Tessiner Genussgarantie: 20 Jahre Balino und Balin

Renè Gabriel schreibt diesen Artikel, also handelt es sich bei «Balino» und «Balin» sicher um Wein. Das müsste aber nicht unbedingt der Fall sein, denn surft man nach diesen beiden Begriffen im Internet, so gelangt man erst nach sehr langem Suchen zum Thema Wein.

Surfen in Sachen Balino

Bei Balino lotsen die diversen Suchmaschinen einen zuerst auf eine Bar-Lounge nach Stuttgart. In England könnte man Turbinen und Propeller unter dem gleichen Namen kaufen. An dritter Balino-Stelle driftet man wieder nach Deutschland ab und gelangt zu einer 12-Volt- Pendelleuchte. Weiter geht es zu Carlos Balino, einem verstorbenen kubanischen Politiker. Dann wird es sportlich: Es wird ein ehemaliger Basketballspieler, Enrique Balino Pavon aus Uruguay, genannt. Auf YouTube liefert eine Band namens Balino einen Musikclip (Kele Bu Ukwu). Auf nach Norwegen! Zu Beatriz Balino. Sie leitet die Administration der Universität in Bergen.

Beim nächsten Kontakt geht es um ein fünfjähriges Rennpferd namens Balino in Florida. Allerdings scheint der eher ein Verlierer zu sein, denn bei der Anzahl Fans ist die Ziffer Null zu sehen. Schliesslich kommt der Schiedsrichter Jorge Ignacio Baliño aus Brasilien ins Spiel. In Tschechien ist Balino eine Kartonfabrik. In Deutschland gibt es den adeligen Boxerhund Balino von Brömchen. Unter www.bike24.de wird gar ein Balino-Fahrradhandschuh (Art. 3101-354) angeboten.

Bei Balin zielen logischerweise sehr viele Informationen zum Film und Buch «Herr der Ringe». Balin war dort ein zwergischer Berater und gehörte zum Königshaus der Zwerge von Erebor. In Istanbul ist Balin ein Boutique-Hotel. Marty Balin wird das Gründer der amerikanischern Band «Jefferson Airplane». vermerkt. Balin, so ist u.a. auch zu erfahren, ist ein beliebter männlicher Vorname in Indien und Pakistan und bedeutet «mächtiger Soldat». Und vor lauter Herumsurfen gelangt man in Australien auch noch gleich zum Surfen selbst.

Dann endlich bieten erste Schweizer Weinhändler den Balin an. Das allmächtige Google lotst aber auf den ersten 10 offiziellen Seiten immer noch nicht auf das Weingut selbst. Fündiger wird man erst bei «verwandten Suchfragen zu Balin». Ein Klick – Bingo: http://www.cantinabarbengo.ch!

Schwupps landet man im Tessin. Genauer gesagt in Barbengo, westlich von Lugano. Die auf 370 Meter über Meer gelegene Gemeinde beheimatet weniger als 2000 Einwohner. Dazu gehört auch das Winzerehepaar Anna Barbara-Kopp von der Crone und Paolo Visini.

Sie luden zur grossen Vertikale aller produzierten Jahrgänge von Balino und Balin. Das ist zwar im Prinzip der gleiche Wein. Doch – nebst einer Namensänderung – gab es in dessen Evolution immer wieder kleine  Modifikationen. Nicht immer freiwillig, aber immer zum Besten vom heutigen Balin!

20 Jahrgänge von 1995 bis 2014

Für Winzer ist die Betrachtung der eigenen Weine über eine so lange Zeit wohl wie ein innerer Vorbeimarsch. In der Regel sind es Erinnerungen an gute wie auch schwierige Zeiten. Hier meine Retrospektive – von aussen betrachtet.

1995 Ronco Balino, Cantina Kopp von der Crone: Wenig gereiftes Weinrot, fein ziegelroter Rand. Leicht erdiges Bouquet, noch eine gewisse Süsse zeigend. Im zweiten Ansatz; helles Leder, frisch geschnittene Eierschwämmli, ausladend und noch intakt, wenn auch nur noch ganz minime Frucht (rote Pflaumen) zeigend. Im Gaumen metallische Textur und leider etwas ausgezehrt. Fazit; die Nase ist schöner als Gaumen.
15/20 vorbei

