Toskana 2011: Ziemlich gut bis gigantisch!

Er kam sah und siegte! Der Masseto gehört zu den Superstars vom genialen Toskana-Jahrgang 2011. Aber auch sein Bruder Ornellaia und Elisabetta Geppetti’s Saffredi sind in der gleichen Liga. Diese drei Maremma-Crus erreichten alle 20-Punkte!

Es war ein fordernder Degustationsmarathon, welcher da in Sugiez am Murtensee stattfand. Mehr als 60 Weine wurden entkorkt, in 12 Serien eingeschenkt und dann jeweils konzentriert verkostet. Rund 400 Minuten volle Aufmerksamkeit war von den Degustatoren gefordert. Und so mancher kam an seine Grenzen. Der Gabriel inklusive.

Man kann aber einen Marathon nur gewinnen, wenn man in jeder Phase seine Kondition spielen lässt. So gab ich jedem Wein bis zum Schluss seine gebührliche Chance im richtigen Licht zu stehen.

Die Ausbeute lässt sich sehen und es steht fraglos fest, dass es sich beim 2011er um einen ganz grossen, überall gelungenen und zuverlässigen Toskana-Jahrgang handelt. Einer mit Saft und Kraft. Mit angenehmen Tanninen. Sofern die Winzer nicht die Extraktionsgrenze überschritten.

Und es gab nur wenige überröstete, respektive zu eichenlastige Säfte. Also auch hier ist – in fast allen Fällen – die Vernunft der holzigen  Kokettierung gewichen.

Und es gibt weitere, finanzielle Erkenntnisse dieser ziemlich umfassenden Jahrgangs- und Regionenanalyse: Alle teuren Weine sind bei den Besten dabei. Und die Günstigeren sind, wie erwartet gut (15/20) oder sehr gut (16/20).

Die spannendste Kategorie ist die «goldene Mitte». Hier gibt es Weine, welche zu teuer sind. Und andere, welche für deren Preis mehr, bis wesentlich mehr bieten, als diese kosten.

Resultierend aus dieser Einsicht kann man ein paar sensationelle Kauf-Must’s eruieren, welche mit grösster Wahrscheinlichkeit noch im Markt zu finden sind.

12 Quercegobbe oder 1 Masseto?

Die Rechnung ist schnell gemacht; sie können fürs gleiche Geld ein Dutzend Flaschen vom fantastischen 2011er Quercegobbe von Petra kaufen oder eine Bouteille Masseto. So oder so – Sie kaufen da Merlot vom Besten…


René Gabriels Best Buys

René Gabriel in Aktion

René Gabriel (vorne) bei der Verkostung des 2011er

1. 2011 Quercegobbe, Azienda Petra

2. 2011 Il Pino di Biserno

3. 2011 Cepparello, Isole e Olena

4. 2011 Paleo, Le Macchiole

5. 2011 Tignanello, Antinori

6. 2011 Le Pergole Torte, Montevertine

7. 2011 Luce della Vite

8. 2011 Guado al Tasso, Antinori


Wie einordnen: nach Blend, alphabetisch, nach Regionen oder Rebsorten?

Degustieren geht in der Regel schneller wie den Bericht fertig zu stellen. Nach zwei Stunden gab ich es auf. Ich fand keinen nach-vollziehbaren Raster, um diese unglaublich vielen, spannenden Weine einzuordnen.

Also entschied ich mich, alles so zu belassen und die Weine so zu publizieren, wie ich diese verkostete. Ein sympathisches Durcheinander ist oft spannender wie eine simpel nachvollziehbare, übersichtliche Rangliste.

Auch habe ich keine digitalen Prozent-Angaben recherchiert, wenn es darum ging, wie sich die Anteile der verschiedenen Rebsorten bei einem Blend zusammensetzen.

Die Angaben sind da. Und die Reihenfolge entspricht den Proportionen. Der grösste Anteil immer zuerst. Wenn nur Merlot steht, dann ist es ein 100%iger Merlot. Logisch!

Bleiben wir gleich noch schnell beim Merlot. Da waren unglaublich viele mögliche Siegerweine dabei. Und dies wird wohl noch ein paar Jahre so bleiben.

Wer aber Geduld hat und klassische Weine bevorzugt, der tut sich gut daran vom Jahrgang 2011 die Top-Sangiovese’s einzubunkern. Da bieten nicht wenige Weine in etwa 10 Jahren eine fraglos grossartige Genussgarantie.

Zwischen dem frühspassigen Merlot und dem geduldigen Sangiovese gibt es eine immer grösser werdende Vielzahl von extrem spannenden Blends.

Nicht zu vergessen der Paleo von Macchiole. Dieser 100 % Cabernet Franc ist eine geniale Toskana-Superspezialität. Wer hier schon einmal einen reifen Jahrgang verkosten durfte, weiss wovon ich schreibe.

Zusätzlich zu der grossen Toskana-Probe im Bären Sugiez, verkostete ich die Woche danach noch ein paar weitere, wichtige Weine, welche ich mir zuschicken liess.

Lesen Sie also jetzt Toskana vom Feinsten. Und es wären ganz sicher nicht wenige, andere tolle Weine im Markt suchenswert fehlen…

2011 Anfiteatro, Vecchie terre di Montefili: Sangiovese. Tiefes Purpur, satt in der Mitte, Granatschimmer am Rand. Sehr würziges, dichtes Bouquet, reife Kirschen, ein Hauch Zedern und dominikanischer Tabak. Im Gaumen feine Muskeln zeigend, leicht kerniger Ansatz, pfeffriges Extrakt, wirkt streng und asketisch. Seriös – zu Lasten von Charme. Gutes Leistung für den Preis (um 50 Euro).
18/20 2018 –2029

2011 It’s a game, Bibi Graetz: Sangiovese. Aufhellendes, verwässertes Rubin. Offenes, erdiges Bouquet, kompottige Fruchtansätze, Hagebutten. Im Gaumen schlank und süsslich, es sind Spuren von überreifem Traubengut in Form von Rosinen vorhanden, elegantes, leicht mehliges Finale. Man hätte von einem 2011er da wohl etwas mehr erwartet. Es scheinen auch nicht mehr viel weitere Reserven dabei zu sein.
16/20 trinken –2020

2011 Cepparello, Isole e Olena: Sangiovese. Dunkles, dichtes Purpur. Süsses, dichtes Bouquet, zeigt eine schöne Komplexität, darunter rotes Maraschino-Kirschenkompott, Kokosnoten, sanfter Eichenschimmer, ziemlich modern vinifiziert. Im Gaumen samtig, stoffig, hat bereits viel Charme und schliesst mit einem gebündelten, cremigen Finale ab. Grossartige Leistung. Wer eher moderne Weine mag, sollte diesen Wein auf die Einkaufsliste nehmen.
19/20 trinken –2025

2011 Percarlo, San Giusto di Retenanno: Sangiovese. Sehr dunkles Rubin mit fein aufhellendem Rand. Verhaltenes, eher trockenes Bouquet, dabei eine gewisse Tiefe anzeigend, konzentriert und mit Edelholznoten versehen. Im Gaumen satt, streng, fordernde Adstringenz die Tannine zeigen aber eine wohl wenig entwickelnde Härte in sich. Metallischer Nachklang auf der Zunge. Der Wein hat mehr Knochen wie Fleisch. Er wird wohl immer hart bleiben.
17/20 2018 –2030

