Editorial WW 03/19: Rare Vertikalen von grossen Ikonen (Hubacker, Hölle, Vega Sicilia Unico, Almaviva)

 

Liebe WEINWISSER,

endlich werden die Tage länger, die ersten Frühlingsboten sind sicht- und hörbar und das Jahr nimmt langsam Fahrt auf: die ersten Jahrgangspräsentationen und Jungweinverkostungen des mit Spannung erwarteten Jahrgangs 2018 stehen an.

Die dritte Ausgabe des Jahres hält erneut einen bunten Mix an hochwertigen Themen, Geschichten sowie exklusiven und raren Spitzenweinen für Sie bereit. So, wie Sie es von uns gewohnt sind.

Wir hatten gleich mehrmals das Privileg, an einigen der exklusivsten Vertikalen von gesuchten Ikonen wie Vega Sicilias Unico (Spanien), Concha y Toros Almaviva (Chile) sowie bei den deutschen Riesling-Superstars Klaus Peter Keller und Gunter Künstler teilzunehmen. Weine aus zwei Kontinenten, drei Ländern, mehr als drei Jahrzehnten mit unterschiedlichen Terroirs und teils auch Philosophien. Was sie eint, ist eine klare Vision und der Wille zu Exzellenz.

Vega Sicilia ist dabei sowas wie eine nationale Institution in Spanien, ähnliches gilt für Almaviva des Weinriesen Concha y Toro, das vor zwei Jahren seine Partnerschaft mit Mouton Rothschild auf dessen Château gebührend feierte. Von herausragender Bedeutung sind auch Kellers „Hubacker“ und Künstlers „Hölle“ – aus diesen Grand Cru-Lagen entstehen mit die besten und langlebigsten Weine Deutschlands. Die spannenden Beiträge von Thomas Werdelmann (Vega Sicilia-Vertikale), Michael Schmidt (Kellers Hubacker), Jürgen Mathäß (Almaviva, Chile) und meiner Wenigkeit (Künstler, Almaviva – mit Rückblick auf die edle Mouton-Almaviva Geburtstagsparty auf Château Mouton Rothschild) finden Sie auf den Seiten 10 bis 11, 4 bis 6 und 7 bis 9.

Dahinter müssen sich aber auch die Weine aus dem Brunello di Montalcino nicht verstecken, auch wenn der Jahrgang 2014 bekanntermassen nicht zu den stärksten gehört. Dennoch hat unser Autor Alexander Magrutsch für Sie alles verkostet und einige Top-Empfehlungen gefunden. Sein Beitrag und seine Auslese finden Sie auf den Seiten 12 bis 16.

Last but not least blicken wir auf eine von mir privat organisierte, exklusiven und genussvolle Wein- und Gourmetreise zurück, bei der wir viele Top-Weingüter besucht und zudem die allerbesten Restaurants am Kap inklusive dem kürzlich zum besten Restaurant der Welt gewählten „Wolfgat“ systematisch getestet und bewertet haben. Freuen Sie sich auf die Beschreibungen und das Ranking der besten Restaurants am Kap, in der 07/19 folgt dann noch ein Update zu den besuchten Top-Weingütern.

Jetzt wünschen wir Ihnen viel Lesevergnügen, Inspirationen und genussvolle Momente.

Und wenn Sie zufrieden sind, dann empfehlen Sie uns doch weiter mit unserem Geschenkabo. Sie schenken und wir beschenken Sie mit einer guten Flasche Bordeaux! https://www.direktabo.de/de/genuss-tabak-wein/weinwisser/abonnements/weinwisser-geschenk-abo.html

Ihr Giuseppe Lauria

Chefredakteur WEINWISSER

Editorial WEINWISSER-Ausgabe 02/19. Rares von Mosel, Maremma, Piemont und der Steiermark

Liebe WEINWISSER,

grosse Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Los geht es mit der 23. Ausgabe des berühmten Rheingau Gourmet Festivals, bei dem wir wieder als Medienpartner dabei sind und bei dem ich einige hochkarätige Drei-Sterne-Dinners mit den Meisterköchen Christian Bau und Top-Winzern (u.a. mit Gaia Gaja sowie den deutschen Spitzenweingütern Künstler und Schloss Johannisberg) und den Brüdern Enrico und Roberto Cerea (u.a. mit Georg Weber von Monteverro, Ricci Cubastro sowie den deutschen Spitzenweingütern Leitz und Prinz von Hessen) sowie hochwertige Masterclasses moderiere. Das Programm mit über 50 hochwertigen Dinners, Kochshows und Weltklasse-Verkostungen finden Sie hier: 

