Einer wie keiner: 2013 Reichsrat von Buhl Riesling brut

Der leider viel zu früh verstorbene pfälzische Unternehmer Achim Niederberger war einer der grossen Visionäre des deutschen Weins. Mit ihm hätte die deutsche Weinwirtschaft in den kommenden Jahren und Jahrzehnten noch so manches Wunder erlebt.

Von einen Traum, den er dann leider mit ins Grab nahm, hat Achim Niederberger mir in einem letzten Telefonat zur Vorbereitung eines Interviews erzählt. Seine Idee: eine Art nostalgischen Zug für Weintouristen nach dem Vorbild des Napa Express entlang der Deutschen Weinstrasse. Das werden wir sicher nicht erleben, aber dafür die Vollendung einer anderen Vision, die er noch persönlich angehen konnte: einen Rieslingsekt, der besten Chamapgner paroli bieten kann.

Eine seiner letzten Personalentscheidungen war es, Matthieu Kauffmann, den langjährigen Kellermeister der Champagnerhauses Bollinger, in die Pfalz zu locken und ihm genau diesen Autftrag zu erteilen. Nun braucht’s für Schaumweine im Stil eines  Champagners vor allem eins: viel Zeit. Einfach nur nach der Methode der Flaschengärung zu arbeiten, genügt nicht. Das haben schon viele versucht, aber stets kam immer ein Sekt heraus – kein Champagner.

Im Falle des Projekte von Buhl wird es bis ca. 2020 dauern, bis man die ersten absoluten Spitzenprodukte wird auf den Markt bringen können. Immerhin gibt es jetzt aber schonmal einen Vorgeschmack auf das, was uns dann erwartet: von Buhl Riesling Brut 2013. Seit für das Weihnachtsgeschäft 2014 die ersten 10.000 Flaschen  degorgiert wurden, herrscht ein wahrer Hype um diesen Wein. Noch ist er kein Champagner, aber schon recht nahe dran. Auf jeden Fall ist er ein Sekt, wie es noch keinen gab. Auch preislich ist er unschlagbar: 14 Euro kostet die Flasche.

In den kommenden Monaten  wird Kauffmann zwei weitere Versuchsballons starten, einen 2013 Jahrgangs Rosé vom Spätburgunder im Mai, zum Jahresende einen Blanc de Blancs ohne Jahrgang.  Der hat dann immerhin schon 24 Monate Hefelager. Spannend.

2013 Reichsrat von Buhl Riesling brut: Helles Goldgelb. Sehr feines champagnerartiges Mousseux, nicht so grob und grossperlig wie normalerweise deutscher Sekt sprudelt. In der  Nase mit einer leicht hefigen Würze. Am Gaumen eine klare trockene Art. Das hat wirklich Eleganz, Finesse und einen gewissen champagnerähnlichen Charakter, cremig und weinig. Etwas Aprikosenfrucht und Ananas. Unbedingt zwei, drei Flaschen weglegen, um ihn im gebührenden Abstand nochmals zu verkosten bzw. zu genießen, etwa zu Silvester 2023.

Bewertung in Punkten/trinkbar bis: 18/20 –2025

Weintipp und Foto: Mario Scheuermann


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