2011 Le Pergole Torte, Montevertine: Sangiovese. Mittleres Granat, leuchtend. Wunderschön süsses, gebundenes Bouquet, dezent schokoladige Konturen und reife Pflaumen, elegant ausladend. Im Gaumen weich, elegant, die Tannine sind präsent, zeigen eine schöne Milde in sich, der Körper ist cremig und fliesst wie eine weinige «Sangiovesecrème» über die Zunge. Ein beruhigender Klassiker, welcher sich heute schon toll präsentiert und mindestens 20 Jahre lang einen ganz grossen Spass bereiten wird.
19/20 trinken –2026

2011 Flaccianello della Pieve, Fontodi: Sangiovese. Mittleres Granat-Purpur. Tiefgründiges Bouquet, florale Züge, sogar ein Hauch Geraniol vermittelnd, dann rote Pflaumenhaut zeigend. Im zweiten Ansatz rotes Cassis, insgesamt eine erstaunlich konzentrierte, kleinbeerige Frucht aufweisend. Im Gaumen mit einer wunderschönen Süsse aufwartend, die Tannine sind noch leicht mehlig (typisch für einen jungen Sangiovese!). So vermittelt er einen eher bourgeoisen Charakter mit Ecken und Kanten. Wird nie ganz aufweichen, aber – er entwickelt sich zu einem tollen Food-Wein.
18/20 2017 –2028

2011 Cabreo, Il Borgo, Tenute Folonari: Sangiovese, Cabernet Sauvignon. Sattes Purpur-Granat. Viel Malagarosinen, schwarzer Kaffee, ein feiner Luftton schwingt mit, zeigt eine gute Tiefe. Im Gaumen weich (wirkt wie entsäuert), schöne Fülle, Dörrpflaumen im Finale. Ein Wärme ausstrahlender Wein mit Jugendspass.
17/20 trinken –2022

2011 Chianti Riserva, Brancaia: Sangiovese, Merlot. Mittleres Granat, rubiner Rand. Schöne, rotbeerige Frucht mit einem floralen Schimmer darin, geradliniger Ansatz, also sehr direkt. Im Gaumen ausgewogen, gut stützende Muskeln und eine gute Fleischration vermittelnd, wirkt – von der Machart her – modern und deutet eine erste Genussreife an. Wird jetzt und in den nächsten 10 Jahren viel Freude bereiten. Ein sehr guter Tipp für eine Bestellung im Restaurant.
17/20 trinken –2025

2011 Grifi, Avignonesi: Sangiovese, Cabernet Sauvignon. Leuchtendes Rubin, am Rand dezent aufhellend. Leicht trockenes Bouquet, dahinter viel Konzentration zeigend, er hat in der Mitte eine leicht kompottige Süsse, Preiselbeerensirup und – im zweiten Ansatz – nach  Zedernnoten duftend. Im Gaumen dicht, süsslich, kompakt viel Stoff vermittelnd, im Finale mit noch griffig-mehligen Tanninen aufwartend. Zeigt viel Rückhalt und Charakter.
18/20 2018–2028

2011 La Massa, Fattoria La Massa: Sangiovese, Cabernet Sauvignon. Mittleres Granat, rubiner Schimmer. Trockener, blumiger Ansatz, wenig Kommunikation bietend. Irgendwo ist da auch was komisch Grünes drin, was für diesen Jahrgang komplett unlogisch ist. Im Gaumen schon fast brutal mit seinen körnigen, unfertigen Tanninen. Ein schon fast aggressiver Grobian ohne Klasse. Flaschenproblem?
16/20 2018–2028

2011 Querciabella, Azienda Querciabella: Sangiovese, Cabernet Sauvignon. Aufhellendes Rubin, leuchtende Farbe, eher zurückhaltend und verspielt in der Nase, also im delikaten Bereich. Im Gaumen mit recht viel Saft, das macht ihn jetzt schon bekömmlich, lang und elegant, Kräuter und ein Hauch Minze. Ein diskreter Querciabella mit einerseits frühem und doch recht langem Genusspotential.
18/20 trinken –2025

2011 I Sodi di San Niccolò, Castellare di Castellina: Sangiovese, Malvasia Nera. Mitteldunkles Weinrot, viel Granatreflexe. Intensives Fruchtbouquet, Redcurrantpastillen, Wild- und Griottes-Kirschen, ein Hauch Rosenpfeffer, gebündelt und konzentriert. Im Gaumen bleibt diese kirschige Note und wirkt leicht kompottig, zusammen mit der initialen Säure ergibt dies ein Sweet-Sour-Spiel, noch fein körnig, intensiver Nachklang. Ein 2011er mit Druck und einer gesunden Arroganz. Die volle Reife ist in etwa 7 Jahren zu erwarten.
18/20 2019–2028

Ziemlich massiv: Lucente & Luce 

2011 Lucente, Frescobaldi: Sangiovese, Merlot. Die dunkelste Farbe der ganzen Serie, Violett-Purpur, undurchdringlich. Konzentriertes, süssliches Bouquet, viel reife, dunkelbeerige Beerenfrucht, ein Hauch Cassis und Minze, gibt sich sehr kommunikativ, also offen. Im Gaumen mit erstem Charme aber (für einen Zweitwein) mit erstaunlich vielen Reserven aufwartend, herbe Tannine welche die Zunge aufrauhen. Über den Erwartungen, aber keine Gastrovariante wie sonst. Also ist der erste Genuss erst in etwa 5 Jahren zu erwarten. Ein ganz grosser 2011er-Value! Man merkt hier, dass der ganz grosse Jahrgang fraglos durch schimmert.
18/20 2019–2027

2011 Luce della Vite: Merlot, Sangiovese. Sehr dunkles, sattes Violett-Granat. Tiefgründiges, leicht rauchiges Bouquet, schwarze Beeren, Korinthen, dezente Teernoten, dahinter reifes Cassis und dunkles Edelholz, ein ganz zarter Anflug von Vanillemark füllt das noble Nasenbild auf und gibt ihm einen delikat süsslichen Schimmer. Im ersten Gaumenanflug recht streng erscheinend, die Säure wirkt markant und gibt dem Wein viel Power, das Ganze vermischt sich mit einem sehr fleischigen Extrakt mit noch leicht mehligen Tanninen. Spannende Adstringenz für ein ziemlich langes Leben. Kein besonders feiner Super-Toskaner, sondern ein charaktervoller Food-Wein. Also wirkt der hohe Merlotanteil im Blend völlig anders als beispielsweise in der Maremma. Der übliche Stempel des Brunellogebietes ist ein grosser Teil des Wesens dieses Langsteckenläufers. Gerbstoff erprobte Weingeniesser könnten hier schon mal einen Versuch wagen, jedoch ausschliesslich zu einem kräftigen Gericht. So ganz charmant wird dieser Luce 2011 wohl nie, jedoch ist der Kompromiss eines modernen Nearly-Brunello und einem andersgebietigen Super-Toskaners in etwa fünf Jahren sicherlich erreicht. Das ist der bisher beste Luce in seiner noch nicht ganz zwei Dekaden umfassenden, aufsteigenden Erfolgs-Geschichte. 19/20 2018–2032

Piero Antinoris Tignanello – zuverlässig seit 44 Jahren

In vielen Weinköpfen gilt der Tignanello auch heute noch als «neuer Toskaner». Dabei mag vielleicht seine Machart zwar im etwas moderneren Bereich liegen, hingegen ist der Brand Tignanello mittlerweile schon eher ein Klassiker.