Die zweite Ausgabe des Jahres hält erneut viele Leckerbissen mit raren Spitzenweinen, vielen „Best Buys“ und authentische Geschichten für Sie vor. Und erstmals seitdem ich vor fast drei Jahren unsere hochkarätige Interviewrubrik Wein.Persönlichkeit des Monats ins Leben gerufen habe ist endlich eine Frau im Exklusivinterview: Das war höchste Zeit, denn die charmante Elisabetta Geppetti, die als junge Frau ihr Studium der Kunstgeschichte gegen einen landwirtschaftlichen Mischbetrieb in einer fast ausschliesslich von Männern dominierten Welt in der Maremma eintauschte, machte mit grosser Bravour aus Le Pupille einen strahlenden Stern der internationalen Weinwelt. Das bewegende Interview mit der fünffachen Mutter finden Sie auf den Seiten 4 bis 5, gefolgt von einer Verkostung ihrer Spitzenweine.

 

Argentinien punktet mit Höhenlagen. Foto: J. Mathäß

Zur ProWein, bei der wir ebenfalls mit vielen Masterclasses aktiv sein werden, haben wir bewusst eine etwas buntere Themenmischung gewählt: So war unser Autor Jürgen Mathäss in Argentinien unterwegs, Portwein-Spezialist Axel Probst verkostete die edelsten Portweine von Quinta do Noval und Alexander Magrutsch war sowohl in der Steiermark auf Raritätenprobe als auch bei einer spannenden Gläser-Vergleichsverkostung mit den Kultweinen von Piemont-Ikone Giuseppe Mascarello unterwegs

 

 

Sechs grandiose Winzer, sechs grandiose Lagen: Die Raritätenverkostung auf Schloss Lieser. Bild: Chris Marmann

 

 

Zudem berichte ich über eine hochklassige Raritätenprobe flüssiger Schätze der absoluten Spitzenbetriebe an der Mosel wie Joh. Joh. Prüm, Schloss Lieser, Fritz Haag, Dr. Loosen, Willi Schäferund Markus Molitor– dem „Herr des Schiefers“ widmen wir zudem auf Seite auch ein kleines Porträt, das nach einer Vertiefung schreit.

 

Chefredakteur Giuseppe Lauria bei der Masterclass mit italienischen Sommeliers des A.I.S.

Bei der Masterclass „Giro d’Italia“anlässlich des Kongresses der führenden italienischen Sommeliervereinigung A.I.S stellte ich veritable und herkunftstypische Preis-Leistungs-Renner. Wer von den „Best Buys“das Rennen gemacht hat, lesen Sie auf den Seiten.

Als Fine Wine-Spezialist erhalten wir regelmässig Einladungen zu exklusiven Verkostungen. So müssen wir immer mal wieder Themen schieben, dafür dürfen Sie sich in der nächsten Ausgabe über eine Vertikale des famosen Dalsheimer Hubacker vom deutschen Kult-Winzer schlechthin, Klaus Peter Keller, sowie über Roberto Conternos berühmte Piemont-Einzellage Monprivato und einer 100 Jahre umfassenden Vertikale vom Rheingauer Spitzenweingut Robert Weil freuen.

Aber bis dahin wünschen wir Ihnen viel Lesevergnügen, Inspirationen und genussvolle Momente.

Für die Besucher der ProWein gibt es zudem ein beiliegendes exklusives Aboangebot und für alle anderen das attraktive Geschenkabo, bei dem Sie sich selber beschenken dürfen, zum Beispiel mit einem edlen Bordeaux-Wein.
http://bit.ly/2UeXDdC (Geschenkabo)

Greifen Sie zu solange der Vorrat reicht.

