Das grosse Margaux-Spektakel – 30 Jahrgänge Château Margaux (Teil 2)

Die grosse „once-in-a-lifetime“-Probe fand im schönen Hotel Kronenschlösschen in Etlville-Hattenheim statt

Das grosse Margaux-Spektakel – 30 Jahrgänge Château Margaux beim Rheingau Gourmet Festival (Teil 2)

Von Giuseppe Lauria

Nahezu sieben Dekaden des legendären Château Margaux standen im wunderbaren Hotel Kronenschlösschen nebeneinander an. Ein Mythos von Wein, der wie kaum ein Zweiter für Eleganz und Finesse steht. Eine Delikatesse der Extraklasse – gekrönt von einem fabelhaften Gala-Dinner von Simon Stirnal.

Chefredakteur Giuseppe Lauria war bei diesem einzigartigen Festival der Superlative dabei. Teil 1 der Verkostung mit den Jahrgängen von 1945 bis 1985 mit einigen der ganz grossen bis legendären Jahrgänge wurde bereits in der WW-Ausgabe 06/17 ausführlich beschrieben. Jetzt folgen in Teil 2 (WW 02/18) unter anderem die superben und ewig in Konkurrenz stehenden Twin-Jahrgänge wie 1982 und 1983 sowie 1989 und 1990, aber auch grosse Weine aus 1995, 2000 und 2003. Dazu gibt es ein ausführliches EXKLUSIV-Interview mit Hans-Burkhard Ullrich, dem Chef des Rheingau Gourmet Festival und Hotel Kronenschlösschen (das Interview finden Sie in WW 02/18).

Die Verkostung:

Die Verkostung wurde von Alt nach Jung in verschiedenen Flights aufgestellt. Los ging es mit den frühen 1960er-Jahrgängen bis hin zum 2003er, der sich in einer wunderschönen, ersten Genussreife präsentierte. Es waren also alle ganz grossen Jahrgänge inklusive der berühmten Jahrhundertjahrgänge beziehungsweise grossen Jahren wie 1961, 1982, 1983, (1985), 1990, 1995, 1996, 1998, 2000, etc. dabei. Ein Fest der Extraklasse. Generell ist zu sagen, dass es bei solchen „Altweinproben“ immer mal zu herausragenden Überraschungen und aber auch herben Enttäuschungen kommen kann. Neben der Lagerung spielen Flaschenvarianz und auch unterschiedliche Abfüllungen eine grosse Rolle. Daher heisst es in Fachkreisen: „Im Alter verkostet man keine Jahrgänge mehr, sondern nur noch gute und schlechte Flaschen“.  Wir hatten an diesem denkwürdigen Abend verdammt viele gute Flaschen. Hier kommt Teil 2 seines umfassenden Reports dieser lukullischen Probe der Extraklasse, die zudem von einem superben Fünf-Gang-Gala-Menü von Kronenschlösschen Chefkoch Simon Stirntal kongenial begleitet wurde. Den Ausführlichen Bericht finden Sie in WW 06/17 und 02/18.

Verkostungsnotizen Teil 2:

von Giuseppe Lauria

 

1991: Helles Rubingranat mit deutlich aufhellenden Rändern. Für den schwierigen Jahrgang zeigt er eine schöne Frucht mit rotbeerigen Schattierungen, Tabak und feine Reste von Röstnoten und getrockneten Blumen. Am Gaumen mittelgewichtig, durchaus noch recht frisch und feinen Konturen, aber klar muss er dem Jahrgang mit Blick auf Tiefe und Komplexität Tribut zahlen. 16/20 Trinken

 

1992: Trübes Rubingranat. Sehr schwierige Nase, es wurde auch über Kork bzw. Korkschleicher gesprochen. Hinter dem leichten Muffton entwickelte sich aber eine ansprechende Frucht mit Cassis und Johannisbeersträuchern, die von unreifer Cabernet-Würze dominiert wird. Am Gaumen mittelgewichtig, etwas raubeinig, aber mit guter, adstringierender Frische und Zug ausgestattet, sehr präsentes, feinkörniges Tannin, das von einer schmelzigen Fruchtsüsse mit Kirsche und Cassis ummantelt wird. Ansprechende Länge. 16/20 trinken

 