Zusammen mit dem legendären Önologen Giacomo Tachis pröbelte Piero Antinori an damals an einem neuen Supertoskaner herum.  Dabei revolutionierten die Beiden mit zwei Elementen: Erstens mit französischen Barriques und zweitens mit einer provokativen Ergänzung der damals absolut vorherrschenden Sangiovesetraube in Form von Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc.

Was mit dem ersten Jahrgang 1971 mit einer Degradierung als «vino da tavola» begann, ist heute eine extrem populäre Erfolgsgeschichte.

2011 Tignanello, Antinori: Sangiovese, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc. Sattes Purpur-Granat, dicht in der Mitte, lila Schimmer aussen. Intensives, gewinnendes Bouquet, süssliche Edelhölzer, viel schwarze Kirschen und etwas Cassis, homogen und so richtig aus dem Glas springend. Im Gaumen dicht, satt, gebündelt mit einer runden Adstringenz, wieder blau bis schwarzbeerig im langen Finale; Lakritze und Kaffee. Ketzer mögen hier vielleicht die moderne Vinifikation kritisieren. Man kann es aber drehen und wenden wie man will, das ist einfach ein Winner mit einem extrem treuen Fanclub. Er hat das gewisse «Antinori-Etwas». Eine sehr gute Genuss-Investition!
19/20 trinken –2025

2011 Soffocone di Vincigliata, Bibi Graetz: Sangiovese, Canaiolo, Colorino. Deutlich aufhellend und bereits leicht orange Farbnoten am Rand zeigend. Das Bouquet ist dezent schokoladig, zeigt helle Malznoten und Pralinentöne, nussiger Schimmer, Rauchnuancen. Im Gaumen schlank, süsslich, Frühstückspflaumensaft, kernige, leicht grünliche Gerbstoffnoten, geben dem Wein zwar etwas Rasse, dominieren ihn aber auch gleichzeitig. Ein Liebhaberwein für Minderheiten.
16/20 trinken –2022

2011 Chianti Riserva Villa Antinori: Sangiovese, Cabernet Sauvignon, Merlot. Dezent aufhellendes Rubin, mittlere Dichte. Ansprechendes Bouquet, gibt sich ziemlich zugänglich, dunkle Edelhölzer, schwarze Pfefferkörner. Im Gaumen saftig, wirkt zurecht gemacht, aber sehr bekömmlich. Macht ganz einfach Spass und ist eine herrlich süffig-gastronomische Variante.
17/20 trinken –2022

2011 Vino Nobile di Montepulciano Asinone, Poliziano: Sangiovese, Merlot, Colorino, Canaiolo. Leuchtendes Granat-Rubin, feiner Rand aussen. Rote Kirschen. Rosenpfeffer, dominikanischer Tabak, vielschichtig. Legt stetig zu an der Luft. Im Gaumen mit mittlerem, tanninigem Körperbau, aber lang und kräftig, so ist denn auch das Finale sehr lang und zeigt eine nachhaltige Aromatik mit grossartigem Sangiovesetouch. Eine Art geduldiger Saint Estèphe aus der Toskana.
18/20 2017–2028

2011 Grattamacco, Colle Massari: Cabernet Sauvignon, Sangiovese, Merlot. Tiefes Purpur, satt in der Mitte, Granatschimmer am Rand. Eigenwilliges Bouquet, krautige Noten, ein Hauch von flüchtiger Säure und eine Nuance Aceton, dahinter Kirschenfrucht, im zweiten Ansatz animalisch (Schweinestall). Im Gaumen Cassis und Holunder, Lakritze, eher wenig Konsistenz zeigend, leicht metallische Noten im Nachklang. Irgendwie sucht er seine eigene Harmonie und wird diese wohl auch nie richtig erlangen.
16/20 2017–2028

2011 Pervale, Azienda Agricola Urlari: Cabernet Sauvignon, Merlot, Sangiovese. Sehr dunkles Rubin leicht lila Schimmer darin zeigend. Offenes Bouquet, sehr angenehmer, fülliger Ansatz, Pflaumentöne, dann Pferdestall. Im Gaumen streng und irgendwie unsauber. Für mich war er nicht einzustufen. Flaschenpech?
Keine Bewertung!

2011 Rocca di Frassinello, Castellare di Castellino: Cabernet Sauvignon, Merlot, Sangiovese. Mattes Weinrot, satte Mitte, dezent aufhellend am Rand. Konzentriertes, tiefgründiges Bouquet, wenig Kommunikation bietend, etwas dunkles Malz und getrocknete Kräuter zeigend. Im Gaumen fleischig, vordergründig, aufrauhende Textur. Ein burschikoser Mocken mit metallischem Finale. Das ist ein harter, fast tannin-masochistischer 2011er.
16/20 2018–2028

2011 Sentieri di Frescobaldi: Cabernet Sauvignon, Merlot, Sangiovese. Mittleres Rubin-Granat. Offenes, feinschichtiges Bouquet, getrocknete Rosenblätter, helles Holz, ein Hauch Nicaragua-Tabak und Maraschino-Likör. Im Gaumen ziemlich süsslich und irgendwie gemacht wirkend, leicht mehliger Fluss. Unauffallend, aber doch sehr gut.
16/20 trinken –2024

Solaia: Ein Gabriel-Thema für sich 

Alles was Piero Antinori anfasst wird irgendwie zu «Weincash». Der Solaia ist weltweit bliebt. Dies zeigen seine Top-Ratings und auch seine Marktpreise…

Alles in Butter also? Nicht so bei René Gabriel. Das Spiel wiederholt sich immer wieder. Jung ist ein Solaia immer extrem viel versprechend. Wenn er dann herangereift sein sollte, beginnt er zu oxidieren und die Tannine bleiben hart und sperrig zurück.

2011 Solaia, Antonori: Cabernet Sauvignon, Sangiovese, Cabernet Franc. Unglaublich dichtes Purpur mit fast schwarzen Reflexen. Dunkles Röstnoten, viel Kaffee, Lakritze, nussige Konturen und viel Cassis ähnliche Frucht, zu Kopf steigend, aber auch etwas trocken in sich wirkend. Im Gaumen extrem konzentriert, pfeffriges Extrakt. Dann folgen Tannine, Tannine und nochmals Tannine. Er hat eine fast brutale Arroganz in sich und doch eine grosse Klasse. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass ein Solaia immer extrem viel versprechend ist in der Jugend. Dann entwickelt es sich, aber Eines bleibt stehen; die Gerbstoffe. Der Spass wird sich wohl auch nie so richtig einstellen. Die Bewertung ist fast rein auf sein Potential vergeben. Die Investition von fast 200 Franken würde ich mit einer (zu) grosszügigen Risikobereitschaft taxieren.
17/20 2020–2032

2011 Solengo, Argiano: Cabernet Sauvignon, Petit Verdot, Merlot, Sangiovese. Dunkles Granat, satte Mitte. Das kompottigste Bouquet aller verkosteten Weine, viel rotes Pflaumenmus, Redcurrantnoten, dunkle Eichenrösttöne, Pralinen und Sandelholz. Im Gaumen dicht, zeigt erste Rundungen in den Tanninen und hat so einen gewissen, ersten Jugendcharme, im Finale Brombeerengelee und Heidelbeerenrelish, klingt aromatisch nach. Da sind Grösse und Spassfaktor wunderbar miteinander vermischt. Zurechtgemacht für ungeduldige Konsumenten.
18/20 trinken –2027

