Grosse Gewächse – Teil 3: DEUTSCHE PINOTS – WENIGER IST MEHR (FINESSE)

DEUTSCHE PINOTS – WENIGER IST MEHR (FINESSE)

Die deutschen Pinots gewinnen in der Spitze zunehmend an Eleganz und Finesse. Das haben wir bereits in unserem grossen Pinot Noir-Dossier (WW Ausgabe 07/17) geschrieben. Besonders der Umgang mit dem Barrique und der Lesezeitpunkte erfolgt mit mehr Feingefühl und ist weniger auf die kraftvolle Effekthascherei der Vergangenheit aus. Mit dem Jahrgang 2015 kommt jetzt noch ein (zumindest in vielen Teilen) grosses Spätburgunder-Jahr dazu, um diese Entwicklung weiter zu unterstützen. Zwar geht bei vielen der Trend zum späteren Markt-Release im Sinne einer Riserva, dennoch konnten wir bereits einige ausgezeichnete 2015er probieren. War es früher ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Huber und F. Becker, so hat sich in den letzten Jahren ein „Dreikampf“ etabliert. Absolut führend waren bisher Huber (Baden), Fürst (Franken) und dahinter auch Knipser (Pfalz) mit einem eher kräftig-schmelzigen Stil. Klaus Peter Kellers Morstein holt auf und scheint ein Langläufer zu sein – jung nicht immer einfach zu bewerten. Hier entsteht ein echter Vierkampf, zumal das uns vorab gezeigte 2015er GG Morstein „Felix“ jetzt schon Aussergewöhnliches verspricht und mit 19/20 schon auf Platz 3 unserer Pinot-Bestenliste landete. Vielleicht kommt einer der beiden folgenden noch dazu. Denn dahinter haben sich F. Becker, Rebholz und auch Heger mit klareren Profilen und weniger auf Kraft setzend als in der Vergangenheit (wieder) gut positioniert.

In Baden überraschte Frank Keller mit grossen Pinot-Klassikern und im Rheingau Kesseler mit einem weit aufgespannten Höllenberg, während der Schweizer Quereinsteiger Kaufmann seinen Weg in Richtung eines zarten Pinot-Stils zu finden scheint. Respektable Pinots kamen in diesem Jahr auch von Kranz, Philipp Kühn und den Rings-Brüdern aus der Pfalz. Und an der mit dem Jahrgang eher kämpfenden Ahr mit teils überreifen und gezerrten Weinen zeigen zumindest Meyer-Näkel und zum Teil auch Adeneuer und Stodden, wie salzig und wiedererkennbar Pinot vom Schiefer sein kann. In Rheinhessen überraschte Gutzler mit seinem Morstein.

Huber, Fürst und Keller an der Spitze

Mich hat in diesem Jahr die Phalanx an grossartigen Pinots von Huber schlichtweg begeistert – absolut bewundernswert, wie hier der junge Julian in die grossen Fussstapfen seines viel zu früh verstorbenen Vaters Bernhard reingewachsen ist. Sein erster komplett alleinverantwortlicher Jahrgang. Und was für einer! Ob man nun Huber oder Fürst vorzieht, ist letztlich eine reine Stilfrage. Beide sind herausragend – und jeweils mit ihrem Schlossberg (ex-aequo) an der Spitze, zu der sich nunmehr auch Kellers Morstein 2015 gesellt. Das Trio wird von Knipsers Burgweg und Mandelpfad gefolgt.

Zusätzlich zu unserem umfassenden Pinot Noir -Dossier in Ausgabe WW 07/17 mit dem ausführlichen Interview mit Jancis Robinson listen wir die besten Pinots nach Regionen auf ­ – ergänzt um eine spannende Replik von Sebastian Fürst zum Jancis Robinson-Interview.

Auf der letzten Seite der Print-Ausgabe beziehungsweise in unserer Datenbank finden Sie dann unser Best-of über alle Regionen und Rebsorten hinweg (WEINWISSER TOP 100). Zu den weissen Burgunder und zur Region Württemberg machen wir in der nächsten Ausgabe ein Spezial. Neben unserem Jubiläumsabo zum Vorzugspreis (99€ Digital, Print + Datenbanknutzung mit über 35.000 Fine-Wine-Notizen) und mit hochwertiger Prämienauswahl kann die Langversion mit allen Bewertungen auch als Einzelheft hier https://goo.gl/RKG7qM erworben werden.

