WEINWISSERS Wein des Monats: Gaja Sperss 1999 – Piemont im Spätherbst – ein Sehnsuchtsort für Weinkulinariker – Barolo- und Trüffelreise

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Anfang November hatte ich die grosse Freude, genau zur Trüffelmesse ins Piemont zu reisen und dabei einige der besten Barolo-Winzer zu besuchen. Darunter den Großmeister und Grand Seigneur der italienischen Weinszene Angelo Gaja, der uns persönlich empfing, uns seine Weinberge zeigte und Rede und Antwort stand. Er ist in Italien und darüber hinaus ein Star. Fast im Alleingang hat er das Piemont mit seinen Spitzenweinen Barbaresco und Barolo international bekannt gemacht und ihnen einen Platz unter den besten Weinen der Welt verschafft. Sein Charisma ist ansteckend, seine Auftritte sind emotional bis virtuos und seine Weine Weltklasse. Mit 77 Jahren steht er quickfidel mit uns im Weinberg, erzählt, gestikuliert kraftvoll mit den Händen und zeigt uns mit fesselnder Emotionalität alle Details der Weinbergsarbeit. Wer aber mit dem Maestro ein Wortlaut-Interview führen will, muss erst einmal zu Wort kommen. Chefredakteur Giuseppe Lauria nutzte seine Chance und sprach mit dem „König des Barbaresco“ Angelo Gaja über Vergangenes, den Einfluss der Klimaveränderung auf Barbaresco und Barolo sowie über den heiss diskutierten Verkauf des Weinguts Vietti an den US-Investor Krause für kolportierte rund 60 Millionen Euro. Mehr dazu in unserer aktuellen Ausgabe.

Doch nicht nur Angelo Gajas Auftritte sind virtous. Auch seine Weine sind es. Besonders der Sperss, den wir im Anschluss an unser Gespräch an einem schönen Novembertag mit ihm verkosten durften. Und wenn wir Angelo Gaja zu unserer Wein.Persönlichkeit des Monats machen, dann ist es nur folgerichtig, dass wir einen seiner Weine zum Wein des Monats machen. Die Wahl war alles andere als einfach, denn wir hätten uns genauso gut für den grandiosen 2013er Barbaresco Sorì San Lorenzo (19.5/20) oder für Viettis 2013er Barolo Rocche di Castiglione (19.5/20) oder einen anderen Barolo entscheiden können. Doch weil auch wir gerne das hohe Lied des „Liegenlassens“ singen und ein gereifter Barolo nochmal eine andere Aussagekraft hat, fiel die Entscheidung auf den jetzt perfekt trinkreifen 1999er Sperss.

1999 Langhe Sperss, Gaja: 1999 war ein grosser Jahrgang im Piemont. Erwartungsgemäss zeigt der Sperss von Gaja auch am Tag nach Öffnung der Flasche grosse Klasse und kaum Oxidation. Leuchtend-massive, dunkle Farbe mit leichtem Orange-Rand. Süsses, imposantes und sublimes Bouquet mit offener, fein gereifter Frucht, sehr frisch wirkend und mit hoher Intensität, dazu Trüffel, Liebstöckel, verwelkte Rosen und „Goût de Terroir“. Ganz massiv und üppig im Mund, von enormer Mineralität getragen, extrem dicht und sehr kompakt am Gaumen. Frische Gerbstoffe mit feinkörniger Struktur, ganz rassig und würzig arrangiert, ewig lang und mit mächtigem Rückaroma von Teer, schwarzen Trüffeln und vielschichtig-hintergründiger Süsse. 19.5/20 2016 – 2032

img_9612Hausgemachte Agnolotti del Plin

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