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Ein Feuerwerk der Superlative

Jubiläumsausgabe des Gourmetfestivals auf 2022 verschoben
Rückblick auf die Weltraritätenprobe beim Rheingau Gourmet Festival

Festival-Chef Hans Burkhard Ullrich zeigte sich enttäuscht über die Corona-Politik der Bundesregierung. Das 25-jährige Jubiläum des beliebten Festivals findet nun inhaltsgleich in 2022 statt

Wegen der Pandemie musste Hans Burkhard Ullrich ausgerechnet die Jubiläumsausgabe des von ihm seit 25 Jahren erfolgreich veranstalteten „Rheingau Gourmet & Wein Festival“ absagen. „Wir alle waren uns sicher, dass nach vier Monaten ‚Lockdown‘ die Türen endlich wieder geöffnet werden dürfen“, zeigte sich Festivalchef Hans Burhard Ullrich von der Politik enttäuscht. „Wir haben das Festival im Jahr 2021 komplett abgesagt und verschieben unser 25-jähriges Jubiläumsfestival in das Jahr 2022 (24.2.2022 – 13.3.2022). Alle jetzt abgesagten Veranstaltungen werden im Jahr 2022 stattfinden“, so Ullrich. „Bereits im November hatten wir mehr als 3.000 Tickets verkauft, viele Veranstaltungen waren seit Monaten ausgebucht“, sagt er. Die Enttäuschung ist groß – Grund genug, an einige der Top-Highlights des an Höhepunkten reich bestückten Festivals zurück zu blicken.

Besonders die Weltraritätenproben graben sich tief in das Gehirn von Weinliebhabern ein und lassen die Vorfreude auf das kommende Jahr steigern. Ein weiterer Aufhänger für diesen Rückblick ist mein Wein des Jahres 2020 mit der sensationellen Traumbewertung von 20/20. Eine sehr selten von uns vergebene Note, die meistens nur in absoluten Traumjahrgängen von den absoluten Spitzenweinen der Welt erreicht wird. In Insiderkreisen ist die besondere Güte der gereiften Rheingauer Perlen zwar längst bekannt, darüber hinaus aber sehr wenig. Offenbar viel zu wenig. Noch viele Weinliebhaber sind verwundert, dass deutsche Rotweine überhaupt solche Qualitäten erreichen können. Und das noch nach vielen Dekaden. Dabei ist gerade die einzigartige Reifefähigkeit das Besondere. Das gilt eben nicht nur für den Riesling. So hat meine Notiz und Bewertung des 1945er Assmannshäuser Höllenberg derart eingeschlagen, dass wir hier die Gelegenheit nutzen, auf weitere Raritäten aus dem schier unerschöpflich erscheinenden Keller der Hessischen Weingüter einzugehen. Es sind Meisterwerke, die – und das unterstreicht noch einmal die Außergewöhnliche Leistung – unter sehr widrigen Umständen entstanden sind. Mit Gänsehaut blicke ich zurück auf dieses weinkulinarische Feuerwerk der Extraklasse, zu gut erinnere ich mich an diesen grandiosen Abend, vor allem an diese sensationell gereiften Pretiosen.

Gäste aus ganz Deutschland waren an diesem klaren Märzabend angereist, darunter auffällig viele WEINWISSER-Leser. Kein Wunder. Sie erwartete eine der hochwertigsten Verkostungen des ohnehin edlen Rheingau Gourmet Festivals: ein exklusives Weltraritätendinner mit sehr raren und historischen Jahrgängen zurück bis 1929. Noble Gewächse aus Bolgheri, dem Rioja und aus dem tiefen Raritätenkeller der Hessischen Staatsweingüter. Flüssige Juwelen und rare Zeitzeugen gefühlter Ewigkeiten wie etwa ein Flight aus dem Jahr 1929. Die knisternde Vorfreude konnte man förmlich spüren.