Ein ausgezeichnetes Jahr für Riesling-Puristen – Teil 2

Das Regionen-Ranking: Nahe, Pfalz und Rheinhessen ganz vorne

War die Mosel im vergangenen Jahr klarer Sieger und die Pfalz eher Verlierer, so hat sich das in diesem Jahr gedreht. Während die Mosel mit dem Jahrgang zu kämpfen hatte, trumpften Pfalz, aber noch mehr Nahe und Rheinhessen gross auf. In diesen Regionen gab es die meisten Weltklasse-Weine (19/20). Aber der Reihe nach.

Nahe: Die Aufsteigerregion der letzten Jahre zeigte sich sehr homogen. Hier gelingt einfach in grosser Regelmässigkeit der Spagat aus Fülle, kräuterwürziger Mineralik und Struktur. Und doch sind die Stile so vielfältig wie die Terroirs an der Nahe. Besonders die Top Drei Schäfer-Fröhlich, Emrich-Schönleber und Dönnhoff präsentierten sich mit herausragenden Kollektionen in Bestform. Hier lösen Tim Fröhlichs Felseneck, die beiden Halenberg von ihm und Emrich-Schönleber sowie Dönnhoffs Hermannshöhle – jeder mit seinem Stil – Gänsehaut aus. Vom berühmten Ritt auf der Rasierklinge mit würzigen, reduktiven Sponti-Noten und verdichteter Schieferwürze (z.B. Felseneck), über das kräuterwürzige und weit gespannte Riesling-Monument mit gotischer Anmutung (Emrich-Schönlebers Halenberg) bis hin zur beschwingten, fast schwebenden und saftig-animierenden Hermannshöhle mit präziser, glockenklarer Frucht und reifer Säure ist alles dabei. Nicht nur an der Nahe. VDP-Nahe-Vorsitzender Frank Schönleber fasst den Jahrgang so zusammen: „Die 2016er Weine sind in der Spitze ungeheuer präzise und spannend. In der breiten Masse waren die Qualitäten in 2015 sicherlich homogener als in 2016, in der Spitze gibt es aber eine ganze Reihe von grandiosen Weinen.“ Genau so sehen wir das auch. Und gleich mehrere Nahe-Rieslinge sind ganz vorne in der Spitze der WEINWISSER Champions League-Tabelle zu finden. Gleich vier Rieslingen landen mit 19/20-Punkten unter den Top 12.

Grosse Dynamik am Roten Hang – Der Pettenthal-Flight gehörte zu den besten in Wiesbaden

 

 

Rheinhessen: Das Land der tausend Hügel zeigte sich in der Spitze ebenfalls homogen. Diesmal sowohl im Hügelland als auch am Roten Hang, wo mit einer neuen Generation von Winzern wie Kai Schätzel, Johannes Hasselbach, Felix Peters oder Carolin Spanier-Gillot eine eindrucksvolle Dynamik entstanden ist. Klaus Peter Keller legte abermals eine atemberaubende Phalanx an grossen Weinen vor (siehe hierzu das Interview auf den Seiten 2 und 3 sowie das Spezial mit Beschreibung der kompletten Jahrgangskollektion). Die GG sind allesamt herausragend, die Kabinette und Auslesen tänzerische Ballerinen, die man eher an die Mosel verortet. Mit dem Pettenthal GG und dem Spätburgunder Morstein „Felix“, die bei der gestrigen VDP-Versteigerung einen Nettopreis von 275€ und 550€ pro Flasche erzielten, ist ihm ein wahrer Coup gelungen: In beiden Fällen schwebende, verdichtete Leichtigkeit mit enormer Strahlkraft und Griffigkeit. Dicht dahinter haben sich wieder Wittmann mit einem grandiosen Morstein und Kirchspiel sowie Battenfeld-Spanier und Kühling-Gillot mit jeweils sehr ausdrucksstarken Weinen platziert. Das sind wunderbar trockene Rieslinge mit kühler Anmutung, grosser inneren Dichte, fest verwoben und mit dunkelwürzigen, leicht ins tabakige gehende Gelbfruchtaromen – in beiden Fällen mit hoher Wiedererkennbarkeit. Mit neuer oder vielmehr alter Stärke zeigen sich Wagner-Stempel, der zu den GG einen spannenden trockenen Riesling namens „EMT“ zur Versteigerung gab und Gunderloch, der mit einem exzellenten Pettenthal überraschte. Überhaupt war 2016 ein Pettenthal-Jahr und so gehörte dieser Flight zu den besten in Wiesbaden. Kai Schätzel ist weiterhin auf Kurs, gerade der gestern probierte Versteigerungs-Kabinett zeigte grosse Klasse, auch wenn mir die GG etwas zu gerbstoff- und säurebetont sind.