1993: Diesen Wein hatte ich schon unzählige Male im Glas und obgleich aus einem kleineren Jahr enttäuscht er nie. Auch dieses Mal nicht. Rubinrote Farbe mit noch leichtem Purpur. Wunderbare Margaux-Würze in der Nase, vielleicht nicht ganz so sublim wie in den grossen Jahren, aber unverkennbar in seinem Parfüm, diesmal auch etwas Granatapfelnoten und Sauerkirsche. Am Gaumen sehr linear, elegant, mit charmanter Fruchtfülle und feinen, seidigen Tanninen, die dem Wein genügend Gerüst und Länge geben. Wird noch einige Jahre auf hohem Niveau bleiben, dennoch sollte diese Delikatesse jetzt ohne Reue getrunken werden. 18/20 trinken

 

Der ewige Vergleich zweier Giganten-Jahrgänge

1982: Natürlich war das einer der Highlights in der Verkostung. Der ewige Vergleich der beiden Jahrgänge 1982 und 1983, der häufig in die eine oder andere Richtung polarisiert. Dabei sind sie beide ganz gross – aber eben unterschiedlich. Trübes Rubinrot. Herrliches, überwältigendes Bouquet von grosser Fülle, Feinheit und Tiefe. Immer noch enorm druckvoll, intensiv, der perfekte Ausdruck dieses unwiderstehlichen Margaux-Parfüm, das die Herzen seiner Anhänger regelrecht in Wallung bringt. Könnte man es als Parfüm abfüllen, ich würde es sofort kaufen. Hinzu kommen Minze sowie steinig-erdige Noten, die an Mineralik denken lassen. Am Gaumen weit ausladend, dabei ungemein feingesponnen, von burgunischer Eleganz und Souplesse, schier verführerisch. Diese royale Eleganz paart sich im grossen Finale mit feinster Lakritz und Frische gebenden ätherischen Noten. Ganz grosses Margaux-Kino, vielleicht auf dem letzten grossen Höhepunkt. 19.5/20 trinken

 

1983: Auch bei diesem Tasting trennten sich die beiden Lager fast in gleichen Teilen. Also zeigte auch der 1983er aus dem allgemein kleineren Aussenseiterjahrgang (aber nicht in der Appellation Margaux!) von seiner besten Seite. Übrigens war dies der erste Jahrgang des im vorletzten Jahr verstorbenen Managing Director Paul Pontillac, der über drei Jahrzehnte das Gesicht des Château war. Dichtes Rubingranat. Schon die Farbe zeigt sich kräftig, satt und gut gefüllt. So geht es auch im Duft weiter: Nahezu perfektes Bouquet mit dichter und saftig-klarer Frucht, ist enorm vielschichtig und tief gestaffelt. Dann kommt die volle Cassis-, Rauch- und Tabak- und Maulbeerladung, dazu ein Hauch Rosinen – grosse Konzentration, ohne fett oder überladen zu wirken. Wow, das verschlägt einem erstmal die Sprache. Auch am Gaumen enorm zupackend, griffig, dicht und fest gewoben, ein Cabernet-dominierter Riese mit royaler Adstringenz, der noch weitere Reserven in seinem schier kraftvollen, aber nicht monströsen Körper trägt. Hier ist noch viel Musik drin, besonders aus Magnums dürfte hier noch weiteres Potenzial in Richtung 20/20 sein. 19.5+/20 –2040

 

1986: Der Jahrgang gehört ja zu den verschlossensten überhaupt, was in Fachkreisen und bei Freaks regelmässig die Frage aufwirft, wann und ob er überhaupt irgendwann in die perfekte Trinkreife kommt. Im Duft schon eher kühl und weniger kommunikativ als seine beiden extravaganten Vorgänger. Im Mund sehr klassisch, viel Struktur, die feste Tanninstruktur ist noch griffig und zeigt weitere Reserven. Dennoch mit schöner Eleganz, fast von zeitloser Dimension. Ein Klassiker, der zu einem kräftigen Essen alle seine Vorteile ausspielen dürfte. 17/20 –2040

 

1988: Noch so ein Jahrgang, der regelmässig im Schatten seines extrovertierteren Nachfolger-Paars 1989 und 1990 stand. Dunkles Granat mit mittlerem Rand. Auch hier eher kühler, klassicher Duft, nicht besonders einnehmend, aber eben mit der Klasse, die Margaux ausstrahlt. Im Bouquet Leder, Rauch, schwarze Pfefferkörner, aber alles sehr verhalten, ein Hauch Kräuter schwingt mit. Am Gaumen fest und von massiver Struktur, leicht aufrauende, zupackende Tannine, die Reserven anzeigen, aber auch auf Kosten der Eleganz gehen. 18/20 –2025

„Drinking history“: Teil 1 der Verkostung umfasste die Jahrgänge von 1945 bis 1985 (Bild: Lustfaktor)

