Coole Chilenen

Viele der interessantesten chilenischen Weine wachsen heute in kühlen Anbaugebieten entweder in Pazifiknähe oder sehr nahe bei den Anden oder weit im Süden des Landes. Leider interessiert sich der deutsche Handel nur selten für die finessenreichen und charaktervollen Top-Chilenen aus kühlem Klima, sonst wäre die hier vorgestellte Auswahl erheblich grösser.

Zu Beginn der Modernisierung des chilenischen Weinbaus etwa ab 1980 beschränkten sich die Kellereien vorwiegend auf die Lagen des heissen Valle Central und warmer Seitentäler. Erst etwa zwölf Jahre später wurde mit Casablanca die erste der aus Mangel an Wasser vorher nicht genutzten kühlen Regionen in Pazifiknähe erschlossen. Es folgten mittlerweile mit Hilfe moderner Brunnentechnik unter anderem die Regionen Leyda, San Antonio, Limarí oder Küstenregionen des Colchaguatales. Deutlich werden die Klimaunterschiede, wenn man in Betracht zieht, dass Chardonnay in Küstennähe drei Wochen später reift als im nur 70 km Luftlinie entfernten Valle Central.

Mit der Erschliessung neuer Anbauzonen wurde der chilenische Weinbau vielschichtiger, terroirbetonter und stärker auf kühle Lagen ausgerichtet. Damit und mit der gleichzeitigen Orientierung auf kargere Böden und Hanglagen kamen neue, mineralische und frische Stilistiken vor allem für Chardonnay, Pinot Noir, Syrah und Sauvignon Blanc hinzu. Einige Erzeuger konzentrieren sich auf höhere Lagen in Andennähe, wo in den Nächten herabfallende Kaltluft zu hohen Temperaturamplituden führt. Weit im Süden, wo lange nur einfache Qualität gesucht wurde, erkannte man in jüngeren Jahren das Potenzial unbewässerter alter Weinberge unter anderem aus den Sorten Carignan und Cabernet-Sauvignon.

Vorreiter dieser Suche nach neuen Lagen, neuen Stilen und betonter Charakteristik waren Erzeuger wie Morandé, Concha y Toro, de Martino, Undurraga oder Fournier. Kleinere, sehr qualitätsorientierte Erzeuger beschränken sich mittlerweile ganz auf ausgefallenes Terroir. Leider sind diese Spezialitäten selten in Deutschland erhältlich. Wir beschränken uns hier auf Weine, bei denen zumindest der Erzeuger über einen Importeur in Deutschland verfügt.

Casa Silva

Familienbetrieb im eigentlich sehr warmen Colchaguatal mit dem angesehenen Önologen Mario Geisse; aber mit grossem Anteil eher kühler Weinberge in Andennähe und in der Küstenregion Paredones (D. Bührmann, Moers).

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2012 Sauvignon Blanc Paredones «Cool Coast» Colchagua: Reife Traubennote, leichte Exotik, nicht aufdringlich, hat fast etwas von Riesling, recht leicht in der Geschmacksmitte wirkend, doch schöne Mineralität im Finale, gute Frische, sehr gekonnt, hat noch Zeit, 12,99 €.
16+/20 –2016

Casas del Bosque

Vor etwa 20 Jahren gegründetes Weingut im Casablancatal, das sich von eher durchschnittlichen Qualitäten mit zunehmendem Rebalter zu einem der besten Erzeuger des Tales entwickelt hat.

2009 «Estate Family Reserve», Casablanca: 91 % Syrah, 9 % Pinot Noir, duftiger Roter mit leichter Pfeffernote, aber auch cremig-weichen Aspekten von rotem Fruchtsaft schon in der Nase; cremig-würzig im Mund, spürbare, noch etwas abseits stehende Säure im Finale.
16+/20 –2020

2012 Chardonnay «Gran Reserva» Casablanca: Cremig-nussiges Aroma mit einem Hauch Zitrus und grüner Banane, saftig-voll im Mund, hervorragende Säurestruktur, die sich langsam zeigt und frisch im Finale endet, anhaltend.
17/20 –2018

Concha y Toro

Unter den Top Ten der weltweit grössten Weinproduzenten, über 10.000 Hektar eigene Weinberge; herausragendes Önologenteam; gute Qualität bei Markenweinen, in der Spitze Weltklasseleistungen mit mindestens einem halben Dutzend Weinen wie «Don Melchor» oder «Carmín de Peumo»; seit Jahren konsequente Entwicklungsarbeit bei der Terroiranalyse und Erschliessung neuer, hochwertiger Lagen; weitere Erzeuger der Gruppe oder der Familie Guilisasti: Cono Sur, Maycas de Limarí, Palo Alto, Emiliana, Trivento (Argentinien), Fetzer (USA) u. a.