Kellers Pettenthal (360 Flaschen) wurden für 275€ netto versteigert

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rheingau: Im Rheingau ist zwar einiges in Bewegung gekommen und es wird viel experimentiert. Brillieren und überzeugen konnten aber allen voran die Top-Betriebe wie Kühn (mit seinen wiederum sehr individuellen 2015er GG) und Leitz mit glockenklaren und erstaunlich leichtfüssigen Bergrieslingen sowie Spreitzer unter anderem mit einem erneut starken und dunkelwürzigen Wisselbrunnen. Waren mir die Künstler-Weine im letzten Jahr zu barock, zeigten sie eine bemerkenswerte Rückkehr zu mehr Leichtigkeit und Eleganz. Das elegant-würzige Kirchenstück ist wieder nuancierter und früher zugänglich, die Hölle klar und tiefgründig. Achim von Oetinger präsentierte erneut den besten Marcobrunn, aber auch Prinz, Wegeler sowie Barth und Allendorf setzen mit teils im Holzfass ausgebauten und bewusst leicht gerbstoffbetonten Charakterweinen tolle Akzente. Ebenso souverän die Rieslinge von Johannishof, während Alexander Jung mit einem kräftig-schmelzigen Siegelsberg eine neue stilistische Variante bietet. Weil präsentierte einen festen, kühlen und langlebigen Gräfenberg, während Schloss Johannisberg nach den vielen personellen Wechseln ein respektables, leichtfüssiges GG lieferte, das eine Rückkehr zu mehr Reintönigkeit zeigt. Bei den Pinots gelingt Kesseler und Künstler jeweils ein Coup mit dem Assmannshäuser Höllenberg und die Weine Kaufmanns gewinnen mit Eleganz und Leichtigkeit zunehmend an Profil. Ausserhalb des VDP setzen einmal mehr die Bergweine von Theresa Breuer, allen voran der Rüdesheimer Berg Schlossberg, eine Benchmark für klassisch-langlebige Rieslinge von zeitloser Schönheit, aber mit viel Substanz und wenig Alkohol. Allerdings sind diese Weine jung schwierig zu verkosten und brauchen – ähnlich wie die 2008er – noch etwas Zeit. Mehr dazu im Kapitel Rheingau mit dem Breuer-Spezial.

Blick auf die beeindruckende Saarschleife: An der Saar brillierte vor allem Van Volxem

Mosel: Die Mosel, unser letztjähriger Regionen-Gewinner, hat sich mit dem 2016er Jahrgang schwergetan. Entsprechend gab es deutlich weniger Anstellungen, was konsequent und richtig ist. Klar ist, dass die Mostgewichte der Trauben an der Saar – wie meistens – nicht ganz so hoch waren wie die an der Mosel. „Allerdings präsentieren sich die Weine aufgrund der langsameren Reife infolge der an der Saar kühleren Bedingungen letztlich aber finessenreicher und auch aromatischer“, berichtet Roman Niewodniczanski im Exklusiv-Interview mit dem WEINWISSER. Schon im vergangenen Jahr ganz vorne, zeigte Van Volxem eine sehr starke Kollektion mit grandiosen GG – allen voran der herausragende Scharzhofberger: Ein Wein, so schön wie eine Michelangelo-Skulptur. Eine gemeisselte Delikatesse. Aber auch Heymann-Löwenstein überzeugte mit einer bärenstarken Kollektion und einer weiterhin erkennbaren Rückkehr zu mehr Finesse und Terroir. Das kühlste und klarste GG ist dabei der Uhlen Röttgen mit seiner steinig-mineralischen Art, auch wenn der Blaufüsser Lay noch eine Dimension mehr zu bieten hat.

Apropos steinig-mineralisch: Das gilt ebenso für Schloss Liesers und Peter Lauers schlanke, schieferwürzige und messerscharf-zupackende Rieslinge. Keine Blösse gaben sich St. Urbans-Hof, Fritz Haag, Maximin Grünhaus, Dr. Loosen (mit allerdings sehr unterschiedlichen Stilen und Qualitäten) sowie von Othegraven. Etwas besser als im Vorjahr präsentierte sich der Karthäuserhof mit einem formidablen kräuter-mineralischen Herkunftsriesling.