2011 Vigna L’Apparita, Castello di Ama: Merlot. Sehr dunkles Purpur mit rubinem Rand. Geniales, süsses Bouquet, dezent rahmig, eleganter Ansatz, faszinierendes Nasenspiel mit einem gewissen Melissentouch. Im Gaumen noch vordergründig und mit körnigen Noten aufwartend. Hier hätte ich etwas mehr Schmelz erwartet, aber vielleicht ist es die Jahrgangsstrenge, welche da (noch) etwas vorherrscht. Kann mittelfristig noch zulegen.
18/20 2017–2026

2011 Baffonero, Catellare Rocca di Frassinello: Merlot. Mittleres Rubin-Granat. Trocken-süsses, leicht kompottig wirkendes Bouquet, kleine, rote Beeren, etwas helles Leder, zeigt Konzentration. Strenger, muskulöser Gaumen, es gibt da eine gewisse Tannin-Säureverbindung welche den Wein hart macht. Wo ist das Fett? Er wird noch etwas zulegen können, mischt aber nicht ganz bei der oberen Liga mit.
17/20 trinken –2024

And the Oscar goes to

Letztendlich sind es knapp ein Dutzend Toskanaweine, welche im Markt regelmässig einen Preis über 100 Franken/Euro erzielen. Einer hebt aber seit rund 10 Jahren völlig ab. Der «Pétrus der Toskana» – der Masseto. 

Dieser hundertprozentige Merlot der im Jahr 1987 erstmals aus einer «Enklave» von Ornellaia erstmals lanciert wurde, ist heute ein sehr gefragter Star auf den Weinauktionen.

Verkauft wird der Masseto nicht ab Weingut, sondern via Bordelaiser Négoce. Dieses ausgeklügelte Vertriebssystem (zu viele Händler erhalten zu wenig…) sorgt für eine weltweite, schnelle Nachfrage mit schnell steigenden Preisen. 2011 =  € 500+.

2011 Masseto, Tenuta dell’Ornellaia: Merlot. Sehr dunkles, dichtes Purpur mit schier schwarzen Reflexen. Umwerfendes, gewinnendes Bouquet, viel Holunder und Cassis, wunderschön eingebettete Röstnoten, Kaffee, dunkle Edelhölzer, komplexes, perfektes Bouquet. Ein schier ein Übermass an direkter, faszinierender und berauschender Merlotfrucht. Trotz der enormen Reife der Frucht gibt es keine kompottigen Ansätze und der Wein zeigt eine unglaubliche Frische in Form von Minze und einem ganz minimen Hauch von wildem Rosmarin und Eucalyptus. Im Gaumen geht es nahtlos wie in der Nase weiter, alle Komponenten liegen im Siegerbereich, im Hintergrund sind dramatisch viele Tannine vorhanden. Trotz seinen Versprechungen würde ich ihn in den nächsten 10 Jahren unbedingt trinken, denn in der Regel sinkt die Genusskurve nach 10 Jahren Flaschenreife massiv ab.
20/20 2017–2026

2011 Messorio, Le Macciole: Merlot. Extrem dunkles Purpur. Wunderschön süssliches, konzentriertes Bouquet, Preiselbeerensaft, Redcurrant, viel wunderschöne Kräuternoten, ein Hauch von verführerischem Kokos. Im Gaumen mit viel Kraft aufwartend, hat eine gute Rückhand, leicht körnige Adstringenz, zeigt so seine dezent maskuline Seite. Er wird rund 10 Jahre lang permanent zulegen können. WOW!
19/20 2017–2028

2011 Redigaffi, Tua Rita: Merlot. Extrem dunkles Purpur mit Granatschimmer. Würziges, konzentriertes Bouquet, ein Hauch Rosinen, Feigennoten, Kaffee, wirkt sanft trocken und wirkt nicht so süss wie sonst. Im Gaumen massive Tannine zeigend, im Innern ist der Wein kernig und hat so pikante, verlangende Tannine. Irgendwie hätte ich mehr Fleisch und Fett im Verhältnis zu den Gerbstoffen erwartet. Also; mehr Kraft wie Saft.
18/20

2011 Magari, Ca Marcanda: Merlot, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon. Tiefes Purpur, Granatschimmer am Rand. Offenes, ausladendes Bouquet, zeigt sich recht zugänglich, dunkle Edelhölzer, eher klassischer Ansatz mit einem warmen Kaffeeschimmer im Untergrund. Ausgewogener Gaumen, schwarze Pfefferkörner auf der Zunge zeigend, langes Finale. Preis. Genial vinifiziert, aber das ist man sich ja bei diesem Hause (Gaja) gewohnt.
18/20 trinken –2026

2011 Poggio al Merli, Castellare di Castellino: Merlot. Extrem dunkles Granat. Offene Nase, dunkles Malz, Korinthen, erdige Terroirsüsse, irgendwo schwingt da im Hintergrund auch ein leicht oxydativer Ton mit. Im Gaumen dunkles Biermalz, Szechuanpfeffer, wirkt so ziemlich pikant, im Nachklang kommen grüne Tannine auf der Zunge zum Vorschein. Ein schizophrener Wein. Kann später auseinanderfallen. Nicht mein Fall.
15/20 austrinken

Der Petra-Merlot gewinnt das Preis-Leistungsverhältnis

Vielleicht ist es dann in ein paar Jahren umgekehrt. Momentan weiss der günstigere Petra (Quercegobbe) um eine Nuance besser zu gefallen. Dieser sagenhaft gelungene Merlot kann sogar mit den ganz grossen, wesentlich teureren Weinen seiner Kategorie mithalten.

Mit einer Wertung von 19-Punkten und einem Marktpreis um 40 Franken, ist das der Preis-Leistungssieger dieser grossangelegten Verkostung.  

2011 Quercegobbe, Azienda Petra: Merlot. Dunkles Weinrot mit Granatschimmer. Beginnt leicht reduktiv und legt dann so richtig los;  Pflaumentöne, passende Röstnoten, Brotkruste, Sandelholz und Caramel. Er vermittelt im zweiten Ansatz eine wunderschöne, würzige Terroirnote. Im Gaumen dicht, klassisch, ausgeglichene, verlangende Adstringenz. Ein Kraftakt mit einem viel versprechenden Potential, viel dunkle Schokonuancen und Lakritze im gebündelten, langen Finale. Eine Merlot-Preis-Sensation.
19/20 2017–2028

2011 Petra, Azienda Petra: Merlot, Cabernet Sauvignon. Sattes, dichtes Purpur mit fast schwarzen Reflexen. Wildes Bouquet mit deutlichem Cabernet-Absender, viel Cassis Brombeeren, dunkles Malz. Er schöpft viele Aromen aus der Tiefe. Im Gaumen dicht, fleischig mit viel Rückhalt, da ist auch erfreulich viel Charakter mit dabei. Er hat grosses Potential und wird bis zur Flaschenreife noch recht lange brauchen. Dafür wird er dann auch umso langlebiger sein. Ein Mega-Value.
19/20 2019–2034