1996 Ronco Balino, Cantina Kopp von der Crone: Recht dunkles Weinrot, nur ganz wenig gereift. Liebstöckelkraut, Soyasauce tertiäre Aromatik zeigend. Im zweiten Ansatz Nelkengewürz, Bratensauce, dann doch eine gewisse Süsse von Dörrpflaumen vermittelnd. Im Gaumen immer noch unfertige, körnige Tannine zeigend, ein Hauch von Cayennepulver bleibt auf der Zunge zurück, eher kurzes Finale. Die ersten Oxydations-erscheinungen sind nach 10 Minuten praktisch verflogen und er bekommt so etwas Brunellohaftes! Heisst; überreife Nase, unterreifer Gaumen. Es bleibt also ein eher schizophrener Eindruck zurück. Erhaltener Food-Tessiner mit recht schönem «Restspassfaktor».
16/20 austrinken

1997 Balino, Cantina Kopp von der Crone: Mittleres Granatrot, stark aufhellender rubin-oranger Rand. Die Nase erinnert spontan an einen reifen Vosne-Romanée. Also hat das Bouquet durchaus eher burgundische Aromenkonturen, leicht fuchsig, bengalischer Rauch und Schokonoten. Im Gaumen noch intakt, fast cremig, man spürt immer noch das dahin schmelzende Fett des gereiften Merlots. Ein Riesenspass, leider in seiner Endreife. Er war früher besser. Dies weiss ich aus eigener Erfahrung. Aber er ist in verdienter Würde gereift.
17/20 austrinken

1998 Balino, Cantina Kopp von der Crone: Aufhellendes Weinrot, relativ grosser, feiner Reiferand. Offenes Bouquet, Pflümlitresterton, Wildleder, Moschus, Stielwürzaromen und getrocknete Pfefferkörner. Der letzte, nasale Eindruck erinnert wieder an Pflaumen, diesmal in Damassineform. Im Gaumen bleibt er sehr, sehr würzig, zeigt dabei erhaltende Muskeln in der restlichen Adstringenz, nachhaltiges Finale mit kaltem Rauch, getrocknete Heidelbeeren und Lakritze. Das ist eine Aromenbombe, welche auch heute immer noch zu beeindrucken weiss.
18/20 austrinken

1999 Balino, Cantina Kopp von der Crone: Mittleres, gereiftes Weinrot. Unglaublich würziges Bouquet, Rauchnoten, Zigarren, Cassisresten, Korinthen, Baumnüsse, burgundische Nuits-Würze, zeigt dabei eine spannende Tiefe, also kann man von der Nasenreflektion her absolut von Terroir sprechen. Im Gaumen genial, zeigt durch sein fein sandiges Extrakt einen gewissen Charakter. Im aromatischen Finale die typische Balino-Nobelbitterkeit aufweisend. Er hält noch ein paar Jahre durch.
18/20 austrinken

2000 Balino, Cantina Kopp von der Crone: Reifendes, dunkles Weinrot. Das Bouquet ist leicht überreif, lädt aber schön aus, zeigt leicht vegetale Konturen und ein Hauch von roter Paprika. Im Gaumen; ein Charmebolzen, cremige Textur, opulent und ausgeglichen, süsses, gebündeltes Finale. Erinnert etwas an den 1997er von seiner Grundform her. Ich hatte da schon bessere Flaschen. Aber auch diese reflektiert noch viel von seiner früheren Faszination. Im Prinzip ist dies ein gereifter Tessin-Conseillante, also viel Pomerol-Affinität aufweisend.
18/20 austrinken

2001 Balino, Cantina Kopp von der Crone: Deutlich gereiftes Weinrot. Eigenwilliges Bouquet, einerseits noch restliche Fruchtsüsse zeigend, andererseits Aromen von tomatigem Ratatouille. Im zweiten Ansatz; Dörrfeigen, Rosinen und sogar Spuren von Honig im mittelhellen Malz, sowie dominikanischer Tabak. Im Gaumen mit berauschender Süsse, diese kommt aber auch deutlich von den gerösteten Barriques und so endet der Wein mit Brotkruste, Caramel und Pralinen, in Finale leicht antrocknend. Mehr sexy wie gross. Aber das kann ja zwischendurch auch Mal egal sein.
17/20 austrinken