Hans Burkhard Ullrich mit seiner Tochter Johanna Ullrich

Längst genießen die Raritätenproben beim Festival Kultstatus. „Solche Proben sind als Erstes ausverkauft“, berichtet Hans-Burkhard Ullrich“, der das Festival nach kalifornischem Vorbild 1997 mitbegründet hat (siehe hierzu das ausführliche Exklusivinterview über die Premiere und die deutsche Gourmetkultur in WW 02/18). Inzwischen wird er tatkräftig von seiner Tochter Johanna Ullrich unterstützt. Das gesamte Interview mit spannenden Fragen zur deutschen und internationalen Gourmetszene finden Sie hier: http://bit.ly/Interview_HB_Ullrich

Gaumenfreuden spendieren an diesem Abend klangvolle Namen wie die berühmte Ikone Sassicaia, der spanische Star Marques de Riscal sowie junge und gereifte Pretiosen aus dem Keller vom Kloster Eberbach. Doch nicht nur die Namen, auch der Blick auf die Jahrgänge lässt staunen: Beispielsweise ein Flight mit vier Weinen aus dem Jahr 1929. 1929, wirklich? Das Jahr kennen die meisten nur aus dem Geschichtsbuch, mit Schwarzweißbildern des weltweiten Börsencrashs und der galoppierenden Hyperinflation.

Los geht es mit einem Dom Pérignon aus dem Jahr 2000, danach folgen zur Wachtel an grüner Sauce einige jüngere Spätburgunder aus der Rheingauer Grand-Cru-Lage Assmannshäuser Höllenberg  von den Hessischen Staatsweingütern, die mit ihrer noch jugendlichen Frucht und dem berühmten kräutrig-minzigen „Gout de Höllenberg“ eine schöne Liasion mit der saftigen Wachtel eingehen.

 

Faröer Lachs / Dashi / Pilze

Dann folgt zum Faröer Lachs mit asiatischem Dashi der erste Donnerschlag: der sensationelle Flight von 1929er Rieslingen aus dem berühmten Schatzkeller von Kloster Eberbach, der schier unerschöpflich zu sein scheint. Man kann es nicht genug betonen: Es gibt weltweit kaum eine Domaine oder Châteaux,  und sei es noch so berühmt und begehrt, welches auf solch ein Reservoir an historischen Weinen und Jahrgängen zurückgreifen kann. Die Bestände stammen teilweise aus dem 18. Jahrhundert. Ein Privileg für alle Beteiligten, beim Öffnen und Verkosten einiger dieser edlen Schätze dabei sein zu dürfen.

Zusammen mit dem ausgefeilten 5-Gang-Menü von Simon Stirnal, der sich kürzlich seine 16 Punkte durch handwerkliches Können und Gelassenheit redlich zurückerobert hat, wird der Reigen der kostbaren Tropfen zur Vollendung gebracht. Denn die gereiften Rieslinge zeigen das ganze Können ihres sublimen Süsse-Säure-Spiels in der Marriage mit dem asiatisch angehauchten Lachs und der süss-säuerlichen Dashi. Ein Feuerwerk aus Küche und Keller.

Anbei meine Notizen eines denkwürdigen Abends, der jetzt schon die Vorfreude auf das nächste Gourmetfestival steigen lässt.

Chefredakteur Giuseppe Lauria berichtet seit 2015 regelmäßig über das Rheingau Gourmet Festival, unter anderem über das begehrte Weltraritätendinner

2000er Dom Pérignon als Aperitif:

2000 Dom Pérignon: Ambriertes Goldgelb. Vielschichtiges Bouquet, das an feinste Pâtiserrie-Küche denken lässt: backfrische Brioche, gesalzene Butter, Vanille, Zitruscreme, rauchig unterlegtes Aprikosengelee mit einem Hauch Haselnussgremolata. Sehr frisch und lebendig. Am Gaumen fokussiert mit feiner Cremigkeit, dabei dicht und fein gewoben mit einem Zitrus Curd, zart kreidig, vibriert förmlich mit animierender Perlage. 19/20 –2028

Die 1929er-Parade

1929 Riesling Hattenheimer Engelmannsberg:
Bernsteinfarben. In der Nase zeigt er eine wunderbare Rauchigkeit, die an hellen Tabak, Karamell, Lakritze und Boskop-Apfel denken lässt. Sehr linear, frisch und unfassbar klar am Gaumen mit ätherisch-rauchigen Noten. Ein Hauch vegetabiler Noten wie Fenchelsamen bietet interessante Aspekte, die diesem knochentrockenen Wein gut zu Gesicht stehen. Wollte man das bepunkten, dann sind hier 17/20 sicher nur eine Seite der Medaille, die andere ist der schöne Altweingenuss für sich selbst.