Ihr Giuseppe Lauria

Ausblick auf WW 03/19

Wir waren fleissig für Sie unterwegs, in Südafrika, bei den Anteprima in der Toskana und im Piemont, in Chile und Argentinien sowie am Duero in Spanien. In Südafrika hat Chefredakteur Giuseppe Lauria bei einer von ihm privat organisierten, exklusiven und genussvollen Wein- und Gourmetreise viele Top-Weingüter besucht und zudem die allerbesten Restaurants am Kap systematisch getestet und bewertet. Freuen Sie sich auf ein Update über ausgewählte Weingüter und mit der systematischen Bewertung der besten Restaurants am Kap, das zum gefeierten eno-kulinarischen Hotspot der Welt gehört. Ein weiterer Kracher ist die 20 Jahres-Vertikale vom Hubacker des Kult-Weinguts Keller sowie der spanischen Nationalinstitution Vega Sicilia. Doch nicht genug, weitere Top-Themen finden Sie unten.

Weinsammler Hans Onstein bei der 20-Jahres-Vertikale

Geplante Themen:

  • Südafrika – Beste Weingüter, beste Restaurants
  • Kult-Weingut Keller – Die grosse Hubacker-Vertikale
  • Weils Gutswein: Die 100 Jahres-Vertikale
  • Kult-Piemonteser Roberto Conterno
  • Anteprima Toskana: Die besten Brunello
  • Königin Barbaresco
  • Der grosse Chile-Report: Alte und neue Stars
  • Argentinien Teil 2

„Best of Bordeaux“: Die 200 besten Bordeaux Châteaux in der grossen und exklusiven WEINWISSER-Retrospektive

„Best of Bordeaux“: Die 200 besten Bordeaux Châteaux in der grossen und exklusiven WEINWISSER-Retrospektive – von Giuseppe Lauria und Tjark Witzgall

Auch in diesem Jahr haben wir uns das Beste zum Schluss aufgespart: die mit Spannung erwartete neue WEINWISSER-Best of Bordeaux Liste! Wie immer stellen sich die Fragen: Welche Châteaux gehören zu den 200 besten? Wer ist rausgeflogen? Welche Weine sind am besten bewertet? Wo sollte man besser mit dem Entkorken warten und wo sollte man ihn jetzt besser ziehen? Wann ist der perfekte Zeitpunkt, um seine über viele Jahre im Keller schlummernden Trouvaillen zu geniessen – oder zuzukaufen? Genau hier spielt der WEINWISSER alle seine Vorteile aus und steht Ihnen mit Rat und Tat zur Seite. In unserer aufwendigen Top-200-Bordeaux-Liste sehen Sie die Performance der Weine über einen Zeitraum von 17 Jahren (von 2001 bis 2017). Und natürlich gehen wir wieder den Fragen nach: Wer sind die Preis-Genuss-Sieger? Wo sollte man einsteigen, wo lieber die Finger von lassen? So umfassend und präzise wie kein anderes Medium. Und auch wenn wieder die edle und gegensätzliche Paulliac-Doppelspitze aus Château Latour und Château Lafite das Feld anführt, dahinter tut sich jede Menge und ab Platz Acht wird es für die Bordeauxfans richtig spannend. Als zusätzlichen Service geben wir wieder Tipps zu Newcomern und attraktiven „Best Buys“, für die Sie keinen Kredit aufnehmen müssen. Last but not least blicken wir noch einmal auf den schillernden Millenium-Jahrgang 2000 zurück. Also, wieder die geballte Bordeauxexpertise. 

Pauillac-Gigant Châteaux Latour teilt sich in diesem Jahr die Spitze mit Châteaux Lafite-Rothschild

An der Spitze gibt es keinerlei Überraschungen, Château Lafite und Château Latour führen das Feld souverän mit der Durchschnittsnote von abgerundeten 18.9/20-Punkten an, im vergangenen Jahr lagen beide bei glatt 19/20-Punkten. Das kommt daher, dass der grosse Jahrgang 2000 aus der Wertung rausgefallen ist, 2017 konnte das nicht ganz kompensieren. Dahinter ist Châteaux Margaux der erste Verfolger vor den beiden punktgleichen Châteaux Ausone und Palmer. Während der St.-Julien-Klassiker Léoville Las Cases aus den Top Ten herausfällt und sich auf Platz 14 wiederfindet, klettert Châteaux  Pichon-Comtesse acht Plätze nach oben und schafft es so auf den 9. Rang und damit unter die edlen Top Ten. Ganze zehn Positionen auf Platz 10 und damit den grössten Satz nach vorne macht das „zweite Pferd“ im Stall von Le-Pin-Besitzer Jacques Thienpont. Sein L’If aus St.-Émilion hat besonders im schwierigen 2017er Jahrgang bewiesen, welches Potenzial in dem grossartigen Terroir schlummert. 