2002 Balino, Cantina Kopp von der Crone: Die Farbe wirkt noch erstaunlich jung; nur leicht gereiftes Rubin. Geniales Nasenbild, ein Hauch mit Zimt bestreutes Marzipan, helle Milchschokolade und Camel, dahinter findet man eine fein stielige Terroirwürze, es sind auch cereale Noten (getrockneter Hafer) mit dabei. Im Gaumen von simpler Schönheit,  saftig und homogen. Das war ein sehr schwieriger Jahrgang. Und genau hier zeigt dieser letzte Balino, (ab 2003 fehlte das «o» am Schluss des Wortes), seinen vollen Genussspass. Diese Behauptung mache ich aufgrund recht vieler «Liter-Erfahrungen»
mit diesem Wein. Bei verschiedenen Gelegenheiten – versteht sich.
18/20 austrinken

Warum der Balino sein O verlor

Die ersten zwei Jahrgänge hiessen Ronco Balino. Ronco kommt vom italienischen runcare. Was so viel  bedeutet wie roden. Heute ist Ronco aber vor allem im Tessin eine Ortsbezeichnung und somit logischerweise auf den Ort bezogen. Der Ronco Balino stammte ursprünglich ausschliesslich aus dem Rebberg in Sementina.

Durch einen übergreifenden Waldbrand wurden diese Rebberge im Jahr 1997 zu einem grossen Teil vernichtet. Somit war man gezwungen, eine Alternative zu schaffen. Da die Traubenquellen aus den Rebbergen aus Gorla ebenso vielversprechend waren, kam es zum gebietsübergreifenden Blend für die Folgejahre.

Bei einer Kellerkontrolle fragte dann der Experte, wie es zum Namen Balino gekommen sei. Dabei wurde zwar festgestellt, dass es eine Grundbuchbezeichnung für Balino gab, aber keine geografische Kartei. Das sei eine arge Kundentäuschung, wurde kritisiert, denn die für den Wein verwendeten Trauben stammten nicht ausschliesslich aus der genannten Region.

Also entschied man, das «O» am Schluss des Namens wegfallen zu lassen. Es half nicht, Balin sei immer noch zu nahe am ehemaligen Begriff Balino, reklamierte der Kantonschemiker. Nein – das sei ganz und gar nicht so, kam die Kopp-Begründung. Balin sei ein Fantasienamen und beziehe sich auf eine kleine Bocciakugel und diese sei schliesslich silhouettenhaft auch auf dem neuen Etikett abgebildet. Ende der Diskussion! Der Amtsschimmel hatte eine Maus geboren… Heute tragen alle Weine der Cantina Barbengo  Fantasiebezeichnungen. Aus Schaden wird man ja bekanntlich klug…

2003 Balin, Cantina Kopp von der Crone: Noch jugendliches Rubin-Granat. Traumhaftes Bouquet, viele reife Damassine-Pflaumen, ein Hauch Grenadine, Rosinen und Korinthen (es war ein heisses Jahr…), kalter Hagebuttentee. Er öffnet sich eher langsam und wirkt fast noch etwas reduktiv zu Beginn. Im Gaumen stoffig, satt, fein kernige Textur, noch mehliger Fluss, Wirkt noch jung. Er hat nicht eine besondere Tiefe, zeigt aber, dass er sein Reifepotential noch nicht ganz ausgeschöpft hat. Oder wirkt er ganz einfach etwas unfertig und bleibt für die nächste Zeit genau so? Eine zweite Flasche war länger geöffnet und hier war der Charme besser zur spüren, also etwa eine halbe Stunde Dekantieren. Wer hat!
18/20 trinken

2004 Balin, Cantina Kopp von der Crone Visini: Noch sehr intaktes Weinrot, also nur wenig gereift. Geradliniger Ansatz, unglaublich frisch, florale Würze, rotes Cassis, Brombeeren, helle Hölzer, Tabaknuancen, alles verpackt mit einer feinen, filigranen Würze. Im Gaumen samtig, eingebundene Säure und runde Tannine, geniale Balance, sehr aromatisches, erhabenes Finale. Weitere fünf Jahre Genussgarantie – mindestens. Hier stimmt einfach alles. Bravo!
18/20 trinken

2005 Balin, Cantina Kopp von der Crone Visini: Sehr dunkles Granat-Purpur, ganz feiner Rand aussen. Dichtes Bouquet. Konzentriert Pflaumenschalen, kalter Rauch, schwarze Pfefferkörner, dunkle Brotkruste. Im Gaumen noch jung verlangend, die Säure ist noch nicht im Extrakt integriert und vermittelt so eine stoische Strenge. Wird eher ein Foodwein bleiben also ein idealer Begleiter für noble Tessinergerichte.
17/20 trinken