2012 Chardonnay «Marquez de Casa Concha», Limarí: Der früher sehr holzbetonte Chardonnay aus der Klassiker-Serie «Marqués …» stammt jetzt aus dem weit nördlich gelegenen Limarí, macht nur wenig Säureabbau, hält den Holzausbau ganz im Hintergrund und schmeckt erheblich frischer, lebendiger: feinste, zarte Aromen von Lychee, gelben Früchten und frischen Kräutern; im Mund rund, fruchtig, weich, feine, lange Säure, ca. 17 €.
17/20 –2018

2012 Sauvignon Blanc «Terrunyo» Casablanca: Grossartiger Sauvignon mit perfekter Verbindung von frischen Aromen, reifen exotischen Früchten und salziger Mineralität, stilvoll-langes Gesamtkunstwerk, dem es auch gelingt, prägnanten Charakter mit Harmonie zu verknüpfen, ca. 25 €.
17+/20 –2016

2012 Chardonnay «Amelia» Casablanca: Seit diesem Jahrgang stammen die Trauben für den Top-Chardonnay des Hauses aus einem noch etwas kühleren Weinberg mit Granit und Tonböden; Barriqueeinfluss noch zu spüren, daneben Karamell, reife Birne, grüne Walnuss; öffnet sich im Mund grossartig mit kräuterigem Charakter, wird zum Finale hin immer feiner, braucht noch Zeit. Ca. 25 €.
18/20 –2020

Cono Sur

Tochterunternehmen von Concha y Toro mit Ökoanbau und Stärken bei Sauvignon Blanc, Merlot und Pinot Noir.

2011 Pinot Noir «Ocio» Casablanca: Der beste Pinot Noir des Hauses zeigt das Potenzial kühler chilenischer Lagen für die edle Sorte: weiche, samtige Harmonie, dunkle Kirschen, rosinige Würze, im Mund recht ausladend, satt und reif. Ca. 45 €.
16/20 –2020

2012 Sauvignon Blanc «Reserva Especial» Casablanca: Aromatisch genau auf den Punkt getroffen: sehr gelungenes Changieren zwischen Exotik und grünreifem Stachelbeerduft, elegante Sauvignonart mit leichter Holznote im Mund, perfekt eingepasste Säure, elegantes Zitrusfinale. Sensationell preisgünstig. Ca. 10 €.
17/20 –2016

De Martino

Grosser Familienbetrieb in Isla de Maipo; der hervorragende technische Leiter Marcelo Retamal treibt das ökologisch arbeitende Weingut von Innovation zu Innovation; viele Initiativen und Untersuchungen zu detaillierter Terroirarbeit auch in kühlen Lagen; starke Reduktion des Barriqueausbaus bis zu völligem Verzicht, dafür Rückkehr zu grossen Holzfässern; grosse Anzahl von Spitzenweinen aus Einzellagen in mehreren Regionen.

2012 «Viejas Tinajas», Maule/Itata: 61 % Cariñena, 39 % Cinsault, nur 2.000 Flaschen, in alten Tonkrügen ausgebaut, leicht reduktiv, dunkle Beeren, bekommt mit Luft Aschenote, Tannine formieren sich, erstaunliche Entwicklung im Glas, wird sehr interessant nach 20 min, bekommt Struktur, dunkle Fruchtnoten plus Tannin.
15+/20 –2018

2011 «Single Vineyard Limavida», Maule: 90 % Malbec, Cabernet Sauvignon, Carignan, alter gemischter Satz in Weinberg aus 1945 ohne Bewässerung, nur im grossen Holzfass ausgebaut; zarte, aber dunkle Beerenfrucht mit einem Hauch Menthol, im Mund saftig-fruchtig, Tannine noch jugendlich-grob. Ca. 25 €.
16+/20 –2020

2011 Chardonnay «Single Vineyard Quebrada Seca», Limarí: Alluvialböden mit hohem Kalkanteil, in gebrauchten Barriques vergoren, danach 2 Jahre im 5000-l-Fudre; bezaubernde Papayanote, auch leicht Haselnuss und reife Melone, im Mund straff und salzig, nobles Zitrusfinale. Ca. 24 €.
17/20 –2018