2011 Campanaio, Podere Monastero: Cabernet Sauvignon, Merlot. Dichtes Purpur. Granat, satte Mitte. Ein Traumbouquet, warm, dunkelbeerig, schokoladig, aber auch dezent animalisch, schön ausladend, viel Harmonie ausstrahlend. Im Gaumen mit Charme und Saft, einzig im Innern sind noch ganz minime Gärgase zu spüren, solche welche eine minime Kohlensäure enthalten. Also Dekantieren und hoch plätschern lassen. Eher ein Klassiker von der Aromatik her.
17/20 trinken –2026

2011 Castello di Bolgheri: Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc. Leuchtendes Granat-Rubin. Das Bouquet beginnt leicht staubig, wirkt so trocken, respektive noch unnahbar. Im Gaumen ist dann sofort seine Klasse ersichtlich, feine dichte, passend kernige Tannine, noble Adstringenz, im Finale viel Brombeeren und Cassis. Ein sehr sympathischer Wein mit ziemlich populärem Geschmack. Bereitet jung schon Spass.
18/20 trinken –2025

2011 Il Pino di Biserno: Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot, Petit Verdot. Dunkles, leicht mattes Granat. Wildes Bouquet, dezent animalische Aromenzüge aufweisend, Rauchnoten, Rehfleisch, Tabak, sehr intensiv, zu Kopf steigend. Im Gaumen dicht, fleischig, viel Rückhalt, die Tannine sind dicht und stützen den ganzen Gaumenraum, die Beeren sind reif, angenehm süss und durchaus im schwarzbeerigen Bereich. Kein Nullachtfünfzehnwein, sondern ein eigenwilliger Spezial-Toskaner. Hier sorgen Lodovico und Piero Antinori für einen gigan-tischen Toskana-Value.
19/20 trinken –2029

2011 Vigna Rè, Tenuta Guicciardini Strozzi: Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot.   Aufhellendes Rubin-Granat. Florales Bouquet, Katzenminze, Rosenblätter, Jasmin, Lilien Hauch Honig und altes Leder, also sehr vielschichtig. Im Gaumen beginnt er mit Chartreuse-Kräuterlikör, ein Hauch Rubyport, die Tannine haben einen dezent kernigen Rückhalt. Sehr eigenwillig, also nicht ganz mehrheitsfähig.
17/20 trinken –2028

2011 Il Borro, Tenuta il Borro: Merlot, Cabernet Sauvignon, Syrah, Petit Verdot. Aufhellendes Weinrot. Offenes, etwas alkoholisches Bouquet, rote Kirschen und eine säuerliche Nuance darin vermittelnd. Auch der Gaumen vermittelt eine präsente Säure, eher schlank und relativ flach im Finale. Hätte da mehr erwartet.
16/20 trinken –2022

2011 Saffredi, Fattoria Le Pupille: Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah. Extrem dunkle Farbe. Wunderbares Cassis, Brombeerenbouquet, ergänzt mit Kräutertönen, Thymian, Rosmarin und einem Hauch Minze, dahinter Lakritze und dunkle Schokolade, hat sich noch nicht verschlossen und ist momentan immer noch eine nasale, aber doch elegante  Orgie. Im Gaumen magisch, wunderbar gereifte Tannine, samtenes Extrakt, die Nasenaromen wiederholen sich, die Süsse wirkt parfümiert, Kraft und Saft auf hohem Niveau. Er hat sich seit dem Erstkontakt um Nuancen verfeinert, was für die Zukunft ein sehr gutes Zeichen ist. Denn seine Zukunft ist sehr, sehr gross.
20/20 trinken –2030

2011 Oreno, Tenuta Sette Ponti: Merlot, Cabernet Sauvignon, Petit Verdot. Tiefes Purpur, satt in der Mitte, Granatschimmer am Rand. Ausladendes Bouquet warm, reife Frucht zeigend, eine harmonische Süsse und passende Röstaromen anzeigend. Im Gaumen fest, verlangende Tannine, wirkt auch auf der Zunge recht streng, im Finale süssliche Malznoten. Zeigt ein sehr gutes Potential an.
18/20 2017–2027

2011 Orma, Podere Orma: Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc. Sattes Purpur-Granat, dicht in der Mitte, lila Schimmer aussen. Grossartiges Bouquet, dezent laktische Noten, Moccajogurt, Sandelholz, gerösteter Kaffee, ziemlich reif im Ansatz. Im Gaumen sehr dunkle Röstnoten, Pumpernickelbrot, Backpflaumen, warmes Finale. Hat eine sehr gute Ausstrahlung und weiss jetzt schon ziemlich zu gefallen. Trotzdem liegt er hinter seinen Erwartungen.
17/20 trinken –2028

2011 Poggio Bestiale, Fattoria di Magliano: Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Petit Verdot. Extrem dunkles Weinrot mit fast schwarzen Reflexen. Dichtes Bouquet, dunkle Pflaumen aber auch einen floralen Hauch zeigend, faszinierendes Cassisspiel und insgesamt sehr vielschichtig. Cremiger, samtiger Fluss, die Tannine sind rund so hat der Wein jetzt schon sehr viel Harmonie erlangt.
18/20 trinken –2027

2011 Simbiosi, Bindi Sergardi: Merlot, Cabernet Sauvignon. Mittleres Weinrot, am Rand sieht man erste, ganz feine Reifetöne. Warmes, reif wirkendes Bouquet, wirkt sanft trocken im Ansatz, darunter gewisse Röstnoten. Mittelgewichtiger Gaumen, leicht sehnig, irgendwie etwas Grünes im Hintergrund zeigend; so Katzenminze und Erdbeerrhabarber. Irgendwie ist dieser Wein ziemlich eigenwillig und nicht einfach einzuordnen.
16/20 trinken –2025

2011 Giusto d Notri, Tua Rita: Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc. Blutrotes Granat. Wunderschön würziges Bouquet, frische Küchenkräuter, Damassinepflaumen, ein Hauch von Melisse, sehr vielschichtig im Ansatz und weiss nasal zu begeistern. Im Gaumen stoffig mit dichten, aber wunderschön gegliederten Tanninen, erst im Nachklang kommt etwas Körniges. Also wird das enorme Potential erst gegen das Finale angezeigt. Mehr Power wie Finessen.
18/20 2017–2029

2011 Paleo, Le Macchiole: Cabernet Franc. Dunkles Weinrot. Man spürt die faszinierende florale Frische vom Cabernet Franc, Tabakblatt, Kräuternoten, sehr würzig. Im Gaumen stoffig, samtig, dicht gegliedert mit angerundeten und doch noch lange stützenden Tanninen, noch etwas rauh aber mit genialen Anlagen für seine Genussreife. Und diese ist in etwa 8 Jahren zu erwarten.
19/20 2020–2034

Montepeloso: Ziemlich mediterran

Es sei ein frühreifes Jahr gewesen, meint Fabio Chiarelotto: «Es war so heiss wie damals beim Jahrgang 2003, aber die Reben haben viel weniger gelitten. Die Weine sind gehaltvoll, typisch mediterran und haben fast sinnliche Konturen.»

Trotz der reifen Frucht wäre da viel Frische mit dabei. Besonders im Gaumen wüssten die 2011er gefallen. Dies deshalb, weil die Textur recht samtig sei und die Tannine dann doch mit einem gewissen «grip» (Chiarelotto) enden würden.

