johannisberg zeigen noble, in sich ruhende Ansätze und verkosten sich nochmal besser als zwei Wochen davor. Sie brauchen Zeit – und Luft! Im Rheingau zeigten sich überhaupt drei Welten: Die Weine aus dem Rüdesheimer Berg brillierten fast durchgängig – Leitz allen voran, aber auch die von Künstler (Berg Schlossberg), Kesseler und Allendorf. Kloster Eberbach präsentierte gegenüber den Vorjahren stärker ausfallende GGs.

Im mittleren Rheingau, der es insgesamt etwas schwerer hatte, muss man stärker selektieren. Hier profitierten die Brunnen- und Berglagen: Barths Wisselbrunnen und noch mehr der Schönhell sind Weine, mit denen man sich beschäftigen muss: straff, dicht gewoben, zupackend mit zart phenolischer Textur. Prinz zeigte zwar wieder sehr klare Rieslinge, allerdings deutlich höher im Restzucker als zuletzt. Das nimmt den Rieslingen ein wenig die mineralische Spannung.

In Hochheim waren die Weine natürlich jahrgangsbedingt noch etwas kräftiger, als es schon in normalen Jahren der Fall ist. Das merkt man schon an der Weiß Erd – einem auf Kalkmergel gewachsenen und normalerweise auch mineralisch-zupackendem Riesling. Ein sehr guter Wein, dem man im Abgang aber ein wenig die „warmen“ Noten anmerkt. Kirchenstück, auch dieser ein regelmäßig eher femininer Wein, zeigt die Power des Jahrgangs. Das findet sicherlich seine Freunde, ist aber eben anders als sonst, eben nicht so finessenreich. Die „Hölle“, könnte man sagen, steckt das Feuer besser weg. Sie präsentiert sich als ein Kraftpaket in Samthandschuhen, ohne aber ihre gewohnte Tiefgründigkeit missen zu lassen. Ein wie so oft grosser Blue-Chip-Wein, wie es in diesem Jahr erfreulich viele gibt – ganz ohne Hype.

In Rheinhessen gab es in der Spitze eine Reihe an Weltklasse-Weinen. Hier erwischte Klaus-Peter Keller einen Top-Jahrgang, aber auch Wittmann, Battenfeld-Spanier und Kühling-Gillot haben Herausragendes auf die Flasche gebracht. In der Pfalz war es ein sehr gutes Jahr für Rieslinge, vor allem in der Südpfalz.

Unsere Sonderausgabe zu den GGs mit ausführlichen Verkostungsnotizen folgt Anfang Oktober. Soviel vorab: Wir haben 15 mal die herausragende Note von 19/20 vergeben. Zudem berichten wir über unsere Stippvisiten bei Klaus-Peter Keller und Tim Fröhlich – beide mit Traumjahrgängen.

Sie haben noch kein Abo? Hier geht es zu unserem Probeabo mit attraktiven Prämien und dem Zugang zu mehr als 26.000 Verkostungsnotizen.

véritable 2016 – klein, aber fein!

Treffen internationaler Spitzenwinzer im kleinen St. Martin
Am 4. Juli 2016 präsentiert sich wieder die Kult-Weinmesse véritable im Weingut Aloisiushof

Am Montag, den 4. Juli 2016, ist es im pfälzischen St. Martin wieder soweit. Bereits zum sechsten Mal laden der umtriebige Initiator und Organisator Uwe Warnecke gemeinsam mit Gastgeber und Veranstalter Philipp Kiefer zur unter Wein-Profis beliebten Weinfachmesse véritable 16 in den Aloisiushof in St. Martin/Pfalz ein.

Dann präsentieren 90 Spitzenerzeuger und Nachwuchstalente aus den international führenden Weinbauländern je sechs ihrer besten Weine. Insgesamt werden sogar 90 Winzerpersönlichkeiten aus 34 Anbaugebieten und 11 Ländern auf der Premium-Weinfachmesse persönlich in der Zeit von 12 bis 18 Uhr anwesend sein, um mit den zahlreichen Wein-Professionals ins Gespräch zu kommen. Darunter auch viele VDP.Winzer. Zu erlesenen Speisen von OTTO Gourmet sind alle Besucher anschließend herzlich zum geselligen Ausklang willkommen. Der WeinWisser ist Medienpartner der véritable und wird durch Chefredakteur Giuseppe Lauria vor Ort vertreten sein. Der Eintritt beträgt 30 Euro zzgl. Glaspfand.

Bereits einen Tag zuvor wird Stephan Graf von Neipperg, unsere WEIN.PERSÖNLICHKEIT DES MONATS aus Heft 04-05/2016, in Neustadt an der Weinstrasse einen 2-stündigen Vortrag halten. Als Besitzer von sechs namhaften Gütern wird er sicherlich einiges zum Thema Bordeaux und zu seiner eigenen Geschichte erzählen. In unserem exklusiven Interview hat er sich zu den Themen Bordeaux 2015, der Zukunft des Primeurhandels, dem nachlassenden China-Boom, zu Wein als Investment in Zeiten von Null-Zinsen sowie über seine Investments unter anderem in Südafrika und Bulgarien ausführlich geäußert.
Hier geht es zum Interview mit Chefredakteur Giuseppe Lauria.

Zu unserem Probeabo.

Der Vortrag beginnt am 3. Juli 2016 um 14:30 Uhr im Saalbau. Der Eintritt ist frei.
Anmeldung unter www.pfalz.de/neipperg
Ort: Saalbau Neustadt (gegenüber Hbf)
Bahnhofstraße 1, 67434 Neustadt / Weinstraße

Klausener

The big 3 K’s – Klausener und Kalb und Käse

«Ich fange nie mehr was an einem Sonntag an», diesen Titel sang einst Monica Morell. Sie wurde in Menziken geboren. Rund 34 Kilometer Luftlinie davon entfernt fand ein ganz besonderes Wein-Lunch in Birmenstorf statt. Auch an einem Sonntag. Im gemütlichen Gasthaus Bären.

Neben einem Menü mit Kalbfleisch wurden viele Weine von der Tessiner Familie Klausener entkorkt. Den milchig-würzigen Abschluss lieferten ganz besonders reife Käse. Rund 90 Gäste fingen mit diesem Sonntag «etwas ganz Besonderes an»! Weiterlesen