2006 Balin, Cantina Kopp von der Crone Visini: Mittleres Granat, aufhellend. Verführerisches Bouquet, Cassisresten, Jostabeerenstängel, Zedern, ein Hauch von Geraniol, also dezent unterreifer Traubengut. Im Gaumen satt, fleischig, vor allem auch stoffig. Ein sehr harmonischer Wein der zu gefallen weiss. Scheint jetzt just auf dem Punkt zu sein! Dies dürfte – mit ganz grosser Sicherheit – einer der allerbesten Tessiner-Weine dieses Jahrganges sein!
18/20 trinken

2007 Balin, Cantina Kopp von der Crone Visini: Immer noch leuchtendes Rubin-Purpur. Ein Trambouquet, voll von Cassis und Brombeeren, dahinter Lakritze, Pflaumen, gebunden und mit einem beeindruckenden Power in der Nase ausgestattet. Er begeistert von der ersten Sekunde weg in der Nase. Im Gaumen cremig, dicht, sensationell balanciert und mit einem sehr druckvollen Finish ausgestattet. Hier stimmt alles und er gehört somit zu den ganz grossen Merlot’s in diesem ebenso grossartigen Tessinerjahr. Ich brachte es nicht übers Herz die Probe zu spucken. Und bei dieser Verkostungsnotiz wird das hoffentlich wohl auch verständlich sein. Zehn weitere Jahre Genussgarantie!
19/20 trinken

2008 Balin, Cantina Kopp von der Crone Visini: Deutlich aufhellendes Granat, noch wenig nicht gereift. Kühles, leicht ätherisches Bouquet, frisch zerdrückte, tasmanische  Pfefferkörner, floral und auch – in gewisser Weise – etwas blumig, ein Hauch von rotem Capsin im zweiten Ansatz zeigend. Im Gaumen saftig, auch hier eine leicht reservierte, zurückhaltende Note zeigend, noch ganz dezent aufrauhend, weil die Säure noch nicht ganz integriert ist. Eher als Essbegleiter zu empfehlen. Dies obwohl er, vom Körper her, eher mittelgewichtig ist.
17/20 trinken

2009 Balin, Cantina Kopp von der Crone Visini: Aufhellendes Granat-Rubin. Eine nasale Bombe, buttrig, Caramel, helles Malz, Gianduja-Schokonote, fast schon üppig mit seinem bulligen Ansatz. Im Gaumen schier  «übercremig», also opulent, zeigt runde,  geschmeidige Tannine, welche sich zeigen. Im Gaumen gross und irgendwie easy zugleich. Ein Winner-Kompetitions-Wein, der eine breite Masse zu begeistern weiss. Und auch die Kenner. Hier muss man auf nichts mehr warten – ausser auf die nächste Gelegenheit! Im Gegensatz auf die zwei früheren und die folgenden Jahrgänge hat man hier auf den sonst bereits üblichen, klitzekleinen Cabernet-Sauvignon-Anteil verzichtet.
18/20 trinken

Fusionspartner Arinarosa

Der Merlot bleibt Trumpf im heutigen Balin. 2000 kam erstmals ein kleines Quäntchen Arinarnoa mit in den Blend. Der Arinarnoa wurde übrigens vom Franzosen Pierre Marcel Durquety im Jahr 1956 entwickelt und entstand aus einer Kreuzung von Merlot und Petit Verdot.

Diese Traube sei bei einer Sortendegustation in Cadenazzo vorgestellt worden und hätte sie, so Anna-Barbara Kopp von der Crone, von Beginn weg fasziniert, heisst es «Das könnte was werden an Toplagen», hätte sie sich gedacht. Wichtig ist allerdings, dass der Ertrag sehr niedrig gehalten werde, um ihn richtig ausreifen zu lassen.