Die Produktion beträgt insgesamt etwas weniger wie 100’000 Flaschen. Wobei von den beiden Spitzenweinen Nardo und Gabbro lediglich etwa 3’000 Flaschen abgefüllt werden. Im Gegensatz von früher ist die Holzbegleitung jetzt etwas defensiver. Diese wurde so zurückgenommen, dass man gut daran tut, die Montepeloso-Elite jeweils eine gewisse Zeit auf die Seite zu legen. Diese Geduld wird später garantiert belohnt.

2011 A Quo, Montepeloso: Cabernet Sauvignon, Montepulciano, Sangiovese, Marselan, Alicante Bouschet. Eher helles Rubin-Granat. Offenes Bouquet, rote, reife Pflaumen, fein floraler Schimmer. Angenehmer Gaumen, gewisse Schalentöne, die Tannine sind bekömmlich und der Wein hat eine elegante Art, jung gefallen zu wissen.
16/20 trinken –2020

2011 Eneo, Montepeloso: Montepulciano, Sangiovese, Marselan, Alicante. Sehr dunkles Purpurrot. Traumhaftes, direkt ansprechendes Bouquet, reife, süsse Frucht, schwarze Kirschen und enorm viel Maubeeren, gebundenes Nasenbild. Saftiger Gaumen, integrierte, seidene Tannine, langer Körper, im Nachklang bieten die restlichen Gerbstoffe doch noch einen fein gerbigen Rückhalt. Der Wein hat insgesamt eine gewisse Margaux-Affinität. Seine Hochform kommt etwa in zwei Jahren.
17/20 trinken –2024

2011 Nardo, Montepeloso: Montepulciano, Sangiovese, Marselan, Alicante Bouschet. Mittleres Rubin-Purpur, zart lila Schimmer in der Mitte. Delikates Bouquet mit recht viel Initialpower, viel rote Kirschen, Milchkaffee und Edelholznoten, im zweiten Ansatz einen Hauch Zedern, gibt sich zusehend vielschichtiger. Im Gaumen sehr elegant, hoch feine, fast filigrane Tannine, der Wein ist geradlinig und punktet durch Finessen, wunderschöne Balance, nachhaltiges Finale. Ein eher schlank anmutender Nardo, der wohl noch zulegen wird. Momentan wirkt er noch etwas introvertiert.
18/20 2018–2028

2011 Gabbro, Montepeloso: 100 % Cabernet Sauvignon. Sattes, dichtes Purpur mit blutroten Reflexen. Intensives, würziges Bouquet, florale, reifbeerige Cabernetanzeige, gibt sich dabei recht tiefgründig, eine Nuance Holunder und fein kräutrige Noten im zweiten Ansatz zeigend. Insgesamt zeichnet sich ein sehr nobles Nasenbild ab. Im Gaumen mit guten Fleischrationen, angenehme und doch fordernde Adstringenz, der Fluss ist noch leicht mehlig und die Summe der gut gebauten, angerundeten Gerbstoffe verlangen nach mehreren Jahren Flaschenreife. Ein sehr präziser aber auch (noch) etwas roher Cabernet. Wer wartet, wird belohnt. Vom Stil her ist er einer geschätzten Stil-Mitte zwischen  Sassicaia und Ornellaia.
18/20 2020–2032

Deklarationsrekord: 16,5 Vol.-%

Die Farben der Weine von der Tenuta Trinoro täuschen, denn diese vermitteln optisch durch deren ziemlich hellen Reflektionen einen eher leichten Eindruck.

Einmal in der Nase, weiss man, dass man es hier mit alkoholischen Schwergewichten zu tun bekommt. Ein Blick auf das Etikett vom Trinoro links unten verrät dann auch ganz deutlich diese Theorie…

2011 Le Coupole, Tenuta Trinoro: Cabernet Franc, Merlot, Cabernet Franc, Petit Verdot. Sattes Rubin-Purpur. Die Nase ist sehr eigenwillig, vor allem zuerst ziemlich alkoholisch (Ruby Port), dann flüchtige Säure zeigend, Pflümlitrester, dezent krautige Noten, und doch faszinierend auf seine Art. Im Gaumen wie ein Weinlikör daher kommend, kernig-pfeffrige Gerbstoffe, dann sauer-süsse Fruchtkomponenten, im Finale Grenadine. Da gibt es Fans und andere. Ich gehöre zu den Anderen.
16/20 trinken –2025

2011 Trinoro, Tenuta Trinoro: Cabernet Franc, Merlot, Petit Verdot. Mattes Rubin-Purpur. Eine Nase wie ein Lafleur, kleine rote reife süsse Beeren, ein Hauch Grenadine, Zitronenmelisse. Also wirkt das Ding frisch trotz seinem gigantischen Alkoholgehalt. Im Gaumen ist er wie eine likörige Weinessenz, trotzdem wirkt er nicht übersüss, sondern diese Süsse passt irgendwie zum Rest dieses höchst eigenwilligen Weines. Eine Kategorie für sich – also nicht vergleichbar. Tipp; ganz grosse Gläser verwenden. Und – diesen heissen Wein eher kühl trinken. Dann spürt man den doch nicht ganz unbescheidenen Alkohol (16.5 Vol. %) im Wein weniger.
18/20 trinken –2026

2011 Guidalberto, Tenuta San Guido: Cabernet Sauvignon, Merlot. Aufhellendes Granat, relativ grosser Rand aussen. Blumiges Bouquet, nasser Baumstamm, die Frucht hat eine knappe Reife, was aber dann – in ein paar Jahren – in Würze umschlagen wird. Im zweiten Ansatz eine rotpflaumige Süsse zeigend, dann auch etwas Zedernholz, Tabak und helles Caramel. Im Gaumen gut ausgelegt, harmonisch und mit einer klassischen, ja vielleicht sogar artisanalen Aromatik. Obwohl dies ein Zweitwein ist, braucht er ein paar Jahre und das Grünliche abzulegen. Wird in der Jugend wohl unterschätzt. Ich mag ihn.
17/20 2017–2025

2011 Sassicaia, Tenuta San Guido: Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc. Mittleres Weinrot, etwas matt im Ansatz. Grünliche Noten, krautiger Ansatz, frisch geerntetes Tabakblatt, keine Primärfrucht, eher eine erdige Terroirsüsse vermittelnd, wirkt aber, von der Nase her, irgendwie noch roh. Erst im Gaumen merkt man seine wirkliche Grösse. Fleischiges, dichtes Extrakt, rückhaltige Adstringenz, schöne Muskeln und viel positives, Verborgenes im Innern, im Finale mit einer angenehmen Cabernetsüsse mit Malz und dunklem Tabak. Es macht absolut keinen Sinn mit diesem jungfräulichen Wein heute eine Blindprobe zu machen. Das wird aber ein ganz grosser Sassicaia, den man in 5 Jahren mehrere Stunden dekantieren muss. Oder noch besser – mindestens 10 Jahre warten.
Potentialwertung: 19/20 2020–2038

2011 Guado al Tasso, Antinori: Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc, Petit Verdot. Sattes Purpur mit fast schwarzen Reflexen. Sehr viel dunkles Malz in der Nase zeigend. Ein Touch von Guinness-Bier, Pumpernickelbrot, Dörrfrüchte. Im Gaumen dicht, stoffig, extrem konzentriert, eine geniale sehr intensive Schwarzbeerenaromatik zeigend, im Finale wieder Malz und eine Spur von kandiertem Honig. Der wird so genial wie sein 1995er und den habe ich genau gleich bewertet. Allerdings erst vor ein paar Wochen. WOW!
19/20 2017–2030

Ornellaia: Jahrhundertwein!