Pfalz: Die Pfalz gehört zu den Gewinnern des Jahrgangs, besonders die Mittelhardt zeigte sich deutlich besser als im Vorjahr. Allen voran Bürklin-Wolf mit seinen erst jetzt präsentierten 2015er und Reichsrat von Buhl mit einer (auch numerischen) Phalanx an eigenständigen und knochentrockenen Rieslingen. Doch ganz oben sehen wir wieder das Weingut Rebholz – zum einen mit zwei herausragenden Rieslingen, vor allem aus dem Kastanienbusch, der spielerisch die Balance aus Stoffigkeit, Finesse und Tiefe in Einklang bringt. Auch der Weissburgunder und erst jetzt vermarktete 2012er Pinot sind ganz vorne zu finden. Dicht dahinter platzieren sich Wehrheim und von Winning, während Bassermann-Jordan nicht durchgängig das hohe Vorjahresniveau erreichte.

Für die weissen Burgundersorten war der Jahrgang schwieriger. Dieser Sortentyp gelingt mit einer gewissen Reife und Fülle einfach besser. Sie bleiben deshalb in den meisten Fällen etwas hinter den 2015ern zurück. Bei den Weissen Burgundersorten ist Wehrheims ungemein schmelziger und vielschichtiger Mandelgarten unangefochten an der Spitze, dicht gefolgt von Rebholz und Knipser. Anders sieht es bei den Pinots aus, wo Knipser mit seinen „Riserven“ aus 2013 ganz oben steht, dicht gefolgt von F. Becker und Rebholz. Nur einige wenige haben den 2015er Spätburgunder vorgestellt, der für diese Sorte als Jahrgang sicher zum Besten gehört, was bisher in diesem Jahrhundert gewachsen ist.

Franken. Kaum eine Region hat in den vergangenen Jahren so aufgeholt wie Franken. Und dass nicht nur mit Silvaner, sondern auch mit charaktervollen Riesling. Waren früher die Franken-Weine eher rustikal und hoch im Alkohol, arbeiten die Spitzenwinzer immer mehr daran, den Körper und die Fülle mit mineralischen Akzenten und strafferer Struktur in Schach zu halten. Bei den Silvanern zeigt sich ein sehr ähnliches Bild wie im Vorjahr. Besonders das Spitzenduo Weltner und Luckert haben ungemein komplexe und gleichzeitig animierende Weine auf die Flasche gebracht. Mit ihren charaktervollen, stilistisch völlig unterschiedlichen Silvanern Küchenmeister „Hohenleite“ (Weltner) und Maustal (Luckert) knüpfen sie nahtlos an die ausgezeichnete Vorjahresleistung an und stehen praktisch Schulter-an-Schulter auf dem Siegertreppchen. Allerdings ist die Spitze enger zusammen als im vergangenen Jahr. Denn dazu gesellen sich Horst und Rainer Sauer – beide mit einem starken „Am Lumpen 1655“. Und auch das Juliusspital meldet sich mit einem superben 2015 Silvaner GG aus der Lage Würzburger Stein zurück – die längere Fassreife und der komplettere Jahrgang 2015 haben hier gute Früchte getragen. Rudolf Mays Rothlauf ist auch in diesem Jahr unter den Top-Ten.

Von den grösseren Gütern punktete das Bürgerspital mit seinen beiden Lagen-Silvanern. Eine schöne Überraschung gelang dem Weingut Am Stein – mit einem sehr eigenständigen Silvaner und Riesling aus dem dem Stettener Stein.

Silvaner gewinnt immer mehr an grossartiger Eleganz und Herkunftscharakter. Immerhin schafften es vier Silvaner über die hervorragende 18-Punkte-Grenze. Beim Franken-Riesling setzen nach wie vor Fürst, Weltner und Luckert die Massstäbe.

Baden: Hier kann man zwei Headlines bringen: Die erste lautet in ganz dicken Lettern: Huber beeindruckt auf ganzer Linie: Schon im vergangenen Oktober schrieben wir, dass der 2014er Chardonnay aus dem Schlossberg vielleicht der beste in Deutschland je produzierte Chardonnay ist. Auch in 2015 ist das wieder – wenn auch noch mit starken Reduktionsnoten – der Fall. Wirklich bewundernswert, wie die sympathische und stets bodennah gebliebene Familie die verlustbedingten Herausforderungen angenommen hat. Aus der Serie der grossen Spätburgunder ragen einmal mehr (aus dem grossen Zalto-Burgunderglas probiert) der ungemein komplex-vielschichtige Schlossberg, der von feinster Transparenz geprägte Wildenstein sowie die geheimnisvoll-tiefgründige Sommerhalde heraus. Eine schöne Überraschung lieferten die kompakten und sehr klassisch geprägten Pinots von Fritz Keller und auch bei Heger schmeckt man eine Rückkehr zu mehr Finesse und Frische.