1989: Jetzt kam es zum nächsten Giganten-Duell. Noch so ein Klassiker aus den Twin-Jahrgängen. Strahlenendes Rubingranat mit aufhellendem Rand und bräunlichem Schimmer. Verführerisches, ausladendes Bouquet von schier verschwenderischer Fülle und Exotik. Wow, das hätte ich blind kaum nach Bordeaux gesteckt, wirkt in seiner exotischen Art fast kalifornisch: Dunkle Frucht mit Zedernholz, Schokolade, Korinthen, Moschus und süsses Lakritz; erst nach dieser exhibitionistischen Welle taucht die Margauxwürze nach und nach auf. Diese Orgie findet dann im Mund ihre Fortsetzung: Extraktsüsse meets Terroirwürze. Dabei durchaus fein gesponnen, das Tannin ist fest, körnig und mit zarter Adstringenz, die Säurestruktur ist genial und gibt ausreichend Frische, das hat noch Reserven für ein weiteres Jahrzehnt. 19/20 –2028

 

1990: Dichtes Rubingranat, fester Kern mit aufhellendem Rand. Grossartiges Bouquet von umwerfender Süsse, perfekter Reife und grosser Fülle. Pflaumig-reife Schattierungen paaren sich mit Rosinen, hellem Tabak, Milchkaffee und royalen Blumennoten. Das ist floral ohne Ende. Wie ein hochwertiges Eau de Parfum. Am Gaumen sehr reif, voller Charme, perfekt proportioniert, wieder mit unbändiger Süsse, hat aber noch enorm Druck. Welch’ eine sinnlich-sublime Schönheit, mit fantastischen Reserven. Ganz grosser Moment während der Verkostung. Wie Gabriel schon vor Jahren schrieb: „Trinken, träumen, taumeln.“ Nur beim Trinkfenster hat er sich etwas getäuscht. Denn dieses ist nicht vorbei, sondern hat – freilich bei gut gelagerten Flaschen – noch durchaus Reserven für ein weiteres Jahrzehnt. 20/20 –2028

Simon Stirnal, Hotel Kronenschlösschen, kochte ein grossartiges Gala-Menü

Hans B. Ullrich, Chef des Kronenschlösschens und Rheingau Gourmet & Wein Festivals

1994: Dichtes Rubinrot. Im Duft strahlt er viel Cabernet-Würze aus: Cassis, dazu Blaubeeren, Schokolade und eine Würzorgie aus Thymian und Wildfleisch. Letzter Jahrgang, wo noch relativ viel Merlot im Blend zu finden war. Am Gaumen konzentriert und kompakt, körniger Gerbstoffe zeigen den Jahrgang, eher männlicher Typ mit aufrauenden Tanninen und merklicher Adstringenz. 18/20 –2026

 

1995: Konzentrierter Duft, dabei sehr klar und pure Frucht. Macht im Glas wunderbar auf mit reifem Cassis, Brombeeren, Zedernholz und Havanna-Tabak. Am Gaumen sehr klassische Art, viel Frische und Zug zeigend, hochfeine Tannine, saftige Frucht, die von einer schönen Säure getragen wird. Unaufgeregte, grosse Klasse. 18/20 –2035

 

1996: Parfümiertes Bouquet mit femininer Anmutung: Cranberries, rote Johannisbeere, feinstes Holz, Palisander, Zigarrenkiste; legt im Glas enorm zu und entwickelt sich zu einem gebündelten Traum-Duft. Wie in der Nase legt er auch am Gaumen mit Luft deutlich zu. Zeigt sich elegant und mit vielen Nuancen, das ist ein ganz feiner, aristokratischer Margaux, der jetzt schon viel Noblesse und grossartige Finesse ausstrahlt. Hat mir schon vor einem Jahr fantastisch geschmeckt, und jetzt noch ein Tick besser. 19.5/20 –2040

 

1997: Parfümierter Duft mit der Margaux-Duftpalette aus Cassis, Erde, Rauch, Zigarrenkiste und Veilchen. Im Mund sehr dicht und charming, schöne Extraktsüsse auf würzigem Hintergrund, noch sehr jugendliche Frucht mit viel frischen rotbeerigen Reflexen und cremiger Textur. Überhaupt noch sehr jung wirkend, das hat noch Reserven, was sich auch an der grossen Länge zeigt. 18+/20 –2028

 