100 Jahre alt und kein bißchen müde. Immer wieder sensationell und ziemlich einzigartig, wie herausragend Riesling reifen kann

1929 Riesling Rauenthaler Wülfen:
Helles Bernstein. Komplexes Reife-Bouquet mit Kamillentee, mazerierter Quittenschale, Tabak- und Darjeeling-Aromen sowie reifem Steinobst. Hier ist tatsächlich noch die Frucht da. Am Gaumen imponierende Ausgewogenheit mit ganz feinem Süße-Säure-Spiel und delikaten Ansätzen, die von feiner Cremigkeit umrahmt werden. Großes Altweinkino. 19/20 trinken

1929 Riesling Rüdesheimer Hinterhaus:
Helles Bernstein. Komplexes, feinrauchiges, noch extrem frisches Bouquet mit erdigen und karamelligen Noten. Am Gaumen noch total frisch wirkend mit mineralischen Anklängen. Weichere, feinere Säure im Vergleich zu den beiden anderen 1929ern, sehr schöne Balance. Kann sicher noch rund eine Dekade auf dem Niveau bleiben. 18.5/20 –2028

1929 Riesling Steinberger:
Aus der berühmten Monopollage. Mit Bernsteingold der hochfarbenste in diesem Flight. Auch im Duft zeigt er sich am weitesten von allen: Mandeln, Altholz- und Röstnoten. Am Gaumen mit herben Anlagen, fast adstringent mit phenolischen Noten, ganz alte Machart, sicher rustikaler als die anderen, aber mit schöner Rasse und Charakter. Aufgerundet. 17/20 trinken

Die Farbe des 1949er Assmannshäuser Höllenberg. So lebendig und strahlend wie der köstliche Wein selbst

1949 Spätburgunder Natur Assmannshäuser Höllenberg:
Es ist längst in Insiderkreisen bekannt, aber kaum darüber hinaus, wie sensationell Rheingauer Spätburgunder reifen. Sie haben das Zeug, phänomenale Pinot-Erlebnisse zu schenken, die ihresgleichen suchen. Ich habe schon einige alte Pinots probieren dürfen, auch von renommierten Namen, aber selten bin ich so berührt wie hier in Jahren wie 1943, 1944, 1949 oder, wie kürzlich im Bistro des Kronenschlösschens, vom sensationellen 1945er (ausführliche Notiz mit großer Hintergrundgeschichte in WW 01-02/21). Das liegt freilich an der unfassbaren Reifefähigkeit: Frucht und Frische bleiben lange sehr intakt und scheinen selbst mehrere Dekaden unbeschadet zu bestehen. So auch dieser geniale 70-jährige Spätburgunder, der aus einem heißen Sommer stammt. Die Lese war in nur zwölf Tagen eingefahren und ging bis zum 27. Oktober, berichtet Dieter Greiner. Intensives Rubinrot, in Farbe und Duft unfassbar. Tiefpräsente Frucht nach roten und dunklen Kirschen, ganz feine Röstaromatik mit geräuchertem Speck, rauchig-tabakigen Anklängen sowie Waldbeer- und Cassisnoten, die sich im dichten und vollen, fast schon schmelzigen Gaumen wiederfinden. Erstaunliche Präsenz und  Länge. Noch so ein Meisterwerk, kommt nicht ganz an den perfekten 1945er Pendant, der in WEINWISSER 01/21 von mir mit der Traumnote 20/20 zum Wein des Jahres gekürt wurde und zum am besten bewerteten Spätburgunder ever im WEINWISSER. 19/20 –2025

Auch der ein paar Tage vorher beim Festival verkostete 1959er kommt zwar nicht an den majestätischen 1945er heran. Ist dennoch ein großer Wein. Hier meine Notiz.

1959 Spätburgunder Natur Assmannshäuser Höllenberg: Der Boden sorgt auch hier für das betörend unverwechselbare Bouquet, das die Spätburgunder vom Höllenberg auszeichnet: Cassis, Minze, getragen von feiner Schiefer-Mineralik, dazu Rauch, Datteln im Speckmantel, überhaupt trifft man die speckige Rauchnote neben den lagetypischen Aromen häufiger an. Das warme Jahr ist gut erkennbar, 1959 gilt als ein Jahrhundertjahrgang, etwa an der warmen, reifen Frucht mit der opulenten Ader, auch die Restsüße ist noch gut wahrnehmbar, spielt aber gekonnt mit der Säure und der tiefwürzigen Ader des Weins. Grandioses Bouquet, zwar kommt er an die sublime und unfassbare Tiefe, Komplexität und Länge des 1945er nicht ganz heran, aber der Wein zeigt eine spektakuläre Präsenz, voller Charme und mit präsenter Frucht. Ein großes Trinkvergnügen. Kann noch locker eine Dekade auf dem Niveau bleiben. 18.5/20 –2032