2012 Chardonnay «Single Vineyard Quebrada Seca», Limarí: Tankvergoren, danach 14 Monate in Fudre; wildes Aroma mit einer Mischung aus grosser Traubenreife (Honig, reife Birne) und sehr mineralischen Aspekten, erinnert an sehr guten Weissburgunder, ca. 24 €.
17/20 –2019

2011 «Single Vinyard Alto los Toros», Elqui: 85 % Syrah, 15 % Petit Verdot, 2000 m hoch gewachsen, höchster Weinberg Chiles, 2005 gepflanzt; Duft von wilden Kräutern, frischem Knoblauch und schwarzem Pfeffer, auch im Mund wild und würzig; im fruchtigen Finale noch Holztannine spürbar, braucht Zeit. Ca. 25 €.
17/20 –2022

2011 Sauvignon Blanc «Single Vinyard Parcela 5» Casablanca: In gebrauchten Barriques ausgebaut, zartgrünes, feines Aroma, das nicht unreif wirkt, pikante Kräuternote, im Mund lebendig, fast prickelnde Mineralik, pikantes Finale. Ca. 24 €.
17/20 –2016

El Encanto

Kleines, hoch gelegenes Weingut der Familie Valenzuela am Andenrand im Alto Cachapoal mit nur einem Wein.

2012 «El Encanto» Cachapoal: Leichte Eukalyptusnote, Kirsche, etwas typische Kartoffelschale des Carmenere, wirkt reif, im Mund weich und insgesamt eher «klassisch chilenisch» als kühl gewachsen; Barrique im Finale spürbar. 16,90 €.
15+/20 –2018

Emiliana

Gehört der Familie Guilisasti; ursprünglich gegründet als preiswertere Tochtergesellschaft von Concha y Toro; inzwischen mit fast 1000 ha eigenen Weinbergen in verschiedenen Anbauregionen weltweit grösster biodynamischer Erzeuger; sehr konsequente Umsetzung des Nachhaltigkeitsgedankens in allen Bereichen.

2013 Signos La Vinilla, Casablanca: 68 % Chardonnay, 13 % Roussanne, 7 % Marsanne, 12 % Viognier, 90 % des Weines 6 Monate im Barrique, 10 % im Betonei ausgebaut; sehr harmonische Sortencuvée, saftige Nussnoten, reife gelbe Früchte, ein Hauch Honig, vanilliges Holz noch deutlich spürbar, cremiger Mundeindruck, gute Säure. 13,50 €.
16/20 –2018

2013 Viognier «Novas» Casablanca: 90 % im Tank, 10 % im Barrique vergoren; sehr schönes Aromaspiel von Honig, Kräutern und Birne; im Mund rund, warm und zugänglich, erinnert an sehr guten Grauburgunder. 11,50 €.
16/20 –2016

2012 Syrah «Signos de Origen», Casablanca: Pfeffrig-reif und dunkelfruchtig, frische Pflaume, sehr fein eingebundenes Holz, sehr gelungene Verbindung von Reife und Frische aus kühler Lage, auch im Mund tiefe, dunkle und reife Pflaumenfrucht, sehr mild und weich im Mund, reifes Fruchtfinale. 14,95 €.
16+/20 –2019

Errazuriz

Einer der chilenischen Klassiker im Besitz der Familie Chadwick, vor 150 Jahren im Aconcaguatal gegründet und immer noch dort beheimatet, inzwischen in mehreren Regionen tätig, unter anderem im der neu erschlossenen kühlen Teilregion Aconcagua Costa nur 12 km von der Küste entfernt mit Schieferfelsen unter einer Ton-Sand-Auflage.

2011 Chardonnay, Aconcagua Costa: Frischer und lebendiger Fruchtausdruck, sehr spielerisch im Aroma mit zartgrünen und mineralischen Elementen, im Mund weich, zugänglich und fruchtbetont, lebendige, jung wirkende, vielschichtige Frucht bis ins Finale.
16+/20 –2018

2012 Carmenere «Arboleda», Aconcagua Costa: Seltener Fall eines kühl gewachsenen Carmenere; erstaunlich frische dunkle Kirsch- und Cassisfrucht ohne Grüntöne, fast zart und lebendig, unkompliziert. 12,50 €.
15+/20 –2019

Fournier

Dreiländerprojekt (Spanien, Argentinien, Chile) des ehrgeizigen und qualitätsversessenen Spaniers José Manuel Ortega, in Chile mit aufregenden Weinen aus unbewässerten alten Anlagen im Mauletal sowie sehr kühlen Lagen in Leyda; nicht nur im Vergleich zu anderen Chilenen ungewöhnlich markante, fast «anstrengend» charaktervolle Spitzenweine.