2011 Le Serre Nuove, Tenuta dell’Ornellaia: Sehr dunkles Granat. Frisches Bouquet, dunkle Rosen, etwas Mocca, dunkle Brotkruste, schöne Tiefe anzeigend. Von der Nase her schon erstaunlich zugänglich. Im Gaumen fleischig, sattes Extrakt, Lakritze und schwarze Pfefferkörner, eine gewisse, noble Bitterkeit anzeigend. Kein Schmeichler, was man sich sonst bei diesem Wein gewohnt ist. Aber dafür hat er eine schöne Ladung vom grossartigen 2011er mitbekommen.
18/20 2017–2025

2011 Ornellaia, Tenuta dell’Ornellaia: Extrem dunkel, fast schwarz. Nobles Bouquet, bei der ersten Sekunde spürt man schon seine Extra-Klasse, Aromen von Korinthen, Lakritze, Espresso, Black Currant. Er zeigt gleich zu Beginn alles und verharrt dann auf diesem genialen Bouquet-Niveau. Grossartiger Gaumen, alles völlig im schwarzbeerigen Bereich, noble und doch Druck vermittelnde Tannine zeigend, diese sind reif und zeigen eine royale Klasse. Der Nachklang beweist; dies ist – zusammen mit dem 2004er – der beste bisher produzierte Ornellaia. Ein emotionell bewegendes Toskana-Erlebnis. Kaufen!
20/20 trinken –2030

Ornellaia ist irgendwie das Gegenteil von Sassicaia

Gemäss Übersetzung könnte man mit «Tenuta» auch eine Uniform meinen. Wohl vom französischen Begriff «Tenue» her stammend. Auch eine gewisse Dichte wird mit diesem Begriff abgeleitet. Weil dies aber eine Weingeschichte ist, kann man die beiden nachfolgenden Weine der Tenuta San Guido und der Tenuta dell’Ornellaia auf Landsitz oder Landgut ableiten. Und das trifft dann auch tatsächlich auf die beiden weltweit bekannten, hier genannten Maremma-Weingüter zu.

Aber dann ist es dann auch schon mit der Vergleicherei vorbei, wenn man beide Weine direkt neben, respektive vor sich hat. Denn der Sassicaia kommt wie ein Toskaner von gestern daher. Traditionell, erdverbunden. Mit gutem Potential, aber mit wenig Spannung. Wer diesen Wein in einem Restaurant trinken möchte, der sollte gleich bei der Tischreservation das Dekantieren wünschen. Anders beim Ornellaia. Da spielt die Polka gleich nach dem Entkorken. Und alles Gewünschte (und manchmal fast noch mehr…) ist ganz einfach da. Für den modernen Weinfreund, der keine Kompromisse duldet. Und auf Nummer sicher geht!

Wir haben die beiden Weine ein paar Tage nach der grossen Toskana-Degustation zu einem Lunch im Restaurant des Bains in Avenches neben einander verglichen.

Während die wenigen Sassicaia-Fans sich fast für ihre Vorliebe entschuldigen mussten, gaben sich die Ornellaia-Freaks ziemlich überheblich und siegessicher…

2007 Sassicaia, Tenuta San Guido: Blutrot-Granat, eher matt. Malzig-erdiges Bouquet, Kochschokolade, irgendwie fruchtlos, ja fast gemüsig. Er kompensiert dies mit einer eher dumpfen Terroirexpression. Im Gaumen gerundet, Schmelz zeigend, eine gewisse Bordeaux-Affinität vermittelt (im ziemlich alten Stil…). Die Tannine sind noch leicht mehlig und er scheint just vor dem Genusspunkt zu sein. Mehrere Stunden dekantieren.
17/20 trinken –2030

2007 Ornellaia, Tenuta dell’Ornellaia: Sehr aktives Weinrot mit fast schwarzen Reflexen. Geniales Bouquet von Begin weg, dunkles Caramel, Mocca, ein Hauch Zimt und Edelhölzer, alles nobel und homogen mit erotischer Rubensfülle. Grossartiger Gaumen viel Weinvolumen (nicht Alkohol,…) zeigend, ei Paket von Charme und Kraft, das Finale zeigt Korinthen, Lakritze, Rauch und viel schwarze Beeren. Eine extrem süffige Toskana-Bombe!
19/20 trinken –2025

Rubiolo & Gagliole

Für die Ergänzungsdegustation zur grossen Toskanaprobe wurden unter anderem auch zwei Muster von Gagliole zugesandt. Zum einen der 2013er Rubiolo. Das ist ein leichter Chianti mit bekömmlicher Aromatik; roten Kirschen, fein hölzernem Schimmer und etwas Kaffee. Der Gaumen ist feinherb und so ist dies ein angenehmer Essbegleiter für einen unglaublich günstigen Preis von weniger als 20 Franken. Die zweite Flasche im Karton war der Gagliole, beide erhältlich bei Riegger.

2013 Gagliole, Antico Podere Gagliole: Sangiovese, Cabernet Sauvignon. Mittleres Granat-Rubin. Intensives, pfeffriges, dezent mineralisches Bouquet, ein Hauch von Wildleder und feinem Portschimmer, wirkt so elegant süss und zeigt dabei kompottige Konturen. Im zweiten Ansatz Sandelholz und nussige Pralinen. Im Gaumen beginnt er mit derselben, angenehmen Süsse, im Innern zeigen sich kernige Noten, schöne Terroir-, respektive Rebsortenexpression. Vom Ansatz ein Klassiker. Er profitiert an der Luft, also Dekantieren.
18/20 trinken –2025

2011 Ilatraia, Brancaia: Cabernet Sauvignon, Petit Verdot, Cabernet Franc. Mittleres Purpur-Rot, zart orange Färbung am Rand. Delikates, geniales Nasenbild. Offenes, leicht süssliches Bouquet, ein Hauch von jungem Port, dahinter frisch gehackte reife Himbeeren und somit viel Fruchtfrische zeigend und ein blumiger Hauch im zweiten Ansatz. Im Gaumen leider ziemlich kernig und schon fast scharf von den eher knapp gereiften Tanninen. Da fehlt leider (noch) die Harmonie – trotz angezeigter Grösse.
16/20 2018–2029

2011 Carnasciale, Podere Il Carnasciale: Cabernet Franc x Merlot. Aufhellendes Granat. Beginnt mit einem sehr speziellen Bouquet, delikate Nuancen, feine Zedernnoten, rote Johannisbeeren, Rauchnoten, Thuja, Nelkenköpfe. Im Gaumen eher leicht, feinstoffige Textur, gut balanciert und vom Spass her sehr bekömmlich. Kein Powerwein, aber er kann mit ziemlich vielen Finessen punkten. Das ist der Zweitwein von berühmten Caberlot welchen es nur in Magnumflaschen gibt.
17/20 trinken –2022

2011 La Pineta, Poedere Monastero: Pinot Noir. Mitteldunkles Granat-Rubin. Fein rauchiges, mineralisches Bouquet, zeigt eine ziemlich grosse Nuits-Burgunder-Affinität, leicht stielige Würze im dezent krautigen Untergrund zeigend, die Frucht ist sehr reif aber nicht überreif. Im Gaumen eingeschlossene Gärgase (feine Kohlensäure) , recht muskulös, die Tannine wirken dezent spröde. Sicherlich kein Jungcharmeur. Die Frage ist, wie er sich im Alter dann macht. Die Perspektiven könnten ganz spannend sein. Diesen Pinot Noir würde ich gerne in ein paar Jahren nochmals verkosten.
Potentialwertung:
17/20 2018–2027

