Grosse Gewächse – Teil 3: DEUTSCHE PINOTS – WENIGER IST MEHR (FINESSE)

DEUTSCHE PINOTS – WENIGER IST MEHR (FINESSE)

Die deutschen Pinots gewinnen in der Spitze zunehmend an Eleganz und Finesse. Das haben wir bereits in unserem grossen Pinot Noir-Dossier (WW Ausgabe 07/17) geschrieben. Besonders der Umgang mit dem Barrique und der Lesezeitpunkte erfolgt mit mehr Feingefühl und ist weniger auf die kraftvolle Effekthascherei der Vergangenheit aus. Mit dem Jahrgang 2015 kommt jetzt noch ein (zumindest in vielen Teilen) grosses Spätburgunder-Jahr dazu, um diese Entwicklung weiter zu unterstützen. Zwar geht bei vielen der Trend zum späteren Markt-Release im Sinne einer Riserva, dennoch konnten wir bereits einige ausgezeichnete 2015er probieren. War es früher ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Huber und F. Becker, so hat sich in den letzten Jahren ein „Dreikampf“ etabliert. Absolut führend waren bisher Huber (Baden), Fürst (Franken) und dahinter auch Knipser (Pfalz) mit einem eher kräftig-schmelzigen Stil. Klaus Peter Kellers Morstein holt auf und scheint ein Langläufer zu sein – jung nicht immer einfach zu bewerten. Hier entsteht ein echter Vierkampf, zumal das uns vorab gezeigte 2015er GG Morstein „Felix“ jetzt schon Aussergewöhnliches verspricht und mit 19/20 schon auf Platz 3 unserer Pinot-Bestenliste landete. Vielleicht kommt einer der beiden folgenden noch dazu. Denn dahinter haben sich F. Becker, Rebholz und auch Heger mit klareren Profilen und weniger auf Kraft setzend als in der Vergangenheit (wieder) gut positioniert.

In Baden überraschte Frank Keller mit grossen Pinot-Klassikern und im Rheingau Kesseler mit einem weit aufgespannten Höllenberg, während der Schweizer Quereinsteiger Kaufmann seinen Weg in Richtung eines zarten Pinot-Stils zu finden scheint. Respektable Pinots kamen in diesem Jahr auch von Kranz, Philipp Kühn und den Rings-Brüdern aus der Pfalz. Und an der mit dem Jahrgang eher kämpfenden Ahr mit teils überreifen und gezerrten Weinen zeigen zumindest Meyer-Näkel und zum Teil auch Adeneuer und Stodden, wie salzig und wiedererkennbar Pinot vom Schiefer sein kann. In Rheinhessen überraschte Gutzler mit seinem Morstein.

Huber, Fürst und Keller an der Spitze

Mich hat in diesem Jahr die Phalanx an grossartigen Pinots von Huber schlichtweg begeistert – absolut bewundernswert, wie hier der junge Julian in die grossen Fussstapfen seines viel zu früh verstorbenen Vaters Bernhard reingewachsen ist. Sein erster komplett alleinverantwortlicher Jahrgang. Und was für einer! Ob man nun Huber oder Fürst vorzieht, ist letztlich eine reine Stilfrage. Beide sind herausragend – und jeweils mit ihrem Schlossberg (ex-aequo) an der Spitze, zu der sich nunmehr auch Kellers Morstein 2015 gesellt. Das Trio wird von Knipsers Burgweg und Mandelpfad gefolgt.

Zusätzlich zu unserem umfassenden Pinot Noir -Dossier in Ausgabe WW 07/17 mit dem ausführlichen Interview mit Jancis Robinson listen wir die besten Pinots nach Regionen auf ­ – ergänzt um eine spannende Replik von Sebastian Fürst zum Jancis Robinson-Interview.

Auf der letzten Seite der Print-Ausgabe beziehungsweise in unserer Datenbank finden Sie dann unser Best-of über alle Regionen und Rebsorten hinweg (WEINWISSER TOP 100). Zu den weissen Burgunder und zur Region Württemberg machen wir in der nächsten Ausgabe ein Spezial. Neben unserem Jubiläumsabo zum Vorzugspreis (99€ Digital, Print + Datenbanknutzung mit über 35.000 Fine-Wine-Notizen) und mit hochwertiger Prämienauswahl kann die Langversion mit allen Bewertungen auch als Einzelheft hier https://goo.gl/RKG7qM erworben werden.

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