Perfekter Nachtisch : Colheitas 1900 von Niepoort und Krohn

Unterschiedlicher können Colheitas kaum sein. Während Niepoort von jeher Wert auf Balance und Finesse legt, punktet Krohn mit einem wahren Feuerwerk von Aromen in einer atemberaubenden Dichte.

Die 3 bis 4 Jahrzehnte Flaschenlagerung stecken beide Ports locker weg bzw. profitieren sogar davon. Kombiniert mit einem intensiven Zartbitter-Mousse – unschlagbar.

Krohn Colheita 1900 (abgefüllt 1988): Tiefdunkelbraune Farbe mit intensivem Farbkern und ausgeprägtem Wasserrand. Intensive kaffee- und schokoladenbetonte Nase, Acetonnote erkennbar. Am Gaumen süß mit intensiven Kaffee-, Malz- und Rosinennoten. Langer, intensiver Abgang.

19/20 –2040

Niepoort Colheita 1900 (abgefüllt 1972): Saubere, dunkelrote Farbe mit grünen Reflexen am Rand. Erstaunlich frisches und balanciertes Bouquet mit Haselnuss-, Mandel- und Kaffeenoten. Komplexer, frischer, balancierter Gaumen, minimale Acetonnoten. Langer, komplexer, balancierter Abgang.

19/20 –2040

Text und Foto: Axel Probst


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Bündner Kracherjahrgang 2013

Ohne Übertreibung war die Ernte 2013 eine der qualitativ besten überhaupt in der Bündner Herrschaft. Diese ausserordentliche Traubenqualität findet sich auch in der Flasche wieder. Die dicken Schalen der Beeren hatten enorm viel Extrakt, um dem Holz das nötige Gegengewicht zu geben. In ein paar Jahren wird sich das Barrique komplett integriert haben, das wird grandiose 2013er Pinot Noirs geben.

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Marios Weintipp: 2014 Kaufmann tell Riesling

Was macht der legendäre Wilhelm Tell im deutschen Rheingau? Klarer Fall: Er hisst gekonnt die rotweisse Flagge und verbindet VDP.Traubenadler mit dem Schweizer Kreuz. Denn der Schweizer Urban Kaufmann hat im vergangenen Jahr zusammen mit seiner  Lebensgefährtin Eva Raps, der langjährigen Geschäftsführerin des VDP, das renommierte Weingut Hans Lang in Hattenheim gekauft.

Im ersten selbstverantworteten Jahrgang 2014 hat er einem Teil der Flaschen eine neue Ausstattung verpasst und gleich einen ziemlich guten Signature Riesling Brand mit dem schönen Namen tell geliefert. Der kostet 16,50 Euro und bleibt damit preislich deutlich unter den Grossen Gewächsen.

Beim tell handelt sich um ein ortstypisches Cuvée aus den Hattenheimer Spitzenlagen Schützenhaus, Hassel und Wisselbrunnen, von dem zunächst 2.000 Flaschen für die Selektion Kaufmann gefüllt wurden.

In den kommenden Jahren könnte dieser Wein in eine Grössenordnung von bis zu 20.000 Flaschen wachsen, sofern er von den Kunden entsprechend angenommen wird…

2014 Kaufmann tell Riesling, Weingut Hans Lang / Selektion Urban Kaufmann, Hattenheim (Rheingau): Helles Strohgelb. In der Nase eine helle melonige Frucht und eine feine, aber charakteristische Mineralität. Am Gaumen eine verhältnismässig milde Säure, geschmeidig. Der Wein ist schlank und elegant, zeigt aber zugleich eine bemerkenswerte aromatische Dichte mit einer reifen Zitrusnote. Guter Abgang. Ein sehr gastronomischer Wein.

16 +/20

Weintipp und Foto: Mario Scheuermann


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Andrés Weintipp: 2010 Coma Vella, Mas d’en Gil

Anfang Mai, wenn in Falset die Fira del Vi, das alljährliche Weinfest, stattfindet, gibt es am nächsten Montag – sozusagen zum Ausklang – eine Verkostung von zehn Jahre alten Priorat-Weinen. In diesem Jahr handelte es sich dabei um den Jahrgang 2005.

Mit deutlichem Abstand setzte in diesem Jahr Ferran Centelles, der frühere Sommelier von Ferran Adrías weltberühmten El Bulli,  Clos Fontá des Mas d’En Gil an die Spitze der neunzehn verkosteten Weine, wie er für Jancis Robinson berichtete. Zu Recht fällt damit viel Aufmerksamkeit auf das Ausnahmeweingut Mas d’en Gil im südwestlichsten Zipfel des Priorat.

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