2011 Sauvignon Blanc «Alfa Centauri», Leyda: Neben einer Komposition von Melonen, grüner Birne, Passionsfrucht, Feuerstein, frischem Teig und Lychee fast zudringliche Mineralik, anstrengend-charaktervoller Wein; im Mund dagegen überraschend weich und harmonisch, unbedingt dekantieren. 19,95 €.
17+/20 –2018

2009 «Alfa Centauri», Maule: Aus unbewässerten, wurzelechten Anlagen; dunkel, fast tintig, im Aroma feinsäuerliches Cassis, frisches Leder, Schattenmorellen; im Mund sehr konturiert, dicht, aber nicht fett, wild wie ein ungezähmtes Rassepferd, schwierig. 34,50 €.
17/20 –2022

2009 «O. Fournier», Maule: Die gezähmte, nun rassig-edle Version des Alfa Centauri, ebenfalls aus unbewässerten, alten und wurzelechten Weinbergen: Zeder, dunkle, aber tanzend-lebendige Beerenfrucht, auch rote Kirsche, Tabak, sehr jugendlich, erinnert an hochwertigen Ribera del duero, noble Struktur, spielerisch auf der Zunge, sehr lang, fruchtig-reifes und einen Hauch zu sattes Finale. 69 €.
18+/20

Matetic

Auf Weine aus kühlen Lagen spezialisiertes, kleines Weingut im Leydatal.

2011 Pinot Noir «EQ» San Antonio: Sehr klares Burgunderaroma mit viel Kirsche, Fruchtsüsse und einem Hauch Leder, im Mund weich und zugänglich, samtiges Fruchtfinale, für europäische Verhältnisse vielleicht etwas eindimensional. 11 €.
16/20 –2018

2011 Chardonnay «EQ», San Antonio: Fast anstrengende Mineralität, Birne, Feuerstein, grüne Nüsse, im Mund konturiert, aber reif, viel Persönlichkeit – der neue chilenische Stil. Ca. 30 €.
17/20 –2019

2011 Syrah «EQ» San Antonio: Kühle, pfeffrige, fast ungezähmt wilde Art, frisches Wildfleisch, dunkle Waldbeeren, Pfeffer, lang, unbedingt dekantieren, gewinnt mit Luft erhebliche Finesse. Ca. 30 €.
17/20 –2022

Maycas de Limarí

Tochtergesellschaft von Concha y Toro im kühlen, nördlich gelegenen Limarí-Tal in unmittelbarer Küstennähe, sehr charaktervolle, mineralische Weine von alkalischen Granitböden.

2010 Chardonnay «Rerserva Especial», Limarí: Provozierend strenge Version von fast harter Mineralik, frischem Teig, grünem Spargel, grüner Banane, im Mund konturiert, dabei aber im Grundsatz reif, sehr ungewöhnlicher Charakterwein. Ca. 19 €.
16+/20 –2020

2010 Chardonnay «Quebrada Seca», Limarí: Mustergültig geschliffene Version des mineralisch-strengen, grossartig frischen Chardonnay aus dem Limarítal; grünfruchtig, lebendig, charaktervoll, sensationeller, unverwechselbarer Stil. Ca. 26 €.
17+/20 –2020

Montes

Ende der 80er Jahre gegründetes Weingut unter Führung des Önologen Aurelio Montes, mittlerweile einer der grössten Produzenten Chiles mit sehr grosser Stilvielfalt von klassischen Chilenen aus heissen Lagen und kühl gewachsenen Weissweinen.

2013 Sauvignon Blanc «Lim. Sel.», Leyda: Sehr duftig, nahe am Aroma der Scheurebe, sehr klar und straff, frischgrüner Eindruck von Stachelbeere und etwas Cassis, lebendiges Zitrusfinale. 11 €.
15+/20

2013 Sauvignon Blanc «outer limits», Colchagua: Nur 7 km von der Küste bei Zapallar auf Granitböden gewachsen, sehr schöne Mineralik und Stachelbeerfrische, schönes Spiel zwischen reifen und lebendig-frischen Aromen, elegantes, spielerisches Mundgefühl, anhaltend stachelbeerig. 18 €.
16+/20 –2016

Montgras

Ursprünglich klassischer Colchagua-Erzeuger der Familie Gras, mittlerweile erheblich gewachsen und auch in anderen Tälern tätig.