Die zweite Headline: Abgesehen von Bercher gab es bei den weissen Burgundern und Chardonnays ziemlich viel Mainstream mit Restsüsse, gefälligem Schmelz, wenig Spannung und mit eher zweifelhaftem Grand-Cru-Format.

Württemberg: Das Ländle ist zunehmend im Kommen. Das hatten wir bereits im vergangenen Jahr geschrieben. Auch wenn es in 2016 etwas schwerer war, vor allem die Rieslinge können die Herausforderungen des Jahrgangs nicht ganz verschweigen, ist das Niveau durchaus hoch. Noch erfreulicher sieht es bei den Roten aus: Lemberger und Pinot gelingen formidabel. Aldinger, Schnaitmann und Haidle sind hier führend. Darüber berichten wir in Teil 2 unserer grossen GG-Ausgabe.

Auf der letzten Seite (gilt nur für die Abonnenten) finden Sie dann unser Best-of über alle Regionen und Rebsorten hinweg (WEINWISSER TOP 100). Neben unserem Jubiläumsabo zum Vorzugspreis (99€ für Digital, Print + Datenbanknutzung mit über 35.000 Fine-Wine-Notizen) und mit hochwertiger Prämienauswahl kann die Langversion mit allen Bewertungen ab dem 29.09. auch als Einzelheft erworben werden. https://goo.gl/62Xo3T

Verkostungsmarathon mit 421 Weinen – Chefredakteur Giuseppe Lauria verkostete gemeinsam mit Jürgen Mathäß und Frank Kämmer MS

VDP-Preview: Ein ausgezeichnetes Jahr für Riesling-Puristen – Teil 1

Jedes Jahr zum ersten September kommen die mit Spannung erwarteten Weine als VDP.Grosses Gewächs, den sogenannten deutschen «Grand Crus», auf den Markt. Davor lädt der Verband der deutschen Prädikatsweingüter (VDP) Journalisten und Weinhändler aus 23 Ländern in den Kollonadensaal des Wiesbadener Kurhauses ein. Bei der bestens organisierten Probe verkosten internationale Weinexperten die Spitzengewächse der aktuellen Jahrgänge – immerhin 421 Weine aus 249 Lagen von 124 Weingütern wurden angestellt. WEINWISSER war alle drei Tage dabei, hat ausführlich verkostet und hier sowie bei diversen Nachverkostungen die (viele) Spreu vom Weizen getrennt.

Zusammen mit meinen Kollegen Jürgen Mathäß und Master Sommelier Frank Kämmer – beide sind ausgezeichnete Deutschland-Experten und seit Jahrzehnten als Fachverkoster bekannt – haben wir die besten und spannendsten Weine in Weiss und Rot selektiert, ausführlich beschrieben und bewertet. Zudem hat unser Autor und Blogger Markus Budai mitverkostet und im Rheingau und Rheinhessen zugeliefert.

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NEUE RUBRIK: PERLEN.DES MONATS – DOM PÉRIGNON 2004

Dom Pérignon – der „Don“ unter den Champagner

Es ist wahrscheinlich der berühmteste Champagner der Welt. Und er eignet sich wie kaum ein Zweiter für den Start unserer neuen Rubrik Perlen.des Monats, in der wir nun regelmässig grosse, flaschenvergorene Schaumweine der Welt hier und auf www.weinwisser.com vorstellen und ausführlich besprechen. Egal ob Champagner, hochwertige Winzersekte, Franciacorta, Trento.doc oder Cava. Hauptsache sie sind erstklassig und eigenständig.

 