Wie in Stein gemeisselt: US-Künstler Carl Laubin versinnbildlichte das fünfstufige Médoc-Klassement mit seinen Grand-Crus-Classés

Wie in Stein gemeisselt? Nicht alles …

Durch die genaue Übersicht der letzten 17 Jahrgänge können Sie Ihre Lieblinge und Schätze genau verfolgen und analysieren. Für das diesjährige Klassement sind die Jahrgänge 2001 bis 2017, die der WEINWISSER bereits „en primeur“ ausführlich verkostet und bewertet haben, entscheidend. Wie im vorletzten Jahr bereits begonnen, haben wir Ihnen hieraus eine Essenz mit den aktualisierten Top 100-Châteaux gezogen..Auf der Basis unseres riesigen Fundus an Bewertungen, Erfahrungswerten und Trinkreifen wird die WEINWISSER-Best of Bordeaux-Liste errechnet und zusammengestellt. Denn die Wertbeständigkeit dieser Liste ergibt sich aus der dynamischen Anpassung. Bei der Definition der Genussreife konnten wir wieder eine Vielzahl von Bordeaux für den Genuss „freigeben“. Was das bedeutet? Ein Beispiel: Letztes Jahr wurde Angélus 2012 noch mit „2019 – 2045“ vermerkt. Jetzt kommt er in die erste Trinkreife, also „–2045“. Unsere WEINWISSER-Bestenliste wurde dieses Jahr weiter optimiert. Bei den Aufsteigern haben wir bewusst einige sogenannte Shootingstars ausgewählt, die zwar zum Teil erst ein paar Jahrgänge abgeliefert haben, wir vom WEINWISSER aber überzeugt sind, dass hier ein riesiges Potenzial vorhanden ist. Denn nichts ist beständiger als der Wandel. Auch in Bordeaux ist nicht alles in Stein gemeisselt.

Den gesamten Artikel mit dem Ranking der Top 200 in der Retrospektive von 17-Jahrgängen und der aktuellen Top 100 finden Sie in der aktuellen Ausgabe des WEINWISSER 01/19, die entweder als gedruckte Einzelausgabe oder bequem als PDF hier erhältlich ist.

Das grosse Margaux-Spektakel – 30 Jahrgänge Château Margaux (Teil 2)

Die grosse „once-in-a-lifetime“-Probe fand im schönen Hotel Kronenschlösschen in Etlville-Hattenheim statt

Das grosse Margaux-Spektakel – 30 Jahrgänge Château Margaux beim Rheingau Gourmet Festival (Teil 2)

Von Giuseppe Lauria

Nahezu sieben Dekaden des legendären Château Margaux standen im wunderbaren Hotel Kronenschlösschen nebeneinander an. Ein Mythos von Wein, der wie kaum ein Zweiter für Eleganz und Finesse steht. Eine Delikatesse der Extraklasse – gekrönt von einem fabelhaften Gala-Dinner von Simon Stirnal.

Chefredakteur Giuseppe Lauria war bei diesem einzigartigen Festival der Superlative dabei. Teil 1 der Verkostung mit den Jahrgängen von 1945 bis 1985 mit einigen der ganz grossen bis legendären Jahrgänge wurde bereits in der WW-Ausgabe 06/17 ausführlich beschrieben. Jetzt folgen in Teil 2 (WW 02/18) unter anderem die superben und ewig in Konkurrenz stehenden Twin-Jahrgänge wie 1982 und 1983 sowie 1989 und 1990, aber auch grosse Weine aus 1995, 2000 und 2003. Dazu gibt es ein ausführliches EXKLUSIV-Interview mit Hans-Burkhard Ullrich, dem Chef des Rheingau Gourmet Festival und Hotel Kronenschlösschen (das Interview finden Sie in WW 02/18).