2011 San Christoforo, Podere San Christoforo: Petit Verdot.  Leuchtendes, aufhellendes Weinrot, aufhellender Rand. Florales Bouquet, wirkt etwas kühl, viel schwarzer Pfeffer im Untergrund, irgendwie spürt man, dass da noch mehr kommt durch seine Flaschenentwicklung. Im Gaumen markante Struktur zeigend, viel Muskeln, gutes Rückgrat, aber da dürfte etwas mehr Stoff und Fett im Wein drin sein, der Nachklang zeigt einen eher rauhen Zungenfluss. Insgesamt etwas monoton. Kann noch zulegen. Auf alle Fälle bleibt er etwas fürs Kuriositätenkabinett.
16/20 2017–2025

2011 Bolgheri Superiore, Argentiera: Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc. Mittleres Granat mit gewissen, ersten Reifereflexen. Offenes, reifes Bouquet, scheint somit völlig offen von der Nase her, rotbeeriger Ansatz, dezent kompottig. Im Gaumen kernige Rasse, die Tannine beleben den Mund und sind etwas Zähne beschlagend, süsslicher Touch im Finish. Jetzt genussreif, gastronomisches Flair.
17/20 trinken –2022

2011 Avvoltore, Morisfarm: Sangiovese, Cabernet Sauvignon, Syrah. Dunkles Rubin-Granat. Blumige Noten, ein Hauch von Port, Kaffee, kalter Schwarztee, zeigt ziemlich viel Power in der Nase. Im Gaumen mit Muskeln und Sehnen, die Frucht wirkt etwas überreif, die Gerbstoffe haben eine knappe Reife und einen dezent kernigen Schimmer. Wird das noch was? Sollt eigentlich, von den älteren Jahrgängen her gesehen. Trotzdem glaube ich, dass das Potential nicht ganz ausgeschöpft wurde.
17/20 2017–2028

Il Carbonaione, Podere Poggio Scaletto: Sangiovese. Sattes Purpur, rubiner Rand. Grossartiges Bouquet, reife Kirschen und Waldfrüchte, ein Hauch von Grenadine, deutliche, aber passende Röstnoten, lädt schön aus in der Nase. Im Gaumen dropsig, herrliches Parfüm in Innern zeigend, leicht eichiges Finale. Ziemlich forsch, respektive modern vinifiziert. Sicherlich mit populärem Geschmack ausgestattet. Zwei, drei Jahre warten.
18/20 2018–2029

2011 Le Sughere Rocca di Frassinello: Sangiovese, Merlot, Cabernet Sauvignon. Mattes Granat, zeigt eine gewisse Reife. Offenes Bouquet, wenig direkte Frucht, mit ziemlich viel erdiger Süsse ausgestattet, blättriger Cabernetschimmer. Im Gaumen weich, auch hier – vom Grundgeschmack her – eher artisanal daher kommend, im Finale zeigt sich leicht überreifes Traubengut mit Malagarosinen und viel Malz, die Tannine enden leicht spröde. Längeres Dekantieren tut gut.
16/20 2018–2028

2011 Summus, Castello Banfi: Sangiovese, Cabernet Sauvignon, Syrah. dunkles Weinrot mit viel Purpurschimmer, leicht aufhellender Rand. Offenes, ausladendes Bouquet, Pflaumen und Malz, zeigt eine schöne Harmonie an. Im Gaumen cremig, weich und füllig, gebündeltes Finale mit etwas Kokos und helle Milchschokolade. Wirkt gastronomisch und gefällt ab jetzt und wohl für 10 weitere Jahre.
17/20 trinken –2026

Geben Sie einem sehr guten Chianti keinen Korb!

Das waren noch Zeiten, meine Generation kann sich sicher noch daran erinnern: der  Chianti in der Korbflasche. Eher leicht vom Körper her aber mit vielen Sehnen und einer oft mehr als nur gesunden Ration von Gerbsäure. Die Korbflaschen gibt es noch da und dort als Gag. Was geblieben ist – wenn auch etwas gezähmt – der markante Charakter. So auch gefunden bei diesem extrem günstigen, aber selten zu findenden Rufina.

2011 Chianti Rufina Riserva I Veroni: Kräftiges Rot. Schöne, tiefgründige Sangioveseprägung mit Pfeffernoten. Im Gaumen fest, griffig und zu sehr kräftigen Speisen pari bietend.
16/20 trinken

«Gemalter» Cabernet Franc

Der Name der Fattoria La Fralluca ist aus den Vornamen der Besitzer entstanden: Francesco und Luca. Papa malt die Prospekte und die Kinder die Etiketten vom Cabernet Franc. Gelungenes Etikett – gelungener Wein!

2011 Ciparissio La Fralluca: Sangiovese. Gereiftes Rot. Leicht erdiges, warmes Bouquet mit Malagakonturen und dunkler Schokolade. Im Gaumen füllig mit mürbem Fluss. Solide und eher klassisch.
16/20 austrinken

2011 Cabernet Franc La Fralluca: Extrem dunkles Violett-Schwarz. Würziges Bouquet, frisch zerdrückte, schwarze Pfefferkörner, Brombeerstauden, ein Hauch Eucalyptus und Ruby-Port. Im Gaumen dicht, fleischig, stoffige Tannine, hat Rückhalt und baut an der Luft aus. Dekantieren.
18/20 trinken –2024

2011 Pitis La Fralluca: Syrah. Sehr dunkles Granat mit Karmesinschimmer. Das Bouquet beginnt reduktiv; Teernoten, Mercaptan, dann Lakritze und kalter Brombeerengelee. Im Gaumen sehr dicht, feine Bitterkeit auf der Zunge, der Fluss ist leicht mehlig. Ein Charakter-Ess-Syrah.
17/20 trinken –2022

2011 Terra di Monteverro, Monteverro: Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Merlot, Petit Verdot. Mittleres Rubin, fein aufhellender Rand. Verhaltenes Bouquet, als erstes nimmt man Rösttöne war. Dahinter dann Kirschentöne und heller Kaffee und Vanillestängel. Braucht etwas Luft. Im Gaumen elegant, geschliffen und jetzt schon bekömmlich – auf sehr gutem Niveau. Wenn man schlürft zeigt er viele Facetten, von warmer Frucht bis süsslichem Terroir, nachhaltiges Finale. Das ist so richtig grosser Jungweinspass.
17/20 trinken –2025

2011 Monteverro, Monteverro: Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot, Petit Verdot. Extrem dunkles, undurchsichtiges Purpur mit lila Schimmer. Würziges, dunkelröstiges, sehr aromatisches Bouquet, Schwarzbrotkruste, Oliven, Lakritze Brazil-Tabak, strahlt Wärme und Reife aus. Im Gaumen füllig, sehr elegant, geschmeidige, gerundete Tannine, wohliger Nachklang mit schwarzen Beeren und dunklem Malz. Er gefällt jung dermassen gut, dass man sich gar nicht so richtig fragt, wie er wohl im Alter sein wird. Von der Balance her, schafft er aber 10 Jahre locker.
18/20 trinken

Beitrag und Fotos: René Gabriel


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