2000: Sattes, dichtes Rubinrot, nur leicht aufhellende Ränder. Volles, laszives Bouquet mit enorm jugendlicher Frucht, facettenreicher Würze und zarter Röstaromatik. Weitgefächerte Vielschichtigkeit, in der Cassis, blaue Beeren und eine aparte Minzenote den Ton angeben. Am Gaumen mit delikater Saftigkeit superber Balance punktend, die zart cremige Textur fördert den hedonistischen Trinkfluss, wirkt gerade enorm zugänglich, pure Trinkfreude, grosser Wein. 19+/20 –2045

 

2003: Einnehmender, tiefer und intensiver Duft, erotisch-laszive Ausstrahlung mit blaubeerigen und floralen Konturen. Dieser Sexy-Margaux aus dem heissen Jahrgang zeigt sich zwar hochkonzentriert und extrovertiert, aber mit disziplinierter Fülle und Struktur. Dabei durchaus verspielt und mit Finesse. Ganz fein gesponnen, ungemein saftig, Cassisduft, nur am Ende zeigt sich eine feine Bitternote, die dem heissen Jahrgang geschuldet sein dürfte. Würde man dennoch nicht unbedingt in 2003 stecken. Hier kann es auch bald zu 19/20-Erlebnissen kommen. 18.5+/20 –2040

 

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NEUE RUBRIK: PERLEN.DES MONATS – DOM PÉRIGNON 2004

Dom Pérignon – der „Don“ unter den Champagner

Es ist wahrscheinlich der berühmteste Champagner der Welt. Und er eignet sich wie kaum ein Zweiter für den Start unserer neuen Rubrik Perlen.des Monats, in der wir nun regelmässig grosse, flaschenvergorene Schaumweine der Welt hier und auf www.weinwisser.com vorstellen und ausführlich besprechen. Egal ob Champagner, hochwertige Winzersekte, Franciacorta, Trento.doc oder Cava. Hauptsache sie sind erstklassig und eigenständig.

 

Ikone Dom Pérignon

Wie kein Zweiter steht Dom Pérignon ikonenhaft für Champagner. Er steht so unmissverständlich für Luxus und Prestige, dass Stars und Sternchen in den angesagtesten Clubs und Bars der Welt am liebsten Dom Pérignon-Flaschen schlürfen. Auch 007 tut es. Zum Beispiel im nicht minder berühmten Bond-Film „Goldfinger“ (1963). Das hat sicherlich auch zum beispielslosen Aufstieg des Labels beigetragen. Markenbildung nennt man das. Und längst ist der „Dom“ eine dieser Kult-Marken wie Mouton, Margaux, Petrus oder teure Uhren und Handtaschen. Er kommt aus dem Champagner-Riesen Moët & Chandon, das zum börsennotierten Luxusgüterkonzern LVMH gehört. Aber Dom Pérignon ist mehr als nur Ikone: Hinter dem Champagner steckt eine mythenreiche Geschichte der Champagnerentstehung, die um den Benediktinermönch gleichen Namens kreist und bis ins 17. Jahrhundert zurück reicht. Über 40 Jahre lebte und arbeitete Dom Pierre Pérignon in der Abtei Hautvillers, die heute mitsamt der angrenzenden Premier Cru Rebfläche im Besitz von Moët & Chandon ist. Sein Vermächtnis zählt zu den Grundpfeilern des Weinbaus der Champagne und so verwundert es nicht, dass der Name seit 1921 als Prestige Cuvée-Marke im Einsatz ist. Doch abseits der tief verwurzelten Historie lebt die Champagnermarke längst von der Dynamik ihrer Popularität sowie der zeitgenössischen Inszenierung, die unter Anderem mit limitierten Künstler-Editionen belebt wird.

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WEINWISSERS Wein des Monats: Gaja Sperss 1999 – Piemont im Spätherbst – ein Sehnsuchtsort für Weinkulinariker – Barolo- und Trüffelreise

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Anfang November hatte ich die grosse Freude, genau zur Trüffelmesse ins Piemont zu reisen und dabei einige der besten Barolo-Winzer zu besuchen. Darunter den Großmeister und Grand Seigneur der italienischen Weinszene Angelo Gaja, der uns persönlich empfing, uns seine Weinberge zeigte und Rede und Antwort stand. Er ist in Italien und darüber hinaus ein Star. Fast im Alleingang hat er das Piemont mit seinen Spitzenweinen Barbaresco und Barolo international bekannt gemacht und ihnen einen Platz unter den besten Weinen der Welt verschafft. Sein Charisma ist ansteckend, seine Auftritte sind emotional bis virtuos und seine Weine Weltklasse. Mit 77 Jahren steht er quickfidel mit uns im Weinberg, erzählt, gestikuliert kraftvoll mit den Händen und zeigt uns mit fesselnder Emotionalität alle Details der Weinbergsarbeit. Wer aber mit dem Maestro ein Wortlaut-Interview führen will, muss erst einmal zu Wort kommen. Chefredakteur Giuseppe Lauria nutzte seine Chance und sprach mit dem „König des Barbaresco“ Angelo Gaja über Vergangenes, den Einfluss der Klimaveränderung auf Barbaresco und Barolo sowie über den heiss diskutierten Verkauf des Weinguts Vietti an den US-Investor Krause für kolportierte rund 60 Millionen Euro. Mehr dazu in unserer aktuellen Ausgabe.