Von der Grundhaltung her weist der Arinarnoa viel Tannine und eine fordernde Säure auf. Um ihm ein wenig die Kanten zu schleifen, baut man ihn in Barriquen aus, welche aus kaukasischer Eiche bestehen. Das istein idealer Sparringpartner, um ihn für den Blend mit dem Merlot vorzubereiten.
2010 Balin, Cantina Kopp von der Crone Visini: Aufhellende Farbe, deutlich weniger dunkel als die sonstigen Jahrgänge. Rote Johannisbeeren, feine Röstnoten, rote Pfefferschote und ein Hauch von Paprikapulver, wirkt burgundisch im Ansatz. Also hat er eine gewisse Pinot-Affinität. Im Gaumen frisch, präsente Säure. Er ist noch jung und etwas ungestüm, leicht sehnige Charakter. Er muss noch etwas die Säure integrieren, bleibt aber tendenziell eher im mittelgewichtigen Bereich.
17/20 trinken

2011 Balin, Cantina Kopp von der Crone Visini: Dunkles tiefes Rubin, satt in der Mitte. Geniales Bouquet viel rote, und blaue Früchte, Cassisnuancen, Rosenduft, direkt und erfrischend. Alles ist verpackt mit einer traumhaften Süsse. Im Gaumen satt, stoffig, zeigt eine tolle Konzentration und noch viele Reserven in der Garantie abgebenden Adstringenz. Die Tannine sind aber reif und haben sich schon deutlich mit dem Rest harmonisiert. Er ist nicht so laut wie der 2009er aber irgendwie «intelligenter». Mir hat er, wie schon beim allerersten Kontakt, ganz gewaltig gefallen. Da wird  mindestens 15 Jahre Garantie geliefert!
19/20 trinken

2012 Balin, Cantina Kopp von der Crone Visini: Mitteldunkles Granat, rubiner Rand. Offenes Bouquet, Fliedernoten, Himbeeren, Cassisanflüge, filigran und elegant im Ansatz. Gibt sich erstaunlich zugänglich. Im Gaumen cremig, weich und samtig, die Textur hat verloursartige Konturen, gebündelt. Wird schon früh zu gefallen wissen und fängt eigentlich jetzt schon damit an. Und trotzdem ist er erst in den Startlöchern und wird vielleicht noch für eine Überraschung sorgen. Ein grossartiger Spassmacher. Er zeigt viel weiniges Tessin und das ist bei weitem nicht abschätzige gemeint. Martin Kilchmann, Wein-Chefredaktor von Falstaff Schweiz notierte: «Die pure Dezenz».
17/20 trinken

2013 Balin, Cantina Kopp von der Crone Visini: Fassprobe. Wir verkosteten den reinen Merlot. Also ist dies eine Momentaufnahme kurz vor der Assemblage. Dunkles Rubin-Violett. Florales, frisches, direktes Bouquet, Veilchennoten, Flieder, Brombeerenblüten und Cassis, wirkt dicht und ziemlich kompakt. Im Gaumen stoffig, feines Fleisch, gut stützende Säure, und doch recht weich vom Ansatz her. Schwer mit anderen Balin-Jahrgängen zu vergleichen durch seine eigenwillige, aber passende Säure. Sicherlich ein Wein der gut und problemlos reifen wird und eine langlebige Garantie vermittelt.
18/20 ab 2019

2014 Balin, Cantina Kopp von der Crone Visini: Fassprobe. Mittleres Rubin mit lila Reflexen. Das Bouquet zeigt Holundernoten, Preiselbeerenrelish, eine leicht marmeladige Frucht im ersten Ansatz zeigend. Der Gaumen zeigt Rasse, eine vife Säure, leicht säuerliches im Extrakt. Schwieriger Jahrgang, ziemlich guter Wein. Aber in diesem Stadium noch schwierig einzuschätzen. Anna Barbara und Paolo: «Das war ein schwieriger Jahrgang, der uns sehr viel Arbeit bescherte, aber wir sind glücklich damit!».
17/20 ab 2018

Schlusspunkt mit Balin-Geheimnissen

Die jährliche Produktion liegt zwischen 7’500 bis 10’000 Flaschen. Ausgebaut wird etwa 18 Monate in französischer Eiche. Die Barriquenlieferanten stammen aus Bordeaux, Burgund und… aus Cognac!

Short Facts Weingut:

Adresse: Cantina Kopp von der Crone Visini
Via Noga 2 / 6917 Barbengo – Schweiz
Tel. +41 (0)91 682 96 16 / info@cantinabarbengo.ch
Rebfläche: 7 Hektaren.
Rebberge: In Sementina, Gorla, Obino, Pedrinate und Barbengo.
Rebsorten: 70 % Merlot. Rest in Rot; Arinarnoa, Petit Verdot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc. Weisse Trauben: Chardonnay, Sauvignon blanc, Kerner und Viognier.
Preise: Von CHF 19 (Vigoria / Scalin) bis CHF 47 (Balin).

Beitragsfoto: Die Inhaber der Cantina Kopp

Text und Foto: René Gabriel


 

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