Ikone Dom Pérignon

Wie kein Zweiter steht Dom Pérignon ikonenhaft für Champagner. Er steht so unmissverständlich für Luxus und Prestige, dass Stars und Sternchen in den angesagtesten Clubs und Bars der Welt am liebsten Dom Pérignon-Flaschen schlürfen. Auch 007 tut es. Zum Beispiel im nicht minder berühmten Bond-Film „Goldfinger“ (1963). Das hat sicherlich auch zum beispielslosen Aufstieg des Labels beigetragen. Markenbildung nennt man das. Und längst ist der „Dom“ eine dieser Kult-Marken wie Mouton, Margaux, Petrus oder teure Uhren und Handtaschen. Er kommt aus dem Champagner-Riesen Moët & Chandon, das zum börsennotierten Luxusgüterkonzern LVMH gehört. Aber Dom Pérignon ist mehr als nur Ikone: Hinter dem Champagner steckt eine mythenreiche Geschichte der Champagnerentstehung, die um den Benediktinermönch gleichen Namens kreist und bis ins 17. Jahrhundert zurück reicht. Über 40 Jahre lebte und arbeitete Dom Pierre Pérignon in der Abtei Hautvillers, die heute mitsamt der angrenzenden Premier Cru Rebfläche im Besitz von Moët & Chandon ist. Sein Vermächtnis zählt zu den Grundpfeilern des Weinbaus der Champagne und so verwundert es nicht, dass der Name seit 1921 als Prestige Cuvée-Marke im Einsatz ist. Doch abseits der tief verwurzelten Historie lebt die Champagnermarke längst von der Dynamik ihrer Popularität sowie der zeitgenössischen Inszenierung, die unter Anderem mit limitierten Künstler-Editionen belebt wird.

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WEINWISSERS Wein des Monats: Gaja Sperss 1999 – Piemont im Spätherbst – ein Sehnsuchtsort für Weinkulinariker – Barolo- und Trüffelreise

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Anfang November hatte ich die grosse Freude, genau zur Trüffelmesse ins Piemont zu reisen und dabei einige der besten Barolo-Winzer zu besuchen. Darunter den Großmeister und Grand Seigneur der italienischen Weinszene Angelo Gaja, der uns persönlich empfing, uns seine Weinberge zeigte und Rede und Antwort stand. Er ist in Italien und darüber hinaus ein Star. Fast im Alleingang hat er das Piemont mit seinen Spitzenweinen Barbaresco und Barolo international bekannt gemacht und ihnen einen Platz unter den besten Weinen der Welt verschafft. Sein Charisma ist ansteckend, seine Auftritte sind emotional bis virtuos und seine Weine Weltklasse. Mit 77 Jahren steht er quickfidel mit uns im Weinberg, erzählt, gestikuliert kraftvoll mit den Händen und zeigt uns mit fesselnder Emotionalität alle Details der Weinbergsarbeit. Wer aber mit dem Maestro ein Wortlaut-Interview führen will, muss erst einmal zu Wort kommen. Chefredakteur Giuseppe Lauria nutzte seine Chance und sprach mit dem „König des Barbaresco“ Angelo Gaja über Vergangenes, den Einfluss der Klimaveränderung auf Barbaresco und Barolo sowie über den heiss diskutierten Verkauf des Weinguts Vietti an den US-Investor Krause für kolportierte rund 60 Millionen Euro. Mehr dazu in unserer aktuellen Ausgabe.

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WEINWISSERS Wein des Monats: Teuerster Grange aller Zeiten – Penfolds stellt sein 2012er Flaggschiff vor. WW ist vor Ort dabei und durfte Australiens Weinikone vorab verkosten!

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Am Donnerstag, 20. Oktober, wird der neue Jahrgang der australischen Weinikone Grange zum Verkauf freigegeben. Mit einem Preis von 890 australischen Dollar (ca. 620 Euro) pro Flasche wird es der teuerste Grange bisher sein und damit die beiden Vorgängerjahrgänge (785 Aus. Dollar / 537 Euro) noch einmal deutlich übertreffen. Doch wird er auch einmal einer der besten Grange werden?

Peter Gago, Penfolds Chief Wine Maker, möchte sich da noch nicht festlegen. Der 2012er stehe in einer Reihe mit den ganz grossen Jahrgängen, so Gago. Aber wie weit er es tatsächlich hinauf schafft in der Hierarchie der legendären Abfüllungen dieses Wein, kann nur die Zeit zeigen. Der neue Grange ist der 62. Jahrgang seit 1951. Er setzt sich in diesem Jahr aus 98 % Shiraz und 2 % Cabernet Sauvignon zusammen und stammt von Weinbergen des Barossa Valley und des McLaren Vale. Der für diesen Wein üblichen Üppigkeit und Reife (14,5 % Alkohol) steht eine gesunde Säureausstattung von 6,8 g/l gegenüber. In Europa wird der 2012er Grange wahrscheinlich ab Mitte November verfügbar sein.

WEINWISSER-Autor Frank Kämmer MS konnte den neuen Grange bereits vorab am Tag vor seiner offiziellen Premiere auf dem Weingut verkosten. Hier seine aktuellen Eindrücke: Weiterlesen