Mieral-Taube / rote Beete / Blutorange

Ein Flight der Bolgheri-Ikone Sassicaia ist immer ein besonderes Erlebnis. In WW 03/20 gibt es eine ausführliche Vertikale aus 32 Jahrgängen aus Magnumflaschen

Zu der hervorragenden Mieral-Taube (Mieral beschreibt dabei den Namen der Züchter-Familie) gibt es eine Minivertikale von der Bolgheri-Ikone Sassicaia. Auf diese Weine werde ich separat noch einmal im nächsten Jahr näher eingehen, da ich die Ehre hatte, eine der weltweit grössten Sassicaia-Vertikalen von sagenhaften 32 Jahrgängen im Hotel Plantitscher Hof in Meran zu moderieren (Anm. d.Red.: ist bereits erschienen u.a. in WW 03/20).

Teil 1: https://bit.ly/3blItuG

Teil 2: https://bit.ly/Toskanaspezial-Sassicaia-versteigerung

2007 Sassicaia:
Herrlich mediterranes, würzig-florales Bouquet mit Eisen, sattem Cassis, roten Beeren und Tomatenstrauch. Satt, saftig und mit sinnlichem Schmelz im Mund, sehr saftig mit cremiger Umrahmung, ein hedonistischer Sassicaia aus einem warmen Jahr. 18.5/20 2021 – 2034

2004 Sassicaia:
Noch sehr jugendlicher, würzig-kräutriger Duft mit Himbeeren, Cassis und etwas Altholznoten sowie – mit Luft – erdig-trüffelige Noten. Sehr komplex. Würzig und stoffig mit lebendiger, fast zitrischer Säure geht es am Gaumen weiter, sehr kontrastreich, dank langem Säurebogen.  19/20 –2035

1995 Sassicaia:
Unfassbar duftiges Bouquet mit Macchiakräutern, verblühten Rosen, Minze und ätherischen Noten. Sehr eleganter Gaumen mit der typischen Küsten-Cabernet-Würze, die zwischen mediterraner Macchia, Gewürzen, Cassis und erdigen Noten changiert. Enorm spannungsreicher Wein, der jetzt auf den Punkt ist. 18.5/20 trinken

1988 Sassicaia:
Der oft unterschätzte Jahrgang, wie auch 1987, zeigt einen ganz klassischen Sassicaia, der von seiner herzhaften Cabernet-Art lebt, die nicht nur wegen der feinen Animalik ans Médoc erinnert. Auch im Mund mit festem Tannin und herbwürzigen Anklängen, dabei saftig und leicht adstringent.  18/20 trinken

 

Besondere Weine brauchen ein besonderes Menü. Das Gala-Menü von Simon Stirnal war perfekt auf die Weine abgestimmt

Filet vom Rind / Sellerie / Trüffel

Zum köstlich à point gebratenen Filet mit perfekter Medium-Marmorierung kommt ein Rioja-Klassiker, der zeigt, warum viele Spanienliebhaber ein hohes Lied auf die Reifefähigkeit klassischer Riojas singen.

1968 Marques de Riscal: Mit besonderer Neugier von mir probiert, schließlich ist das mein Geburtsjahr und außer Marthas Vineyard, Vega Sicilia und dem einen oder anderen Brunello oder Barolo gibt es für uns Revolutionskinder nicht viel zu holen. Fantastisch gereifte Nase, sehr intensiv und würzig, mit leicht speckigen und minzigen Noten. Ungemein verführerisch. Im Mund geschliffen und fein gewoben, mit typischer Tempranillo-Würze und delikaten Ansätzen, dabei ganz klar und würzig-elegant wie ein großer Médoc.
19/20  trinken

1964 Marques de Riscal: Parfümiertes Bouquet, fast schon aufdringlich mit Kokos, Sandelholz und Pinienwaldnoten. Im Mund etwas maskiert, trotz Struktur und Präsenz nicht ganz klar, wirkt etwas gedeckelt.
15/20 austrinken

Rioja at its best. Große Riojas reifen fantastisch heran. Besonders der 1968er begeisterte

1961 Marques de Riscal:
Im Duft und am Gaumen sehr fein und nuanciert gestrickt, noch erstaunlich klar gezeichnete und feine rotbeerige Frucht, die sich mit der delikaten Würze wunderbar ergänzt. Klassisch-eleganter Tempranillo alter Machart, der fast an einen Pinot erinnert, nur eben etwas mediterraner. 18/20 trinken