2013 Sauvignon Blanc «Amaral», Leyda: Typischer, angenehmer, gut gemachter New-World-Sauvignon mit zart grünlichem Aroma, mittlerem Körper, schöner Länge, unkompliziert. 10 €.
15/20 –2015

Morandé

Von dem Önologen Pablo Morandé im Jahr 1996 gegründete Kellerei, die heute zur Grupo Belen gehört und in mehreren Regionen tätig ist; Pablo Morandé gilt als der «Entdecker» der Region Casablanca.

2012 Chardonnay «Gran Reserva» Casablanca: Im Foudre ausgebaut, schöne Exotik, etwas Ananas, gute Cremigkeit, lang, angenehme Säure. 12 €.
15/20 –2016

2010 Carignan «Ed. Limit.», Loncomilla: Zauberhafte Fliedernote, Blaubeere, zart, feiner, eleganter Körper, lang, frische Säure, ca. 20 €.
16/20 –2020

2010 Carignan «Vigno», Maule: Aus unbewässerten alten Carignan-Weinbergen, floral (Veilchen, Flieder) und zart, blütig, grosse Eleganz und Feinheit, flirrende Säure im Finale, mustergültiger Carignan. Ca. 18 €.
17/20 –2018

Santa Rita

Eine der drei grössten Kellereien des Landes mit der bekannten und in ihrer Kategorie guten Basislinie «120»; Weine aus allen Regionen Chiles, frühzeitig auf moderne Sauvignon Blanc spezialisiert.

2012 Chardonnay «Medalla Real», Leyda: 100 % barriquevergoren ohne Säureabbau, 9 Monate in 50 % neuem Holz; klassischer Bourgogne-Stil, leicht hefig, viel Holz, frischer Teig, viele Tertiäraromen, im Mund dann sehr exotisch-gelbfruchtig, Mango, etwas Streichholz im Finale, gute Säure. Ca. 17 €.
17/20

2013 Sauvignon Blanc «Medalla Real», Leyda: 20 % barriquevergoren, grossartige virile Art, mit exotischen, mineralischen und kräuterig-grünen Aromen; spielerisches Mundgefühl mit viel Mineralität, mustergültig gelungener Sauvignontyp. Ca. 17 €.
17+/20 –2018

Tabalí

Pionierunternehmen des Limarítales, spezialisiert auf höherwertige Weine aus kühlen Lagen.

2012 Chardonnay «Talinay», Limarí: Extreme Verbindung von Exotik, Haselnuss, grünen Früchten, Zitrus und Mineralik, komplexer, anstrengender Charakter, insgesamt sehr frisch und lebendig, sensationeller Wein. 19,95 €.
18/20 –2020

Undurraga

Eines der ältesten und grössten Wein-Unternehmen Chiles; in jüngeren Jahren nach erheblichen Investitionen wieder auf neuestem Stand der Technik, viele Neupflanzungen in kühlen und kargen Lagen, Weinserie mit Einzellagenweinen T. H. («terroir hunter»).

2013 Sauvignon Blanc «T.H. Lo Abarca», San Antonio: Gedeiht auf lehmigem Ton und Granit 4 km vom Pazifik; schiesspulverige Mineralik, kühl, streng, im Mund pikant, im Finale etwas karg. Ca. 20 €.
16/20 –2016

2013 Sauvignon Blanc «T.H. Leyda», Leyda: Wächst auf lehmigem Ton, etwas wärmer als San Antonio; feinmineralische Exotik, leicht grüne Aspekte im Aroma, im Mund zunächst schlank, dehnt sich im Mittelteil aus, im Finale wieder mineralisch. Ca. 20 €.
16+/20 –2016

Ventisquero

Ende der 90er Jahre aus dem Boden gestampftes Projekt eines wohlhabenden Chilenen, der innerhalb von 2 Jahren in einem kühlen Teil des Maipotales über 1000 ha neu pflanzte, neue, hochmoderne Grosskellerei, breites Spektrum von Weinen bis hin zu Spitzencuvées.

2011 Pinot Noir «Grey Single Block», Leyda: 6 km von der Küste entfernt gewachsen, sehr fleischiges Aroma, auch etwas Orangensaftnote, typische, reife Pinotfrucht, nicht zu schwer im Mund, eleganter Stil. 16 €.
16/20 –2020

2012 Chardonnay «Grey Single Block», Casablanca: Aus den kühlsten küstennahen Lagen des Tales, 100 % in franz. Eiche vergoren, im Aroma dominieren die frischen, grünfruchtigen, aber reifen Aromen, auch grüne Kräuter, im Mund fein, zartcremig, lang, reife, elegante Säure. 16 €.
17/20

Beitrag und Foto: Jürgen Mathäß

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