Die Verkostung:

Die Verkostung wurde von Alt nach Jung in verschiedenen Flights aufgestellt. Los ging es mit den frühen 1960er-Jahrgängen bis hin zum 2003er, der sich in einer wunderschönen, ersten Genussreife präsentierte. Es waren also alle ganz grossen Jahrgänge inklusive der berühmten Jahrhundertjahrgänge beziehungsweise grossen Jahren wie 1961, 1982, 1983, (1985), 1990, 1995, 1996, 1998, 2000, etc. dabei. Ein Fest der Extraklasse. Generell ist zu sagen, dass es bei solchen „Altweinproben“ immer mal zu herausragenden Überraschungen und aber auch herben Enttäuschungen kommen kann. Neben der Lagerung spielen Flaschenvarianz und auch unterschiedliche Abfüllungen eine grosse Rolle. Daher heisst es in Fachkreisen: „Im Alter verkostet man keine Jahrgänge mehr, sondern nur noch gute und schlechte Flaschen“.  Wir hatten an diesem denkwürdigen Abend verdammt viele gute Flaschen. Hier kommt Teil 2 seines umfassenden Reports dieser lukullischen Probe der Extraklasse, die zudem von einem superben Fünf-Gang-Gala-Menü von Kronenschlösschen Chefkoch Simon Stirntal kongenial begleitet wurde. Den Ausführlichen Bericht finden Sie in WW 06/17 und 02/18.

Verkostungsnotizen Teil 2:

von Giuseppe Lauria

 

1991: Helles Rubingranat mit deutlich aufhellenden Rändern. Für den schwierigen Jahrgang zeigt er eine schöne Frucht mit rotbeerigen Schattierungen, Tabak und feine Reste von Röstnoten und getrockneten Blumen. Am Gaumen mittelgewichtig, durchaus noch recht frisch und feinen Konturen, aber klar muss er dem Jahrgang mit Blick auf Tiefe und Komplexität Tribut zahlen. 16/20 Trinken

 

1992: Trübes Rubingranat. Sehr schwierige Nase, es wurde auch über Kork bzw. Korkschleicher gesprochen. Hinter dem leichten Muffton entwickelte sich aber eine ansprechende Frucht mit Cassis und Johannisbeersträuchern, die von unreifer Cabernet-Würze dominiert wird. Am Gaumen mittelgewichtig, etwas raubeinig, aber mit guter, adstringierender Frische und Zug ausgestattet, sehr präsentes, feinkörniges Tannin, das von einer schmelzigen Fruchtsüsse mit Kirsche und Cassis ummantelt wird. Ansprechende Länge. 16/20 trinken

 

1993: Diesen Wein hatte ich schon unzählige Male im Glas und obgleich aus einem kleineren Jahr enttäuscht er nie. Auch dieses Mal nicht. Rubinrote Farbe mit noch leichtem Purpur. Wunderbare Margaux-Würze in der Nase, vielleicht nicht ganz so sublim wie in den grossen Jahren, aber unverkennbar in seinem Parfüm, diesmal auch etwas Granatapfelnoten und Sauerkirsche. Am Gaumen sehr linear, elegant, mit charmanter Fruchtfülle und feinen, seidigen Tanninen, die dem Wein genügend Gerüst und Länge geben. Wird noch einige Jahre auf hohem Niveau bleiben, dennoch sollte diese Delikatesse jetzt ohne Reue getrunken werden. 18/20 trinken

 

Der ewige Vergleich zweier Giganten-Jahrgänge

1982: Natürlich war das einer der Highlights in der Verkostung. Der ewige Vergleich der beiden Jahrgänge 1982 und 1983, der häufig in die eine oder andere Richtung polarisiert. Dabei sind sie beide ganz gross – aber eben unterschiedlich. Trübes Rubinrot. Herrliches, überwältigendes Bouquet von grosser Fülle, Feinheit und Tiefe. Immer noch enorm druckvoll, intensiv, der perfekte Ausdruck dieses unwiderstehlichen Margaux-Parfüm, das die Herzen seiner Anhänger regelrecht in Wallung bringt. Könnte man es als Parfüm abfüllen, ich würde es sofort kaufen. Hinzu kommen Minze sowie steinig-erdige Noten, die an Mineralik denken lassen. Am Gaumen weit ausladend, dabei ungemein feingesponnen, von burgunischer Eleganz und Souplesse, schier verführerisch. Diese royale Eleganz paart sich im grossen Finale mit feinster Lakritz und Frische gebenden ätherischen Noten. Ganz grosses Margaux-Kino, vielleicht auf dem letzten grossen Höhepunkt. 19.5/20 trinken