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WEINWISSERS Wein des Monats: Teuerster Grange aller Zeiten – Penfolds stellt sein 2012er Flaggschiff vor. WW ist vor Ort dabei und durfte Australiens Weinikone vorab verkosten!

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Am Donnerstag, 20. Oktober, wird der neue Jahrgang der australischen Weinikone Grange zum Verkauf freigegeben. Mit einem Preis von 890 australischen Dollar (ca. 620 Euro) pro Flasche wird es der teuerste Grange bisher sein und damit die beiden Vorgängerjahrgänge (785 Aus. Dollar / 537 Euro) noch einmal deutlich übertreffen. Doch wird er auch einmal einer der besten Grange werden?

Peter Gago, Penfolds Chief Wine Maker, möchte sich da noch nicht festlegen. Der 2012er stehe in einer Reihe mit den ganz grossen Jahrgängen, so Gago. Aber wie weit er es tatsächlich hinauf schafft in der Hierarchie der legendären Abfüllungen dieses Wein, kann nur die Zeit zeigen. Der neue Grange ist der 62. Jahrgang seit 1951. Er setzt sich in diesem Jahr aus 98 % Shiraz und 2 % Cabernet Sauvignon zusammen und stammt von Weinbergen des Barossa Valley und des McLaren Vale. Der für diesen Wein üblichen Üppigkeit und Reife (14,5 % Alkohol) steht eine gesunde Säureausstattung von 6,8 g/l gegenüber. In Europa wird der 2012er Grange wahrscheinlich ab Mitte November verfügbar sein.

WEINWISSER-Autor Frank Kämmer MS konnte den neuen Grange bereits vorab am Tag vor seiner offiziellen Premiere auf dem Weingut verkosten. Hier seine aktuellen Eindrücke: Weiterlesen

Axels Weintipp des Monats: POMMERY Cuvée Louise 2004 Brut Nature

Ein Aufschrei ging durch die Fachwelt. Von „Unsinn“ bis „sehr interessant“ und „perfekt gemacht“ habe ich schon fast alles gehört: Pommery traut sich und bringt ihre Prestige Cuvée Louise im Jahrgang 2004 zum ersten Mal ohne Dosage in die Flasche. Mit ihren Prestige Cuvées können und sollen die Hersteller zeigen, was sie können – ohne Rücksicht auf Verschnitte oder Zuckerzugaben. Eine bewusste Limitierung.  Weiterlesen

Thorstens Weintipp: 2014 Erbacher Marcobrunn Riesling Kabinett

Der Letzte seiner Art

Strenge Qualitätsvorgaben hat sich das Eltviller Traditionsweingut Baron Knyphausen bereits in den 1980er Jahren zusammen mit anderen Rheingauer Weingütern in der «Charta Rheingau» auferlegt. Zudem ist Weingut Knyphausen seit langem Mitglied im Verband der Prädikatsweingüter (VDP), arbeitet also im Grunde mit zwei Regelwerken. Seit dem Übergang der Charta in den VDP weisen die Reglements eine hohe Schnittmenge auf – Unterschiede existieren in erster Linie bei der Frage, welche Weine mit einer Lagenbezeichnung versehen werden. Kabinettweine dürfen nach den jetzigen Regeln des Verbands der Prädikatsweingüter nur bis einschliesslich Jahrgang 2014 mit Angabe der Lage vermarktet werden.

Damit ist WEINWISSERs aktueller Weintipp, der 2014 Erbacher Marcobrunn Kabinett, der Letzte seiner Art. Wer als Weintrinker gefallen an dem trockenen Kabinettstil des Weinguts Knyphausen gefunden hat, muss trotzdem künftig nicht darauf verzichten: «Der Kabinetttypus ist zukünftig im Bereich VDP.Gutswein als Charta Kabinett (stilistisch am oberen Rand der trockenen Analytik) sowie trocken als Ortswein Erbach in unserem Portfolio enthalten », erläutert Juniorchef Frederik zu Knyphausen. «Letztlich sind die Ortsweine der letzten Jahre immer Kabinetttypen».

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