1947 Marques de Riscal:
Zunächst frisch wirkendes Würzbouquet mit Kokosnoten, dahinter mit Luft macht sich dann eine Süße bemerkbar, die an einen Madeira erinnert. Sehr schönes Spiel, nuanciert, stilvoll und mit herrlich schmelziger Süsse, die lange anhält. Wow!  19/20

1946 Marques de Riscal: Sehr ruhiges, ausgewogenes Bouquet mit Trüffel- und Unterholznoten, zart madeirisierte Noten mit Kräuteressenzen, fein und elegant in Struktur und Verlauf, ganz auf Frische gemacht, sehr animierend, Wahnsinn für das Alter.  18/20 trinken.

Die ausführliche Bericht zur Weltraritätenprobe ist in WW 01/20 erschienen
In WW 01/20 findet sich der unter anderem der ausführliche Beitrag zum Weltraritätendinner sowie zum „100-Punkte-Parker-Dinner“

Erdnuss / Karamell / Passionsfrucht

 2013 Riesling Steinberger Trockenbeerenauslese Goldkapsel: Erstaunlich dicht und weit in der Farbe mit goldgelben Reflexen. Sehr cremiges, dichtes Bouquet mit Feigenbrot, Honig und kandiertem Steinobst und tatsächlich – passend zum Dessert – auch Passionsfrüchte. Im Mund ziemlich kraftvoll mit samtiger Süße, die Säure gibt aber genügend Halt und Kontrast.
18.5/20 2022 – 2045

2017 Riesling Rauenthaler Baiken Trockenbeerenauslese Goldkapsel:
Glasklares Bouquet mit hellen Früchten und Zitrusnoten, Lemoncurd und Yuzu-Gel. Im Mund  feinste, klare Cremigkeit, schöne Transparenz, eine Trockenbeerenauslese, die vom feinen Spiel und der Eleganz lebt. Herrlich animierend. 19/20 2028 – 2055

2005 Riesling Rauenthaler Baiken Trockenbeerenauslese Goldkapsel:
Warmes, cremiges Bouquet mit hoher Reife und leicht flüchtigen und nussigen Noten. Sicher kraftvoll und mit viel Schmelz ausgestattet. Die leicht zitrische Säure gibt Frische, muss sich aber noch mit dem Schmelz harmonisch verbinden, um noch mehr Spiel zu entwickeln, wie etwa beim wunderbaren 2017er. 17/20 –2030

1990 Riesling Rauenthaler Baiken Trockenbeerenauslese Goldkapsel:
Bernstein mit goldenen Reflexen. Herrlich komplexes Bouquet mit enorm vielschichtiger Würze. Feigenbrot, Orangenabrieb, Ingwer und englische Breakfast-Marmelade. Ein Potpourri herbstlicher Düfte. Das ist wieder so ein Nasenwein, bei dem man die Nase nicht mehr rausholen möchte. Immer wieder steigen neue Nuancen auf. Im Mund ein dichtes, süsses, aber nicht übersüßes Elixier aus einem grossen Jahr, das von einer herrlich griffigen Säure perfekt in Balance gehalten wird. 19/20 –2045

1976 Riesling Rauenthaler Baiken Trockenbeerenauslese Goldkapsel (158 Oechsle, 10.2 Gramm Säure):
Zum grandiosen Abschluss kommt ein dicht-konzentrierter Wein aus dem warmen, legendären Jahr ins Glas, der mit seiner schmelzigen und seidigen Art punktet. 19/20 –2036

1949 Rauenthaler Baiken Riesling Trockenbeerenauslese: Gold-Gelbes Bernstein. Erdig-tabakiges Bouquet mit Eukalyptus, Nussöl, Eberraute, kandierten Früchten und Feigen-Moutarde. Am Gaumen noch erstaunlich stoffig und fein zugleich, großartiges Spiel, extrem elegant gewoben mit recht feiner Säure, die ihm genügend Rückgrat und Spiel gibt. Keinerlei Ermüdungserscheinungen. Kann sicher noch gut zwei Dekaden auf dem Niveau bleiben. 19.5/20  trinken

Die gesamte Ausgabe gibt es hier: https://www.direktabo.de/de/genuss-tabak-wein/weinwisser/einzelhefte/digital/weinwisser-digital-12-2019-01-2020.html

 

 

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