 

1983: Auch bei diesem Tasting trennten sich die beiden Lager fast in gleichen Teilen. Also zeigte auch der 1983er aus dem allgemein kleineren Aussenseiterjahrgang (aber nicht in der Appellation Margaux!) von seiner besten Seite. Übrigens war dies der erste Jahrgang des im vorletzten Jahr verstorbenen Managing Director Paul Pontillac, der über drei Jahrzehnte das Gesicht des Château war. Dichtes Rubingranat. Schon die Farbe zeigt sich kräftig, satt und gut gefüllt. So geht es auch im Duft weiter: Nahezu perfektes Bouquet mit dichter und saftig-klarer Frucht, ist enorm vielschichtig und tief gestaffelt. Dann kommt die volle Cassis-, Rauch- und Tabak- und Maulbeerladung, dazu ein Hauch Rosinen – grosse Konzentration, ohne fett oder überladen zu wirken. Wow, das verschlägt einem erstmal die Sprache. Auch am Gaumen enorm zupackend, griffig, dicht und fest gewoben, ein Cabernet-dominierter Riese mit royaler Adstringenz, der noch weitere Reserven in seinem schier kraftvollen, aber nicht monströsen Körper trägt. Hier ist noch viel Musik drin, besonders aus Magnums dürfte hier noch weiteres Potenzial in Richtung 20/20 sein. 19.5+/20 –2040

 

1986: Der Jahrgang gehört ja zu den verschlossensten überhaupt, was in Fachkreisen und bei Freaks regelmässig die Frage aufwirft, wann und ob er überhaupt irgendwann in die perfekte Trinkreife kommt. Im Duft schon eher kühl und weniger kommunikativ als seine beiden extravaganten Vorgänger. Im Mund sehr klassisch, viel Struktur, die feste Tanninstruktur ist noch griffig und zeigt weitere Reserven. Dennoch mit schöner Eleganz, fast von zeitloser Dimension. Ein Klassiker, der zu einem kräftigen Essen alle seine Vorteile ausspielen dürfte. 17/20 –2040

 

1988: Noch so ein Jahrgang, der regelmässig im Schatten seines extrovertierteren Nachfolger-Paars 1989 und 1990 stand. Dunkles Granat mit mittlerem Rand. Auch hier eher kühler, klassicher Duft, nicht besonders einnehmend, aber eben mit der Klasse, die Margaux ausstrahlt. Im Bouquet Leder, Rauch, schwarze Pfefferkörner, aber alles sehr verhalten, ein Hauch Kräuter schwingt mit. Am Gaumen fest und von massiver Struktur, leicht aufrauende, zupackende Tannine, die Reserven anzeigen, aber auch auf Kosten der Eleganz gehen. 18/20 –2025

„Drinking history“: Teil 1 der Verkostung umfasste die Jahrgänge von 1945 bis 1985 (Bild: Lustfaktor)

1989: Jetzt kam es zum nächsten Giganten-Duell. Noch so ein Klassiker aus den Twin-Jahrgängen. Strahlenendes Rubingranat mit aufhellendem Rand und bräunlichem Schimmer. Verführerisches, ausladendes Bouquet von schier verschwenderischer Fülle und Exotik. Wow, das hätte ich blind kaum nach Bordeaux gesteckt, wirkt in seiner exotischen Art fast kalifornisch: Dunkle Frucht mit Zedernholz, Schokolade, Korinthen, Moschus und süsses Lakritz; erst nach dieser exhibitionistischen Welle taucht die Margauxwürze nach und nach auf. Diese Orgie findet dann im Mund ihre Fortsetzung: Extraktsüsse meets Terroirwürze. Dabei durchaus fein gesponnen, das Tannin ist fest, körnig und mit zarter Adstringenz, die Säurestruktur ist genial und gibt ausreichend Frische, das hat noch Reserven für ein weiteres Jahrzehnt. 19/20 –2028

 

1990: Dichtes Rubingranat, fester Kern mit aufhellendem Rand. Grossartiges Bouquet von umwerfender Süsse, perfekter Reife und grosser Fülle. Pflaumig-reife Schattierungen paaren sich mit Rosinen, hellem Tabak, Milchkaffee und royalen Blumennoten. Das ist floral ohne Ende. Wie ein hochwertiges Eau de Parfum. Am Gaumen sehr reif, voller Charme, perfekt proportioniert, wieder mit unbändiger Süsse, hat aber noch enorm Druck. Welch’ eine sinnlich-sublime Schönheit, mit fantastischen Reserven. Ganz grosser Moment während der Verkostung. Wie Gabriel schon vor Jahren schrieb: „Trinken, träumen, taumeln.“ Nur beim Trinkfenster hat er sich etwas getäuscht. Denn dieses ist nicht vorbei, sondern hat – freilich bei gut gelagerten Flaschen – noch durchaus Reserven für ein weiteres Jahrzehnt. 20/20 –2028

Simon Stirnal, Hotel Kronenschlösschen, kochte ein grossartiges Gala-Menü

Hans B. Ullrich, Chef des Kronenschlösschens und Rheingau Gourmet & Wein Festivals

1994: Dichtes Rubinrot. Im Duft strahlt er viel Cabernet-Würze aus: Cassis, dazu Blaubeeren, Schokolade und eine Würzorgie aus Thymian und Wildfleisch. Letzter Jahrgang, wo noch relativ viel Merlot im Blend zu finden war. Am Gaumen konzentriert und kompakt, körniger Gerbstoffe zeigen den Jahrgang, eher männlicher Typ mit aufrauenden Tanninen und merklicher Adstringenz. 18/20 –2026

 

1995: Konzentrierter Duft, dabei sehr klar und pure Frucht. Macht im Glas wunderbar auf mit reifem Cassis, Brombeeren, Zedernholz und Havanna-Tabak. Am Gaumen sehr klassische Art, viel Frische und Zug zeigend, hochfeine Tannine, saftige Frucht, die von einer schönen Säure getragen wird. Unaufgeregte, grosse Klasse. 18/20 –2035

 

1996: Parfümiertes Bouquet mit femininer Anmutung: Cranberries, rote Johannisbeere, feinstes Holz, Palisander, Zigarrenkiste; legt im Glas enorm zu und entwickelt sich zu einem gebündelten Traum-Duft. Wie in der Nase legt er auch am Gaumen mit Luft deutlich zu. Zeigt sich elegant und mit vielen Nuancen, das ist ein ganz feiner, aristokratischer Margaux, der jetzt schon viel Noblesse und grossartige Finesse ausstrahlt. Hat mir schon vor einem Jahr fantastisch geschmeckt, und jetzt noch ein Tick besser. 19.5/20 –2040

 

1997: Parfümierter Duft mit der Margaux-Duftpalette aus Cassis, Erde, Rauch, Zigarrenkiste und Veilchen. Im Mund sehr dicht und charming, schöne Extraktsüsse auf würzigem Hintergrund, noch sehr jugendliche Frucht mit viel frischen rotbeerigen Reflexen und cremiger Textur. Überhaupt noch sehr jung wirkend, das hat noch Reserven, was sich auch an der grossen Länge zeigt. 18+/20 –2028

 

2000: Sattes, dichtes Rubinrot, nur leicht aufhellende Ränder. Volles, laszives Bouquet mit enorm jugendlicher Frucht, facettenreicher Würze und zarter Röstaromatik. Weitgefächerte Vielschichtigkeit, in der Cassis, blaue Beeren und eine aparte Minzenote den Ton angeben. Am Gaumen mit delikater Saftigkeit superber Balance punktend, die zart cremige Textur fördert den hedonistischen Trinkfluss, wirkt gerade enorm zugänglich, pure Trinkfreude, grosser Wein. 19+/20 –2045

 

2003: Einnehmender, tiefer und intensiver Duft, erotisch-laszive Ausstrahlung mit blaubeerigen und floralen Konturen. Dieser Sexy-Margaux aus dem heissen Jahrgang zeigt sich zwar hochkonzentriert und extrovertiert, aber mit disziplinierter Fülle und Struktur. Dabei durchaus verspielt und mit Finesse. Ganz fein gesponnen, ungemein saftig, Cassisduft, nur am Ende zeigt sich eine feine Bitternote, die dem heissen Jahrgang geschuldet sein dürfte. Würde man dennoch nicht unbedingt in 2003 stecken. Hier kann es auch bald zu 19/20-Erlebnissen kommen. 18.5+/20 –2040

 

INTERESSE AN BORDEAUX: HIER GEHT ES ZU UNSER SUPER AKTUELLEN „BEST OF BORDEAUX“ AUSGABE MIT BESONDEREM GESCHENK-WEIHNACHTSABO.

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VIEVINUM FEIERT GEBURTSTAG – WEINWISSER ALS MEDIENPARTNER DABEI, 9.-11. JUNI 2018, WIENER HOFBURG

Seit 20 Jahren ist die VieVinum der Weinevent Österreichs. Seit 1998 findet alle zwei Jahre im historischen Rahmen der Wiener Hofburg ein Get Together der Österreichischen Weinszene statt, zu dem zahlreiche Fachbesucher und Weinfreunde aus der ganzen Welt anreisen. Die Veranstalter von MAC Hofmann und die Österreich Wein Marketing erwarten für die VieVinum 2018, die vom 9-11. Juni stattfinden wird, neben den Besuchern aus Österreich rund 900 ausländische Händler, Gastronomen und Journalisten. Österreich hat sich in den vergangenen 20 Jahren mit der VieVinum einen Fixplatz auf der Bühne der  internationalen Weinmesse erarbeitet und wird von vielen Profis als die am besten organisierte Weinmesse weltweit betrachtet.

Der Schwerpunkt bei den rund 550 Ausstellern liegt naturgemäß bei den österreichischen Weingütern aus Wien, Niederösterreich, dem Burgenland und der Steiermark. Als Gastland konnte zum 20jährigen Jubiläum die Schweiz gewonnen werden. Als Ehrengast wird der britische Bestseller-Autor in Sachen Wein Hugh Johnson zur Eröffnung der VieVinum erwartet. Ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Verkostungen und Präsentationen ist ebenfalls besuchenswert.

Als besonderen Service unterstützt die VieVinum Besucher mit zahlreichen Angeboten für die Anreise, Aufenthalt etc. Alle Infos inklusive Kartenvorverkauf, VIP-Führungen, etc. auf www.vievinum.at. Für Fachbesucher wurden die Besuchszeiten an allen drei Messetagen auf 9.00-13.00 Uhr erweitert.

WEINWISSER IST ALS MEDIENPARTNER DABEI UND WIRD BERICHTEN!

VieVinum 2018

9.-11. Juni 2018, Wiener Hofburg

Öffnungszeiten täglich 13.00-18.00 Uhr, Fachbesucher & Presse 9.00-13.00 Uhr

Tickets:          Tageskarte €55,-, Vorverkauf €45,- vievinum.at/tickets, Dauerkarte € 100,-

Hotel- und Reisebuchungen: www.mondial-reisen.com/vievinum

Info: www.vievinum.at

Once-in-a-lifetime – 30 Jahrgänge Château Margaux

Das grosse Margaux-Spektakel – 30 Jahrgänge Château Margaux beim Rheingau Gourmet Festival

Von Giuseppe Lauria

Es war einer dieser Abende, die man als Wein- und Bordeauxliebhaber nicht vergisst. Erst recht nicht, wenn man feine gereifte Weine liebt. Eine dieser Weinproben, die zurecht als „Once-in-a-lifetime“ geadelt werden. Sieben Dekaden des legendären Château Margaux. Ein Mythos von Wein, der wie kaum ein zweiter für Eleganz und Finesse steht. Eine Delikatesse der Extraklasse – gekrönt von einem fabelhaften Gala-Dinner von Simon Stirnal. Alles an einem Abend, an einem Ort, im schönen Kronenschlösschen. WEINWISSER-Chefredakteur Giuseppe Lauria war bei diesem einzigartigen Festival der Superlative dabei und hat alle Jahrgänge ausführlich verkostet, beschrieben und bewertet.

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